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Kerber reist zum Fed Cup

Tennis Kerber reist zum Fed Cup

Erstmals seit 18 Monaten hat Angelique Kerber wieder ein Turnier gewonnen. Nach Wochen voller Zweifel und Erstrunden-Niederlagen reist sie wiedererstarkt zum Fed-Cup-Halbfinale nach Russland.

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Angelique Kerber reist wiedererstarkt zum Fed-Cup-Halbfinale nach Russland.

Quelle: Dan Himbrechts/dpa

Sotschi. Viel Zeit zum Durchschnaufen oder Feiern bleibt Angelique Kerber nicht. Nach dem vierten Turniersieg ihrer Tennis-Karriere fliegt die 27-Jährige von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina über Frankfurt am Main direkt nach Sotschi. „Ich hoffe, dass sie die Zeitumstellung und den Reisestress gut wegsteckt“, sagt Bundestrainerin Barbara Rittner. Am späten Sonntagabend ist die deutsche Fed-Cup-Chefin mit Sabine Lisicki und Julia Görges in der Olympia-Stadt von 2014 eingetroffen und wartet nun auf ihre beiden Spitzenspielerinnen Kerber und Andrea Petkovic.

Im Halbfinale des renommierten Turniers auf dem grünen Sand von Charleston hatte Kerber ihre Freundin bezwungen, am Wochenende kämpfen sie in der Adler-Arena von Sotschi gemeinsam gegen die starken Russinnen um den Einzug in das Endspiel des traditionellen Teamwettbewerbs. Nach schwierigen Wochen voller Zweifel, Erstrunden-Pleiten und einer Trainer-Trennung reist die einstige Top-Ten-Spielerin nun selbstbewusst und mit wiedergewonnenem Glauben an die eigene Stärke zum Kräftemessen mit Maria Scharapowa & Co.

„Die Woche war sehr wichtig für mich. Das war ein Sieg, auf den ich lange warten musste. Dass ich so hart darum kämpfen musste, macht ihn für mich noch wertvoller“, sagte Kerber nach ihrem 6:2, 4:6, 7:5 im Endspiel gegen die aufstrebende Australian-Open-Halbfinalistin Madison Keys aus den USA. Zweieinviertel Stunden lang lieferten sich die beiden Finalistinnen ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe.

1:4 lag Kerber im dritten Satz bereits zurück, ehe sie sich nach dem ersten Matchball rücklings auf den Boden plumpsen ließ, ihren neuen und alten Trainer Torben Beltz herzte und sich als vierte Deutsche nach Steffi Graf (1986/87/89/93), Sabine Lisicki (2009) und Petkovic (2014) in die Siegerliste von Charleston eintragen durfte.

Erstmals seit Oktober 2013 feierte die Linkshänderin wieder einen Titel, auf Sand war es sogar ihr Premieren-Erfolg. So musste auch Rittner bei der Frage nach dem Vorbereitungs-Dilemma nicht lange überlegen. Frühestens am Dienstag wird die Bundestrainerin erstmals mit ihrem kompletten Team trainieren können. Bei Petkovic und Kerber muss sie die feine Dosierung finden zwischen Erholung nach der strapaziösen US-Tournee mit der Umstellung von Hartplatz auf Asche und intensiven Einheiten zur Einstimmung auf das Fed-Cup-Duell am Samstag und Sonntag (live bei Sat.1 Gold und auf www.tennis.de).

„Natürlich ist es mir lieber, wenn meine Spielerinnen mit viel Selbstvertrauen und Matchpraxis anreisen als ohne Erfolge. Dafür nimmt man auch eine spätere Anreise in Kauf“, sagte Rittner nach der Landung in der Stadt am Schwarzen Meer. Weil auch Lisicki und Görges zuletzt wieder überzeugend(er) auftraten und sich in der vergangenen Woche eine schöpferische Pause gönnten, blickt die Fed-Cup-Chefin der Partie gegen Scharapowa, Swetlana Kusnezowa, Anastasia Pawljutschenkowa und Jelena Wesnina verhalten-optimistisch entgegen.

„Es ändert nichts daran, dass die Russinnen in der Favoritenrolle sind“, sagte Rittner. Aber auch ihr ist natürlich nicht entgangen, dass die Weltranglisten-Zweite Scharapowa zuletzt nicht überzeugte. „Wir wollen unsere Chance suchen und nutzen“, sagte Rittner. An der Bundestrainerin liegt es nun in den kommenden Tagen, aus einem überzeugenden Quartett ihre zwei Einzelspielerinnen auszuwählen.

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