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Kerber und Görges wollen ins Finale

Tennis Fed-Cup Kerber und Görges wollen ins Finale

Zum zweiten Mal in Folge wollen die deutschen Tennis-Damen am Wochenende in das Fed-Cup-Finale einziehen. Vor dem Duell mit Russland in Sotschi sprachen Angelique Kerber und Julia Görges über den Alltag eines Tennis-Profis, Hamburgs Olympiabewerbung und das Leben nach der Karriere.

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Die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen Julia Goerges (li.) und Angelique Kerber vor dem Halbfinale gegen Russland.

Quelle: Frank Molter

Sotschi. Ein Vierteljahr von 2015 ist vorüber. Wie sieht Ihr Fazit bis heute aus?

 Julia Görges: Im Vergleich zu den Vorjahren bin ich mit dem Start sehr zufrieden. Ich habe mir eine gute Ausgangsposition für die restlichen Monate geschaffen.

 Angelique Kerber: Mit Brisbane und Sydney hatte ich einen guten Start. Und bei einem Grand Slam kann man immer mal in der ersten Runde ausscheiden. Ich will kein Drama daraus machen, dass ich dann zwei, drei Turniere schlecht gespielt habe. Es gibt immer Auf’s und Ab’s. Jetzt habe ich Charleston gewonnen und bin auf einem guten Weg zurück.

 Sie sind beide noch sehr jung, dennoch schon sehr lange auf der Tour unterwegs. Ist es mit den Jahren wichtiger geworden, zwischendurch immer mal wieder nach Hause zu kommen?

 Görges: Ja, das denke ich schon. Zu Hause ist für mich ein sehr wichtiger Faktor. Ich war jetzt seit Mitte Dezember nicht länger als zwei Tage zu Hause. Das war sehr ermüdend, weil ich ein sehr heimischer Mensch bin. Zu Hause ist immer ein guter Ort, um Energie zu tanken. Ich genieße es zwar immer noch, die Tasche zu packen und loszuziehen zu den Turnieren. Und der Beruf ist der gleiche geblieben, aber früher war es noch spannender, weil man viele Orte noch nicht kannte.

 Kerber: Ich versuche immer zwischendurch nach Hause zu kommen. Da kann ich abschalten und meinen Kopf freibekommen. Das werde ich sicher beibehalten.

 Kann man durch die Anzahl der Turniere selbst Einfluss auf den Stressfaktor nehmen?

 Kerber: Das hängt in einem großen Maße davon ab, wie erfolgreich man ist. Einen groben Jahresplan hat jede von uns. Aber man muss auch spontan sein. Wenn du gute Ergebnisse hast, kannst du dich auch mal eine Woche rausnehmen, um runterzukommen. Wenn’s nicht so gut läuft, spielst du lieber noch ein Turnier mehr, um Matchpraxis zu bekommen. Man sollte zudem auch auf die Signale des Körpers achten.

 Görges: Aufgrund meiner Ranglistenplatzierung musste ich darauf achten, möglichst viele Turniere zu spielen, bei denen ich gleich im Hauptfeld stehe. Das ist auch der Grund dafür, warum ich öfter mal einen sehr langen Trip einstreue, um bei diesen Turnieren dabei sein zu können. Zudem spiele ich auch noch viel Doppel. Das ist nicht so sehr ermüdend, aber es sind trotzdem auch viele Matches.

 Dieser Rhythmus wird irgendwann einmal für Sie ein Ende haben. Verschwenden Sie mal Gedanken an das Leben danach?

 Kerber: Ich bin mir noch nicht sicher, was kommen kann. Wir haben noch ein paar Jahre vor uns, und ich möchte mich zunächst auf das Jetzt konzentrieren.

 Görges: Ich spiele öfter mit dem Gedanken, wie es danach weitergehen kann und habe auch schon eine vage Idee, die aber noch nicht spruchreif ist. Was ich aber ganz sicher weiß, ist, dass ich nicht bis zu meinem 35. oder 40. Lebensjahr spielen werde.

 Hilft die Fed-Cup-Woche zum Runterkommen?

 Kerber: Zum Runterkommen nicht, aber es ist auf jeden Fall eine sehr wichtige Abwechslung. Wir spielen hier als Team und für Deutschland, was immer wieder eine Ehre ist. Ich denke, alle Spielerinnen haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, wie wichtig es allen ist. Sonst würde man gar nicht die ganzen Strapazen auf sich nehmen. Wir kennen uns nun alle schon so lange, freuen uns aufeinander, und der Wunsch, wieder ins Finale zu kommen, ist sehr groß. Aber es wird auch ohne Maria Scharapowa bei den Russinnen ein langer und harter Weg.

 Görges: Auszeit und Erholung ist der Fed-Cup auf jeden Fall nicht. Immerhin arbeitet hier jeder weiter für sich, auch im Hinblick auf die Turniere danach. Es ist somit genauso viel Stress und Intensität dabei wie in den anderen Wochen. Der Unterschied ist der Teamgedanke, und das macht das Ganze vielleicht sogar noch stressiger, weil jeder eine große Verantwortung gegenüber der ganzen Mannschaft hat. Immerhin haben wir alle ein großes Ziel, und zwar den Fed-Cup eines Tages zu gewinnen. Und das geht nur gemeinsam.

 Hamburg ist als deutsche Olympia-Bewerberstadt auserkoren worden. Kiel ist als Segelstandort mit im Boot. Ist das für Sie als Norddeutsche etwas Besonderes?

 Kerber: Ja, auf jeden Fall. Ich würde mich sehr freuen, wenn es für Hamburg klappen würde. Und für Kiel natürlich ganz besonders.

 Görges: Olympische Spiele in der Heimat wären etwas Großartiges. Wenn Hamburg 2024 oder 2028 den Zuschlag bekäme, wäre ich definitiv als Zuschauer dabei. Als Athlet haben wir Olympische Spiele ja schon erlebt, aber als Fan mittendrin dabei zu sein, stelle ich mir sehr spannend vor.

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