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Kerber: „Ich bin wieder ich selbst“

Australian Open Kerber: „Ich bin wieder ich selbst“

Wenn ein Tennis-Trainer Jubelgesänge für seinen Schützling anstimmt und Steffi Graf warten muss, bis ihre Glückwunsch-SMS gelesen wird, muss Außergewöhnliches passiert sein. Im Fall von Angelique Kerber bedeutet Außergewöhnliches: das erste Grand-Slam-Finale ihrer Karriere.

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Angelique Kerber ganz entspannt. Die Kielerin hat gelernt, ihre Nervenschwäche zu bekämpfen und die Ruhe zu bewahren.

Quelle: Frank Molter

Melbourne. Als erste Deutsche seit 20 Jahren steht die Kielerin am Sonnabend gegen die Weltranglistenerste Serena Williams (USA) im Endspiel der Australian Open.

Die grenzenlose Zufriedenheit und der unermessliche Stolz über das soeben Erreichte war Angelique Kerber auch eine Stunde nach dem 7:5, 6:2-Erfolg gegen die Britin Johanna Konta noch anzumerken. Beflügelt von dem besten Resultat ihrer bisherigen Laufbahn, schwebte die 28-Jährige buchstäblich auf das Podium des großen Interviewraums im Melbourne Park. Hier unten, in den Katakomben der Rod Laver Arena, wo traditionell die Besten der Besten ihre Statements verkünden dürfen und eher schummrige Kelleratmosphäre herrscht, sorgte die Schleswig-Holsteinerin mit ihrem ausgelassenen Auftritt für so viel positive Energie wie niemand vor ihr in den vergangenen Tagen.

Schon lange unter den besten Zehn

15 Minuten lang bohrten zunächst die englischsprachigen Medienvertreter nach dem Grund dieser deutschen Erfolgsgeschichte. Bei der Spielerin, die sich immerhin schon vier Jahre lang in den Top Ten tummelt, der aber bisher der große Wurf verwehrt blieb. Bei der Spielerin, der spätestens nach dem so bitter verpassten Halbfinale im vergangenen Oktober beim WTA-Turnier in Singapur eine nicht mehr zu reparierende Nervenschwäche in großen Matches nachgesagt wurde. Angelique Kerber selbst griff dieses Ereignis als Erste auf. „Ich habe viel aus dem Safarova-Match von damals gelernt. Ich hatte mir gesagt, so etwas passiert dir nie wieder. Gegen Doi, Asarenka und Konta ist es mir nun sehr gut gelungen, die Ruhe zu bewahren“, sagte Deutschlands beste Tennisspielerin. In Singapur war sie an der Hürde gescheitert, im entscheidenden Match einen Satz zu gewinnen. „Ich war eigentlich die ganze Zeit ich selbst. Das ist sicher ein Schlüssel zum Erfolg.“ Zweifellos kommt das Team Kerber in Melbourne sehr viel geerdeter rüber als die vielen vermeintlichen „Superstars“. Nicht umsonst huldigten die australischen TV-Kommentatoren dem „german girl“ aufgrund ihres fröhlichen Auftretens längst als „neuem Publikumsliebling“.

 Auch der allerletzte Fan am Zaun des Trainingsplatzes bekommt von Angelique Kerber Autogramm und Selfie. Derweil wird Trainer Torben Beltz nicht müde, auch zum gefühlt 300. Mal zu erklären, warum er nach einer Auszeit wieder als Kerber-Trainer mit auf die Tour gegangen ist. „Angie, Angie“, hatte Beltz in der proppenvollen und Runde für Runde internationaler gewordenen Kieler Box angestimmt. Und dabei sichtbar eine Träne verdrückt. Das Geheimnis um Steffi Grafs Kurznachricht lüftete Angelique Kerber auch noch. „Herzlichen Glückwunsch. Ich freue mich sehr für dich. Viele Grüße, Steffi“, las Angelique Kerber vor – und grinste dabei breit in die Runde.

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Angelique Kerber
Foto: Angelique Kerber hat das Finale der Australian Open erreicht.

Angelique Kerbers erster Tennisverein TG Düsternbrook in Kiel bietet vom Finale der Australian Open am Sonnabend (9.30 Uhr) ein Public Viewing an. „Wir haben eine Großbildleinwand im Clubhaus und der Wirt serviert Frühstück und Kaffee. Wir erwarten mindestens 30 Leute“, sagte Ehrenmitglied Reinhold Landt.

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