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Mit Allrad und Fitness zum Sieg

Atlantis-Rallye Mit Allrad und Fitness zum Sieg

Das Siegerbier schmeckte noch wie einst. 28 Jahre nach seinem letzten Gesamtsieg bei der ADAC-Wikinger-Rallye 1987 feierte Drift-Ikone Rolf Petersen im zarten Alter von 70 Jahren bei der Rallye Atlantis wieder einen Sieg. Gemeinsam mit Co-Pilot Jürgen Krabbenhöft krönte er sein 2013 gestartetes Comeback.

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Das Siegerauto: An den allradgetriebenen Mitsubishi Lancer Evo musste sich Rolf Petersen erst gewöhnen.

Quelle: Jan-Phillip Wottge

Kaltenkirchen. enzin im Blut verspürte Petersen, als er 2012 im Finnland-Urlaub auf einem gefrorenen See an einem Driftwettbewerb teilnahm und aus dem Stand die zweitschnellste Zeit fuhr. „Du hast nicht viel verlernt“, stellte der Deutsche Rallye-Vizemeister des Jahres 1985 erstaunt fest. Die Lust auf Motorsport war wieder geweckt. Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre gehörte der Westerrönfelder zu den Heroen der deutschen Rallyeszene. Die Motorsportlegenden Michèle Mouton, Walter Röhrl, Harald Demuth und Armin Schwarz gaben sich im Hause des zweifachen EM-Lauf-Siegers die Klinke in die Hand, wenn zu den legendären Partys vor der Sachs-Baltic-Rallye geladen wurde. Doch nach drei Wikinger-Rallye-Siegen in Serie (1985-1987) auf seinem Opel Manta 400 und der sich anbahnenden Dominanz des allradgetriebenen Audi Quattro beendete Petersen 1987 seine Karriere, um sich voll und ganz der Familie und seinem Unternehmen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu widmen.

„Die alten Zeiten hatten ihren Charme, alles war irgendwie familiärer. Heute ist alles professionell“, sagt Petersen, der sich bei seinem Comeback 2013 zunächst nicht in ein allradgetriebenes Auto setzen wollte: „Ich wollte driften, doch mittlerweile kann man sich mit einem Allrad genauso in die Kurven schmeißen. Diese Erfahrung musste ich erst machen“, sinniert der 70-Jährige, der mit seinem Beifahrer und „Reglementexperten“ Krabbenhöft (65) einige Testkilometer benötigte, um sich an den Mitsubishi Lancer Evo zu gewöhnen. „Der Grundspeed bei Rolf ist vorhanden. Aber wir mussten uns erst aufeinander einspielen“, erläutert Krabbenhöft. Ebenso wichtig wie das fahrerische Talent ist die körperliche Fitness: „Ich trainiere heute viermal die Woche im Studio. Bin sicherlich fitter als jemals zuvor. Mit guter Kondition kann man die Konzentration viel länger hochhalten“, verrät Petersen sein Erfolgsrezept, das ihm jetzt bei der Rallye Atlantis nach 28 Jahren wieder einen Gesamtsieg bescherte.

„So schnell haben wir nicht mit einem Gesamtsieg gerechnet. Wir liebäugelten mit einer Top-7-Platzierung“, gesteht Krabbenhöft, der sich vor allem über die vielen Gratulanten freute. Das Duo darf sich durch den Atlantis-Sieg als ältestes Gesamtsiegerteam einer Rallye des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB) rühmen. Doch mit 70 und 65 soll noch lange nicht Schluss sein: „Wir haben Spaß. So lange wir nicht so langsam sind, dass die anderen hinter uns hupen, geben wir Gas“, betont das Erfolgsduo, dessen Getränkewege sich bei der Siegerehrung trennten: Während Petersen das ein oder andere Siegerbier genoss, stieg Krabbenhöft auf Alkoholfreies um – auf der Rückfahrt war Beifahrer „Krabbi“ der Pilot.

Von Jan-Phillip Wottge

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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