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Handballer gewinnen in Flensburg

Supercup-Auftaktspiel Handballer gewinnen in Flensburg

Zum Auftakt des Vier-Länder-Turniers setzte sich die deutsche Nationalmannschaft in Flensburg mit 29:20 (15:12) gegen Brasilien durch. Das Schauspiel der unfreiwillig neu formierten deutschen Mannschaft machte Lust auf mehr. Debütant Rune Dahmke vom THW Kiel erlebte bei seinem ersten Länderspiel eine starke Viertelstunde.

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Handball: Supercup, Männer: Deutschland - Brasilien am Freitag in Flensburg: Der Deutsche Martin Strobel (vorne) beim Wurf, dahinter (l., r.) die Brasilianer Thiagius Santos, Felipe Borges, Henrique Teixeira, Felipe Borges und Jose Toledo .

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Flensburg. Magere 3071 Zuschauer in der Flens Arena machten Stimmung für mehr und trugen ihre Mannschaft besonders in der ersten Halbzeit zu einem wichtigen Zwischenspurt vom 7:7 (16.) zum 13:8 (26.). „Wir haben anfangs zu viele technische Fehler gemacht“, resümierte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Das Siegen hatte der Isländer als Marschroute ausgegeben. Wenn er experimentierte, dann nur, weil er musste. Im Abwehr-Mittelblock zum Beispiel, in dem der Hannoveraner Erik Schmidt und der Magdeburger Finn Lemke als 1992er-„Babyblock“ eine Ahnung davon gaben, wie es gehen könnte im Hinblick auf die Europameisterschaft in Polen (15.-31. Januar). Vorne versuchten es die Brasilianer mit langen Pass-Stafetten und Schlagwürfen, hinten mit einer offensiven Deckung. Vor der Pause lebte das Sigurdsson-Team von den Toren Uwe Gensheimers – auch vom Siebenmeterstrich – und von Steffen Fäth aus dem Rückraum.

Bester Mann des Tages war jedoch Jubilar Carsten Lichtlein. Der Gummersbacher Keeper ersetzte in seinem 200. Länderspiel nach der Pause den unauffälligen Silvio Heinevetter, parierte zwei Siebenmeter, ließ in der ersten Viertelstunde des zweiten Abschnitts zur zwei Tore der Brasilianer zu (22:14; 45.). Zwei Tage nach seinem 35. Geburtstag dirigierte Lichtlein seine Vorderleute, half den Jungen und sagte später bescheiden: „Egal ob Nummer eins, zwei oder drei – ich muss funktionieren, wenn ich gebracht werde.“ Um seinen Fehler sodann mit Blick auf sein Ticket für den EM-Zug zu korrigieren: „Nummer drei wäre nicht so gut.“

Jetzt experimentierte Sigurdsson doch, mit einer 3:2:1-, dann mit einer 3:3-Deckung. Und er brachte zwei Debütanten: den Kieler Rune Dahmke sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar). „Carsten hat uns die nötige Ruhe gegeben, wir haben hoch geführt. Die beiden Neuen haben es genossen, das war eine schöne Sache“, so Sigurdsson. Linksaußen Dahmke zog eine Zeitstrafe, holte einen Siebenmeter heraus, wurde dann per Traumpass von Steffen Fäth zu seinem ersten Länderspieltor eingeladen (29:19; 59.). „Erst auf dem Rückweg nach dem Tor habe ich bemerkt, dass das jetzt etwas Besonderes war“, gab der 22-Jährige nach dem Schlusspfiff zu Protokoll. Kapitän Uwe Gensheimer, mit sieben Treffern bester Schütze, zeigte sich besonders mit der Defensivleistung zufrieden, wollte den Neun-Tore-Sieg gegen den Olympia-Gastgeber allerdings nicht überbewerten. Vor dem heutigen Duell mit den Serben in Hamburg warnte der Löwen-Linksaußen: „Die haben stärkere Rückraum-Schützen, decken defensiver. Das wird ein ganz anderes, härteres Spiel.“

Im zweiten Spiel des Abends setzte sich Slowenien mit 23:21 (12:11) gegen Serbien durch.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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