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„Es wird ein geiles Wochenende“

Beachvolleyball in Timmendorf „Es wird ein geiles Wochenende“

Jonas Reckermann feierte bei den Olympischen Spielen 2012 in London mit dem Gewinn der Goldmedaille den größten Erfolg seiner Beachvolleyball-Karriere. Seit 2013 arbeitet er als TV-Experte beim Sender Sky, der am Wochenende Spiele der deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand überträgt.

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Jonas Reckermann hat in der Arena in Timmendorfer Strand Platz genommen.

Quelle: Olaf Malzahn

Timmendorfer Strand. Jonas, was macht für dich Timmendorfer Strand als Höhepunkt der deutschen Tour aus?

Jonas Reckermann: Hier haben wir ein gewachsenes Event, es ist Kult. Das Publikum ist unfassbar fachkundig. Wer hier ist, kommt wegen des Turniers. Ich glaube der Altersdurchschnitt wird an diesem Wochenende vor Ort um ein, zwei Jahrzehnte gedrückt (lacht). Die Atmosphäre ist einmalig, die Lage perfekt. Im Hotel wohnst du direkt am Stadion, das größer ist, als jedes andere Beachvolleyball-Stadion in Deutschland. Und es gibt diesen Mythos Timmendorf, den man nicht an einer Sache fest machen kann. Hinzu kommt das Prestige der deutschen Meisterschaft. Hier ist einfach das Mekka des deutschen Beachvolleyballs.

Als TV-Experte wolltest du tatkräftig dabei mithelfen, Beachvolleyball in Deutschland auf eine neue Stufe zu heben. Wie war das gemeint, und was hat sich seit 2013 getan?

Gemeint war damit natürlich die Vorlage durch den Olympiasieg 2012 in London mit Julius Brink. Das hilft immer, wenn man auf der höchsten Ebene Erfolg hat, und versucht, diesen langfristig und nachhaltig anzulegen, sodass er nicht im Jahr 2013 gleich wieder versiegt. Sky hat sich damals gleich für fünf Jahre die Rechte gesichert. Ich wollte dazu beitragen, dass es eine qualitativ hochwertige Übertragung meiner Sportart wird. Ich glaube, das ist uns gelungen. Die Leute aus der Beachvolleyball-Szene honorieren das alle. Es liegt mir daran, den Sport in die deutschen Wohnzimmer zu bringen. Sowohl für die, die vielleicht zum ersten Mal zuschauen, als auch für die Beachvolleyball-Fans.

Welchen Wert hat der Olympiasieg von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Rio für das Ziel, den Sport noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen?

Das wird sich zeigen. Ein Nachteil ist es natürlich auf keinen Fall, eher ein Sechser im Lotto. Eine weitere Goldmedaille in dieser Sportart zu holen, zeigt auch, dass es vor vier Jahren keine Eintagsfliege war, sondern dass der deutsche Beachvolleyball-Sport wirklich so gut ist. Die Euphorie ist jetzt gerade da, neu entfacht. Der Erfolg ist aber noch zu frisch, um sagen zu können, was dieser nun konkret bedeutet.

Was erwartest du nun nach diesem Höhepunkt hier von den beiden?

Ich erwarte nicht, dass sie hier total leicht deutsche Meisterinnen werden. Jeder ist heiß darauf, ihnen ein Bein zu stellen. Dann ist es schwierig vom Kopf her. Der komplette Fokus auf Olympia, die Verarbeitung der Euphorie – das kostet alles Kraft. Für die Teams, die bei Olympia nicht dabei waren, ist jetzt vielleicht Timmendorf das Saison-Highlight.

Wie schätzt du die Lage in der Männer-Konkurrenz ein?

Die Top-3 der Setzliste sind aus meiner Sicht schon die Favoriten auf das Treppchen. Dazu zählen Markus Böckermann/Lars Flüggen, Kay Matysik/Alexander Walkenhorst und Tim Holler/Stefan Windscheif. Böckermann/Flüggen haben sicherlich das gleiche Problem wie Laura und Kira, auch wenn sie bei Olympia früher raus sind.

Welche Chancen haben die Kieler David und Bennet Poniewaz?

Das ist natürlich ein Team, das sehr gut unterhält. Es macht Spaß, die beiden spielen zu sehen. Sie kommen sehr über die Physis, agieren mutig, mit einer Menge Emotionen. Sie können sich in einen Rausch spielen, auch wenn sie hier zu den Außenseitern gehören. Vom Spielerischen sehe ich eher die zuvor genannten Teams vorne.

Die Kielerin Anna Behlen hat mit ihrer Partnerin Anika Krebs kürzlich in Kühlungsborn gewonnen...

Ich habe sie dort als souveräne, ruhige, mit einem Killer-Instinkt ausgestattete Spielerin erlebt. Zudem zeichnet sie eine tolle Ballkontrolle aus. Hier mit den vier Top-Teams am Start ist es vom Niveau natürlich ein kleiner Unterschied.

Worauf freust du dich an den Tagen hier besonders?

Uns steht ein ziemlich geiles Event bevor. Die Mädels haben eine Goldmedaille mitgebracht, ich die Sonne aus Rio. Die Zuschauer sind heiß auf den Endspurt im Beachvolleyball. Bei den Frauen haben wir alle Top-Teams am Start. Ich freue mich, diesen tollen Sport anschauen und dann einordnen zu können. Es wird ein geiles Wochenende.

Interview: Florian Sötje

Lockerer Auftakt für Olympiasiegerinnen - Schreck für Walkenhorst

Mit einem ungefährdeten Sieg und einem Schreck sind die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in das Unternehmen nächster Titel gestartet. Zum Auftakt der deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Timmendorfer Strand schlugen die Golden Girls von Rio am Donnerstag das Außenseiter-Duo Stefanie Hüttermann und Lena Ottens (Hünxe/Ostbevern) mit 2:0 (21:10, 21:8). Glück hatte Blockerin Walkenhorst, als sie bei einem Aufschlag auf einen Flaschenhals trat, der auf dem Center Court versteckt im Sand lag. Sie blieb dabei unverletzt.

„Ich bin positiv überrascht, wir sind echt gut reingekommen. Der Kopf ist nicht mehr ganz so frisch“, kommentierte die 25 Jahre alte Walkenhorst nach dem Schreck die Leistung zum Turnierstart. Für die Olympiasiegerinnen war es der erste sportliche Auftritt nach dem gewonnen Finale von Rio de Janeiro vor drei Wochen. „Man hat gespürt, dass es nicht ganz so leicht war, sich wieder zu motivieren. Aber es lief schon gut. Wir können noch an einigen Schrauben drehen“, erklärte die 30 Jahre alte Ludwig.

Die erste Überraschung erlebte das Nationalteam Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Die Berlinerinnen, die am Saisonende ihre Karriere beenden, unterlagen den an Position 13 gesetzten Anna Behlen und Anika Krebs (Strande/Hildesheim) mit 1:2 (16:21, 21:15, 17:19) und müssen nun über die Verliererunde ihre Chance suchen.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
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