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Beirat stärkt Meyer den Rücken

Landesfußballverband Beirat stärkt Meyer den Rücken

Schulterschluss im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband: Im Angesicht der Finanzkrise hat der etwa 30-köpfige Beirat, das zweithöchste Gremium des Fußballs in Schleswig-Holstein, dem Präsidenten Hans-Ludwig Meyer am Sonnabend in Malente den Rücken gestärkt.

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Im Angesicht der Finanzkrise hat der etwa 30-köpfige Beirat dem Präsidenten Hans-Ludwig Meyer am Sonnabend in Malente den Rücken gestärkt.

Quelle: imago (Archivfoto)

Malente. Er wurde einmütig aufgefordert, beim Verbandstag am 4. Juni in Neumünster für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Lediglich drei Kreisverbandsvorsitzende enthielten sich der Stimme. Meyer sprach von einer „sehr konstruktiven Sitzung“ in einer „außerordentlich vertrauensvollen und guten Atmosphäre“.

Der Vorstand und die Geschäftsführung des SHFV waren in die Kritik geraten, nachdem der spielsüchtige Leiter der Buchhaltung fast drei Jahre lang unbemerkt insgesamt knapp 300.000 Euro veruntreut hatte und weil sich darüber hinaus im aktuellen Haushalt ein Loch von mindestens 250000 Euro auftut. Wie es gestopft werden soll, darüber berät der Beirat in einer Fortsetzung seiner Sitzung am 3. April in Malente. Zur Debatte stehen Erhöhungen der Nenngelder und Gebühren für die Vereine sowie Schließungen von drei der 13 Nachwuchsstützpunkte im Land: Preetz, Mölln und Itzehoe. Gleichwohl versicherte der Beirat gemeinschaftlich: „Der gesamte Fußballsport in Schleswig-Holstein und ausdrücklich auch seine Jugend- und Talentförderung stehen auf einem sicheren strukturellen und ideellen Fundament.“ Zudem bestätigte Verbandsgeschäftsführer Jörn Felchner, dass es bereits fünf betriebsbedingte Kündigungen von Mitarbeitern gegeben habe, vier in der Landesgeschäftsstelle in Kiel und eine im Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente.

Felchner und Meyer wiesen den Vorwurf zurück, die jahrelange Veruntreuung von fast 300.000 Euro hätte bei wirksamer Finanzkontrolle auffallen müssen: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“ Felchner verwies auf die interne Kassenprüfung und eine externe Wirtschaftsprüfung: „Die haben das nicht entdeckt.“ Dem Täter sei dasselbe zuvor schon beim Landessportverband gelungen, und der habe eine viermal größere Verwaltung. „Es gibt Täter, die sind cleverer als das System“, sagte Felchner. Meyer verwies darauf, dass der Täter sehr geschickt und vielfältig vorgegangen sei: „Wenn kriminelle Energie im Spiel ist, dann sind Sie meistens zweiter Sieger.“

Der SHFV will jetzt eine Kommission Finanzen und Controlling einsetzen, die das Wirtschaften im Verband zusätzlich genauer kontrollieren soll. Der Kommission sollen außer hauptamtlichen Kräften aus der Geschäftsstelle auch Vertreter des Beirats sowie Vereinsvertreter angehören. Die Vereine erhalten so erstmals genauen Einblick in das vielfach kritisierte Finanzgebaren des Verbandes. Meyer verteidigte die seit 2009 von 720.000 auf 1,2 Millionen Euro drastisch gestiegenen Personalkosten des Verbandes. Es seien in den vergangenen Jahren viele neue Aufgaben für den Verband hinzugekommen, zusätzlich zur Organisation des Spielbetriebs. Meyer nannte Sozialarbeit, Qualifikation, Integration. Zudem sei das Personal mit der Eröffnung des Uwe-Seeler-Fußballparks in Malente 2013 „natürlich“ gewachsen, ergänzte Felchner.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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