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Heißer Speedway-Start zur Sonnenwende

Brokstedt Heißer Speedway-Start zur Sonnenwende

Petrus muss ein Speedway-Fan sein. Anders ist der strahlende Frühlings-Sonntag kaum zu erklären, an dem die Motorradsportler des MSC Brokstedt in die Bundesliga-Saison starteten.

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Rasante Kurvenfahrten vor 2800 begeisterten Zuschauern auf dem Holsteinring: die Speedway-Piloten (v. li.) Joonas Kylmäkorpi, Peter Karlsson, Mikkel Bech und Pavel Miesiac kämpfen um die besten Positionen.

Quelle: Ubbo Bandy hfr

Brokstedt. „Hätte es so geregnet wie am Sonnabend, wäre der Kurs nicht befahrbar gewesen und wir hätten das Rennen absagen müssen“, erläuterte der MSC-Vorsitzende Helmut Hahn. Doch mit der Sonnenwende kamen 2800 Zuschauer zum Holsteinring und sahen einen überraschend deutlichen 54:33-Erfolg der Wikinger über das Team Wolfslake Falubaz, das noch im ersten Saisonrennen am 9. April den deutschen Vizemeister AC Landshut Devils 44:40 geschlagen hatte.

 „So einen deutlichen Erfolg haben wir wirklich nicht erwartet“, freute sich der Brokstedter Kapitän Tobias Kroner. „Das ist schon eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz.“ Die Effizienz der Gastgeber am Tag der Arbeit war umso erstaunlicher, da die Wolfslaker kurzfristig für Christian Hefenbrock (Zehenbruch) den ehemaligen MSC-Profi Kevin Wölbert nachnominiert hatten, der mit 16 Punkten zum besten Fahrer des Tages avancierte. Doch gegen das formstarke Kollektiv von Teammanagerin Sabrina Harms hatten die Berliner letztlich keine Chance.

 Nicht weniger als sechs Doppelsiege gelangen den Brokstedtern in den 14 Läufen (Heats), in denen jeweils zwei Fahrer der beiden Teams auf der 393 Meter langen Bahn gegeneinander antraten. Bereits vor den beiden Finalläufen war den Brokstedtern beim Zwischenstand von 46:29 der Erfolg nicht mehr zu nehmen. Mit drei Heat-Siegen und 13 Punkten war Kapitän Kroner der beste Pilot der Hausherren. Der 30-Jährige hatte für seine starke Performance eine überraschende Begründung parat. „Ich habe in den vergangenen zwei Wochen ausschließlich für meine Abschlussprüfung zum Industriekaufmann gelernt, die ich im Rahmen meines BWL-Studiums am Montag um 7.45 Uhr an der Universität Lingen ablegen muss. Vielleicht bin ich deswegen so entspannt in die Rennen gegangen. Ich hatte geringe Erwartungen an mich selbst und bin damit gut gefahren. Vielleicht eine Formel für die Zukunft“, meinte Kroner augenzwinkernd und gönnte sich zur Feier des Tages ein kleines Alsterwasser. Mehr durfte es vor der IHK-Prüfung aber auch nicht sein.

 Neben dem Kapitän holten die beiden Auslandsfahrer Joonas Kylmäkorpi (Finnland, 9 Punkte) in seinem elften MSC-Einsatz in Folge und der Däne Mikkel Bech (12) bei seinem Brokstedt-Debüt die meisten Punkte für die Wikinger. Aber auch Urgestein Matthias „Matten“ Kröger ließ sich nicht lumpen und fuhr von seinem Lieblings-Startplatz auf der Innenbahn zwei Heat-Siege ein. Wann er das letzte Mal in der Speedway-Bundesliga zweimal als Erster die Ziellinie passiert hatte, daran konnte sich der 46-Jährige auch nach kurzem Nachdenken nicht erinnern. Der sechsmalige Team-Weltmeister war von der Vorstellung seiner Mannschaft ebenfalls überrascht. „Man weiß ja vor dem Wettkampf nie, wie die Fahrer am Gas sind, wie man in unserer Branche sagt“, meinte Kröger launig. „Aber auf unserer Bahn zeigten wir gegen die Landshut-Bezwinger eindeutig die bessere Form.“

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Speedway-Bundesliga
Foto: Mit parallelen Vorderrädern dicht an dicht durch die Kurve: Der Brokstedter Kai Huckenbeck (2. v. re.) greift den führenden Krystian Pieszczek an. Dahinter folgen Przemyslaw Pawlicki (MSC) und der Landshuter Eric Riss.

Der einzige Sturz des Wettkampftages von Przemyslaw Pawlicki war symptomatisch. Als der vom Speedway-Bundesligisten MSC Brokstedt für das Duell gegen den AC Landshut verpflichtete Pole in der letzten Runde des zehnten Vorlaufs auf dem Holsteinring von seinem Motorrad rutschte, war die Niederlage perfekt.

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