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Stolze Adler im Höhenflug gestoppt

Bundesliga-Aufstieg verpasst Stolze Adler im Höhenflug gestoppt

Das Rugby-Wunder von Kiel ist ausgeblieben – im Relegationsspiel zur Ersten Bundesliga ist der Zweitliga-Nord-Vize FT Adler Kiel am Sonnabend auf dem Prof.-Peters-Platz dem Hamburger Rugby Club (HRC) mit 10:43 (3:14) unterlegen.

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Niederlage? Welche Niederlage? Die Adler singen nach dem Spiel mit Inbrunst ihre Hymne „You are my Kiel“.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Der Oberhaus-Vorletzte aus Barmbek überzeugte mit flotten Spielzügen, während die Platzherren eine großartige Abwehrschlacht lieferten und ihrer ungebrochenen Moral alle Ehre machten. 487 Fans sorgten für Großkampfstimmung am Westring, Hamburger Schlachtenbummler zündeten sogar Bengalos am Spielfeldrand. Auf dem Rasen regierte nach dem Kickoff der HRC, antrittsstark, wendig und blitzschnell stürmten die Hanseaten übers Feld und setzten sich an der Kieler 22-Meter-Linie fest. Aufmerksam und einsatzfreudig verhinderten die Adler einen schnellen Rückstand, konnten sich jedoch bei eigenem Ballbesitz nicht durchsetzen. Mit gesunder Härte stoppten die Gegner jegliche Vorwärtsbewegung.

In der 15. Minute tricksten sich die FT-Kämpen erstmals bis zur Mittellinie, ehe Hamburgs flinker Wing-Flitzer (16.) von einer Lehrbuch-Stafette profitierte, zwei Verteidiger wegdrückte und ins Malfeld preschte. Die Erhöhung aus spitzem Winkel zum 7:0 durch Louis Pradelles gelang.

0:14 weckte den Kampfgeist

Kaum hatten sich die Förde-Rugger davon erholt, schlug es schon wieder ein (18.), das 0:14 weckte den Adler-Kampfgeist. Ein Straftritt von Daniel Michel (25.) fand aus ca. 30 Metern ins Ziel, das 3:14 stärkte das Selbstvertrauen, und man begann, sich in der HRC-Hälfte einzunisten. Ein Entlastungssolo vereitelte Piet Schönherr mit einem gewagten Sprung knapp vor der 22er-Linie (34.), dann kam Kiel stark auf: Nach gewonnener Gasse strebte ein Paket kraftvoll gen Gäste-Malfeld und blieb nur Zentimeter vor der Linie stecken; auch beim folgenden Angriff fehlte eine Handbreit.

Nach dem Seitenwechsel drehte der Gegner vorerst mächtig auf und stellte mit dem 38:3 (65.) die Weichen auf Verbleib in der Ersten Liga. Teilweise große Lücken in der Adler-Abwehr boten da leichte Erfolgserlebnisse, zudem entwanden sich die HRC- Ballträger Katzen gleich allen Zugriffsversuchen.

Aber so wollte Kiel sich nicht geschlagen geben, noch einmal ging es mit voller Konzentration nach vorn. Eine Gasse nahe der Linie gewonnen, ein schneller Seitenwechsel, ein kluges Zuspiel auf den freien Daniel Michel: Der täuschte zwei Abwehrrecken und schlängelte sich zum Versuch (70.), der heimische Anhang reagierte mit explosivem Jubel. Der steigerte sich, als Michel aus ungünstigster Position das Lederei noch zum 10:38 durch die Stangen zirkelte.

Freude pur auf beiden Seiten

Dass die Elbestädter dann noch einen drauf setzten, störte eigentlich niemanden mehr. Freude pur herrschte auf dem Rasen, der HRC bleibt Erstligist, die FT Adler startete mit der ausgelassen vorgetragenen Hymne „You are my Kiel“ eine krachende Partynacht. „Mit Zaudern und Bangen im letzten Moment für den Zweitliga-Aufstieg entschieden, legte das Team eine glanzvolle Serie hin, die ihresgleichen sucht“, resümierte Adler-Spartenleiter Eric Joppien voller Stolz. „Die beste Saison aller Zeiten für Kiel Rugby“, unterstrich Manager Piet Schönherr. „Wir haben uns auch heute gut verkauft, sogar streckenweise mitgehalten. Ihre Härte konnte uns nicht beeindrucken, aber die spielerische Überlegenheit hat den Unterschied gemacht.“

FT Adler Kiel

1. Reihe: Markus v. Rheinbaben, Marvin Hoffmann (Philipp Tielen, Tilo Friedrich v. Donner), Philipp Neuhoff; 2. Reihe: Hannes Büchmann, Michal Pawlak (Ingmar Jaschok); 3. Reihe: Jonas Möller, Alexander Hänert, Christian Kronberg (Timo Heuer); Gedrängehalb: Daniel Michel; Verbinder: Mike Schneider; Außendreiviertel: Arne Ulfers, Lennart Haertel (Anton Pitzen); Innendreiviertel: (Tobias M. Richter) Alwin Klick, Piet Schönherr; Schluss: Michael Weselmann (Nik Michel).

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Die Rugby-Männner der FT Adler Kiel bleiben im Rennen um den Direktaufstieg in die Erste Bundesliga: Nach einem 32:22 (13:22)-Triumph im Playoff-Match beim Meister der Zweiten Bundesliga Ost, dem Veltener RC, kann das Team von Trainer Torsten Weise seinen sensationellen Höhenflug fortsetzen.

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