21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kieler Yacht-Club erreicht Rang drei

Zweite Bundesliga-Regatta Kieler Yacht-Club erreicht Rang drei

Der Chiemsee Yacht Club hat die zweite Regatta der Segel-Bundesliga gewonnen. Vor Kiel setzten sich Steuermann Leopold Fricke und seine Crew nach drei Renntagen mit 38 Punkten gegen 17 weitere Erstliga-Teams durch. Die Ränge zwei und drei holten sich der Berliner Verein Seglerhaus am Wannsee mit Steuermann Malte Kamrath (45) und die Lokalmatadoren vom Kieler Yacht-Club um Skipper Oliver Schwall (46).

Voriger Artikel
TSV Schilksee steigt in die Regionalliga auf
Nächster Artikel
Verlängert Alfred Gislason vorzeitig?

Das Team des Kieler Yacht Clubs: Oliver Schwall, Ole v. Studnitz, Sönke Boy und Felix Weidling.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Strahlende Gesichter beim Auftritt der Segel-Bundesliga auf der Innenförde. Die Kieler Ausrichter freuten sich über zahlreiche Zuschauer an der Kiellinie, die bei bestem Wetter die kommentierten Rennen genossen. Die sportliche Leitung atmete nach dem spärlichen Flauten-Programm des Vorjahres durch, dass diesmal alle 45 geplanten Rennen gesegelt werden konnten. Und das Kieler Team bejubelte hinter dem siegreichen Chiemsee YC und dem VSaW Berlin nach einem dramatischen Schlussspurt den dritten Rang – den ersten Podiumsplatz in der Bundesliga-Geschichte des Kieler YC.

Die 18 Mannschaften der Segel-Bundesliga rücken im dritten Jahr dieses Formats enger zusammen. Nach zwei Jahren, in denen der NRV Hamburg das Geschehen dominierte und im vergangenen Jahr sogar vorzeitig den Titel gewann, scheinen nun diverse Teams im Vorderfeld mitspielen zu können. Zum Leidwesen der Hamburger Titelverteidiger, die vor Kiel lediglich auf Platz 13 landeten und auch in der Gesamtwertung nach zwei Spieltagen in der Saison 2015 nur auf Platz neun liegen.

Wie beim Flautenauftakt der Saison in Tutzingen hatten die Hamburger erneut nicht das glückliche Händchen. Und Glück war ein entscheidender Faktor bei den Bedingungen in der Kieler Innenförde. Nach der leichten östlichen Brise am Freitag fegten am Sonnabend und Sonntag unberechenbare Böen aus Südwest über Düsternbrook in die Förde hinein und sorgten selbst im Verlauf der kurzen Rennen für heftige Verschiebungen. Ausrutscher in den einzelnen Wettfahrten waren für die Teams daher kein Beinbruch, wenn sie denn durch Top-Platzierungen wieder ausgeglichen werden konnten.

Allerdings griffen auch absolute Spitzenkönner im Windpoker zu oft daneben. So holte der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann mit seinem Team vom YC Berlin-Grünau zwar sechs Rennsiege – und damit so viele wie keine andere der 18 Mannschaften. Aber Schümann und Crew wurden auch ebenso oft Letzter oder Vorletzter, kassierten dazu eine Disqualifikation und kamen somit nur auf dem elften Gesamtrang ein.

Die Kieler hielten im Wechselspiel des Ergebnis-Auf und -Ab besser die Waage und landeten im letzten Rennen den entscheidenden Punch. Dabei schien bei ihrem finalen Auftritt alles gegen die Crew um Steuermann Oliver Schwall zu laufen. „Es war eine Katastrophe“, so Schwall, der das Start-Timing verpatzte und als Letzter über die Linie ging. Danach arbeitete sich die KYC-Crew aber kontinuierlich nach vorn, entdeckte auf der zweiten Kreuz den richtigen Windstrich und fuhr schließlich als Zweiter durchs Ziel. „Wir haben mit allen Mitteln versucht, dran zu bleiben, und auf unsere Chance gehofft. Und dann ist alles perfekt gelaufen – auch die Einläufe der anderen Teams“, freute sich Team-Kapitän Ole von Studnitz über den Abschluss-Coup, ohne den das Team in der engen Punkte-Konstellation sogar noch auf Platz zehn hätte abrutschen können.

Die Top-Teams der ersten Tage mussten zum Abschluss dagegen noch Federn lassen. Der DTYC aus Tutzing, Sieger des ersten Spieltags und mit drei Siegen in Kiel perfekt gestartet, kassierte zum Abschluss einen vorletzten Platz und fiel damit noch hinter den KYC auf Gesamtrang vier zurück. Und der VSaW Berlin, am Sonnabend noch top, fand am Sonntag gar nicht in die Spur. „Das waren schwierige Bedingungen heute. Ich habe es einfach nicht geblickt“, sagte VSaW-Taktiker Tim Elsner. Immerhin verteidigten die Berliner noch knapp Platz zwei. Jubeln durfte aber das Team vom Chiemsee YC, das durch den Sieg in Kiel gemeinsam mit dem DTYC die Tabelle anführt. Die in Kiel auf Platz sechs gelandeten Flensburger sind Tabellen-Dritte, Kiel arbeitete sich von Platz 15 auf sieben vor.

Rundum glücklich waren die Kieler Vermarkter mit dem Wochenende. „Am Freitag hatten wir auf den Effekt mit der Taufe der ,Mein Schiff 4’ gehofft, aber wir hatten auch am Sonnabend und Sonntag viele Zuschauer. Das Wetter hat uns in die Hände gespielt. Das war Werbung für weitere Events in der Kieler Innenförde“, sagte Axel Bauerdorf von Kiel-Marketing. Und Sven Christensen, der ab 1. Juli nach drei Jahren in die Geschäftsführung von Point of Sailing zurückkehrt, ergänzte: „Das ist einfach ein perfektes Event-Gelände an der Kiellinie.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ralf Abratis
Sportredaktion

Anzeige
Mehr aus Aktuelle Sport News 2/3