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Start von der Stena – echt abgefahren

Cyclassics in Kiel Start von der Stena – echt abgefahren

Das Rad-Profirennen Cyclassics beginnt am 23. August in Kiel, von einem mehr als außergewöhnlichen Startplatz. Der Kieler Dirk Vobbe erinnert sich an ein 13 Jahre zurückliegendes Duell mit Sprintstar André Greipel.

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Am 10. August 2002 kreuzten sich in Eckernförde die Wege von André Greipel (links, mit rotem Helm), heute einer der weltbesten Sprinter, und dem Kieler Dirk Vobbe (Mitte). Bei den Cyclassisc kommt es allerdings zu keinem Wiedersehen.

Quelle: Jürgen Griese

Kiel. Normalerweise spielen Handball und Fußball in Schleswig-Holstein, vornehmlich in die Kiel, die erste Geige. Doch am 23. August ist für wenige Stunden der Radsport im Mittelpunkt des sportlichen Treibens: Aus Anlass ihres 20-jährigen Jubiläums werden die Vattenfall Cyclassics, das einzige Rennen der Union Cycliste Internationale (UCI) in Deutschland, in Kiel gestartet. Und das von der Stena-Line-Fähre.

Ein schleswig-holsteinischer Radsportler hat eine ganz besondere Beziehung zu mindestens einem der deutschen im Feld vertretenen Fahrer: Beinahe auf den Tag genau 13 Jahre ist es her, da lieferten sich am 10. August 2002 in Eckernförde der damals 23-jährige Kieler Dirk Vobbe und ein seinerzeit noch nahezu unbekannter, für den SSV Gera startender Radsportler beim Rennen „Rund um das Alte Seminar“ ein packendes Finish, das Vobbe knapp verlor: André Greipel, heute einer der weltbesten Sprinter und erst vor wenigen Wochen Triumphator beim Finale der Tour de France auf der Champs Élysées, lag um Zentimeter vor dem Kieler und gewann tags darauf auch noch den 23. Großen Preis der damaligen Sparkasse Kiel in Mettenhof.

Greipel erinnerte sich auch vor vier Jahren noch an Vobbe

„Vielen war schon damals klar, dass André ein ganz Großer werden könnte“, sagt der mittlerweile 36 Jahre alte Dirk Vobbe heute. Vor vier Jahren kreuzten sich die Wege der beiden zum vorerst letzten Mal. Bei einem Straßenrennen in Rhede stand Vobbe beim Start direkt hinter dem längst zum Sprintstar aufgestiegenen Greipel. Kurz vor dem Startschuss drehte dieser sich um und war völlig verblüfft, seinen einstigen Widersacher ebenfalls am Start zu sehen. „Hallo Dirk, immer noch dabei“, begrüßte Greipel den Kieler, dessen Verblüffung noch um einiges größer war, als die seines ehemaligen Bezwingers. „Was, du erinnerst dich noch an mich?“, entfuhr es Vobbe. „Klar, ich werde doch meine alten Gegner nicht vergessen“, habe Greipel geantwortet.

Zu einem Wiedersehen der beiden ehemaligen Rivalen wird es am 23. August vermutlich nicht kommen, weil Vobbe just an jenem Tag zu einem einwöchigen Mountainbike-Urlaub aufbrechen wird. „Schade, ich hätte ihn gern getroffen, denn unter anderem hatten wir in der Jugend mit Peter Sager denselben Trainer“, erinnert sich Vobbe. Daher habe es ihn besonders gefreut, als sich Greipel nach seinem Sieg in Paris via Fernsehen explizit bei seinem ehemaligen Rostocker Coach bedankte.

Ebenso wie Vobbe sieht Wilfried Weitz, Präsident des Radsportverbandes Schleswig-Holstein, dem Start der Cyclassics voller Vorfreude entgegen. „Ich erhoffe mir davon eine erhebliche Belebung des schleswig-holsteinischen Radsports, denn der ist nach wie vor entwicklungsfähig“, sagt Weit, der kürzlich einen Teil der Strecke durch die Holsteinische Schweiz mit seinem Rennrad abgefahren ist. „Wenn ich allein an die Aufnahmen aus den Hubschraubern denke und daran, dass der Kurs am Plöner Schloss vorbeiführt – eine bessere Werbung kann es für Schleswig-Holstein, Kiel und unseren Sport gar nicht geben“, ergänzt ihn Dirk Vobbe, der einem in dem rund 200 Fahrer starken Profifeld ganz besonders die Daumen drücken wird: André Greipel.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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