27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Der Traum des Alexander Zverev

French Open Der Traum des Alexander Zverev

2013 gab Alexander Zverev unserer Zeitung am Rande der French Open ein Interview. Das Interesse an dem damals 16-Jährigen war noch überschaubar.

Voriger Artikel
Nur Fliegen ist schöner
Nächster Artikel
Diese Sky-Sportbars zeigen die Zebras beim Final Four

Jaa! Mit einem Hauch von Becker-Faust feiert Alexander Zverev seinen überzeugenden Zweitrundensieg (6:1, 3:6, 6:1, 6:4) gegen den Franzosen Stephane Robert in Roland Garros.

Quelle: AFP

Paris. Also traf sich Zverev mit dem Reporter auf der Anlage von Roland Garros zum Plausch. Es gab einiges zu berichten. Zverev hatte gerade bei seinem erstmaligen Start in Paris das Finale erreicht – im Junioren-Wettbewerb.

 Drei Jahre später ist ein Exklusiv-Termin mit der aktuellen Nummer 41 der Welt so wahrscheinlich wie ein deutscher Herrensieg in Wimbledon. Alles reißt sich um den norddeutschen Jungstar aus Hamburg, der am Donnerstag bei den French Open das Ticket für die dritte Runde buchte. In seinem bisher größten Match bei einem Grand-Slam-Turnier schickte er mit 6:1, 3:6, 6:1, 6:4 den zweiten Franzosen hintereinander nach Hause. Sein Erfolg gegen Stephan Robert beschert Zverev nun die Chance auf eine Revanche gegen Dominic Thiem. Seinem guten Freund aus Österreich, mittlerweile Weltranglisten-15., war er zuletzt zweimal unterlegen – im Halbfinale von München und bei seinem erstem ATP-Finale am vergangenen Sonnabend in Nizza.

 Sein neuerlicher Siegeszug in Roland Garros steht für Alexander Zverev stellvertretend für die rasante Entwicklung, die er seit seinem Durchbruch 2013 genommen hat. Nach dem Gewinn der Australian Open (Junioren) 2014 zahlte der heute 19-Jährige auf der ATP-Tour anfangs zwar noch Lehrgeld. Mit dem Erreichen des Halbfinales ausgerechnet bei seinem Heimturnier am Rothenbaum lieferte der 1,96 Meter große Schlaks dann aber den allerletzten Beweis für sein außergewöhnliches Talent. Ende 2014 zeichnete ihn die ITF in London als „Newcomer des Jahres“ aus.

Training in Monte Carlo

 Es spricht für sich, dass Branchenführer wie Roger Federer und Novak Djokovic den Golf- und Basketballfan zum Training einladen. Anekdoten, die Zverevs Familie stolz machen. 1991 von Russland nach Deutschland übergesiedelt, nimmt die Familie ohnehin den größten Part im Leben des jüngsten Davis-Cup-Debütanten seit Boris Becker ein. Vater Alexander senior, zwischen 1979 und 1987 18 Mal für das russische Davis-Cup-Team im Einsatz, und Mutter Irina, ehemalige Profispielerin, stehen wie eine Wand hinter ihrem Sprössling. Zudem pflegt Alexander Zverev, der wegen Verwechslungsgefahr mit dem Vater einst den Spitznamen „Sascha“ bekam, einen sehr engen Kontakt zu seinem Bruder Mischa, ebenfalls Tennis-Profi. Ihm ist er unlängst nach Monte Carlo gefolgt, wo nicht nur die Trainingsbedingungen um einiges angenehmer sind als im kalten Norddeutschland.

 Die Zuschauertribünen auf Court 6 platzten am Donnerstag nicht nur deshalb aus allen Nähten, weil es Alexander Zverev abermals mit einem Lokalmatador zu tun hatte. Es hat sich auch bei den Tennis-Fans weltweit rumgesprochen hat, was da für einer im Anmarsch ist. Neuestes Mitglied in Zverevs Fangemeinde ist keine Geringere als Chris Evert, mit sieben Titeln Rekordchampion der French Open. „Ich habe ihn in Indian Wells spielen sehen, als er so knapp gegen Rafael Nadal verloren hat. Ich war wirklich sehr, sehr beeindruckt. Bei den Männern gab es schon eine Zeit lang keinen so herausragenden jungen Spieler mehr. Er hat ein Riesentalent und ist definitiv auf dem Weg, einmal einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen“, huldigte die 61-Jährige dem jungen Deutschen.

 Damals, vor drei Jahren in Paris, sagte Alexander Zverev: „Mein Ziel ist, das Beste zu erreichen, was aus mir werden kann. Mehr kann ich als 16-Jähriger noch nicht dazu sagen. Ich träume aber davon, irgendwann einmal zu den ganz Großen wie Tommy Haas zu gehören.“ Dieser Traum hat sich längst erfüllt. Heute hört sich das so an: „Einen Grand-Slam-Titel bei den Herren gewinnen – das wär's.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr zum Artikel
French Open
Foto: Streit statt Shakehands: Tatjana Maria (re.) und Alize Cornet sagten einander nach Schluss des Matches ein paar deutliche Worte unter dem Schiedsrichterstuhl.

Es ist DIE Geschichte der bisherigen French Open: Theater, Schauspiel, Zirkus, Thriller – jeder dieser Begriffe trifft auf das Match zwischen der Französin Alize Cornet und Tatjana Maria aus Bad Saulgau zu.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Sport News 2/3