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Dirk von Zitzewitz: Ein Garant fürs Podium

Rallye Dakar Dirk von Zitzewitz: Ein Garant fürs Podium

Als Dirk von Zitzewitz ins Ziel rollte, jubelte er aus dem Seitenfenster den Fans zu. Mit seinem Piloten Giniel de Villiers hatte er nach zwei Wochen Rallye Dakar, knapp 9000 Kilometern durch Argentinien und Bolivien, teils chaotischen Etappen und mehr als zehn platten Reifen 2:31 Minuten Vorsprung gegenüber Rookie Mikko Hirvonen (Mini) ins Ziel gerettet.

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Stolz auf das Podium: Dirk von Zitzewitz mit der Auszeichnung für Gesamtrang drei bei der Dakar.

Quelle: hfr

Rosario. Rang drei hinter Wüstenkönig Stephane Peterhansel, sein zwölfter Dakar-Erfolg, sein erster im Peugeot, und Nasser Al-Attiyah (Katar) im Mini. Noch ist alles aber offen. Gegen Peterhansel läuft noch ein Protest wegen illegelaen Tankens vor dem Motorsportgericht. „Der Drops ist noch nicht gelutscht, auch wenn es mir egal ist. Sportlich war Peugeot besser“, sagt Dirk von Zitzewitz.

 Egal wie: Der Norddeutsche bleibt der Podiumsgarant bei der Südamerika-Version der legendären Rallye. Bei acht Starts rollte der 47-Jährige mit de Villiers sechsmal aufs Podest – Rekord. Doch während die Mechaniker („Sie haben einen tollen Job gemacht“) bis in die frühen Morgenstunden feierten, verzog sich der Karlshofer schnell. „Ich war zu müde, ich war auch nicht begeistert genug, um zu feiern. Wir wollten um den Sieg mitfahren.“

 In der ersten Woche haderte das Toyota-Duo mit der Höhe. Jenseits der 3000 Meter ist ihr Benziner mit Saugmotor im Nachteil gegenüber der mit zwei Turboladern zwangsbeatmeten Diesel-Konkurrenz von Mini und Peugeot. Es waren lange, anstrengende Tage, aber ohne navigatorische Herausforderungen. Von Zitzewitz: „Es gab fast ausschließlich Rallye-WM-ähnliche Routen. Die ‚Dakar' sollte aber ihren Spirit behalten. Und der ist in der Wüste, nicht auf Feldwegen.“ Zum Start in die zweite Woche fuhren sich „Ginny“ und „Schnietz“, wie sie sich nennen, an einem Busch fest, als Gesamtsiebte 50 Minuten der Spitze hinterher. „Wenn uns da einer gesagt hätte, dass wir noch eine Chance aufs Podium haben, den hätten wir gleich in die medizinische Abteilung des Biwaks geschickt. Deshalb sind wir unterm Strich trotz allem stolz.“

 Die Dakar 2016, von Zitzewitz’ 16. insgesamt, sie war auch ein Kampf der Konzepte zwischen Titelverteidiger Mini, gebaut in der hessischen x-Raid-Schmiede Ried, Peugeot und Toyota. „Von der Stärke der Peugeot waren wir regelrecht geschockt. 2015 bei ihrem Debüt waren sie noch eine Lachnummer. Jetzt haben sich unsere schlimmsten Träume bewahrheitet. Die Peugeot-Performance war überragend“, zieht von Zitzewitz den Hut. Der entscheidende Unterschied: Peugeot ist das erste Werksteam, das auf das Prinzip Buggy setzt. „Schon 2005 haben uns unsere damaligen VW-Ingenieure nach dem Studium des Reglements gesagt, dass alle einpacken können, wenn ein Werksteam einen Buggy baut. Jetzt ist es passiert.“

 Alle Automobilbauer scheuten bis dato den Bau der serienfernen Modelle. Bis der französische Löwe brüllte – mit zweistelligem Millionen-Etat. Die Vorteile: Handgefertigt ist der 2008 DKR leichter (rund 600 Kilo gegenüber dem Toyota), hat mit 460 Millimetern einen deutlich längeren Federweg (Toyota und Mini: 250 mm). Auch die mit 95 Zentimetern Durchmesser sichtbar größeren Räder verstärken den Fahrwerksvorteil. Und: Während die Allradcrews den Luftdruck der Reifen nur von außen per Hand verändern dürfen, hat der 2008 DKR eine Reifenfüllanlage, die aus dem Cockpit während der Fahrt bedient wird.

 X-Raid-Chef Sven Quandt plant den Umstieg, testete bereits einen Buggy. Auch Toyota baut in der Base in Johannesburg einen Prototypen. Von Zitzewitz: „Fest steht: Geht es wieder in die Höhe, wird der Hilux auf Turbodiesel umgestellt. „Und dann hoffe ich, dass ich 2017 in einem Buggy sitze.“ Der Karlshofer hat seinen Traum vom zweiten Dakar-Sieg nach 2009 noch nicht begraben.

 Von Jens Kürbis

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