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Bernhard Langer kommt nach Schwerin

European Senior Tour Bernhard Langer kommt nach Schwerin

In diesem Jahr können Golfamateure in Deutschlands Norden Spitzensport sehen, vom 8. bis 10. Juli auf dem Winston-Platz bei Schwerin. Topspieler beim mit 350000 Euro dotierten Turnier der European Senior Tour ist – Bernhard Langer.

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Einer der Stars der Senior Tours: Bernhard Langer schlägt auf der US-Tour Ende Mai aus dem Bunker im Golfclub von Harbor Shores in Benton Harbor, Michigan.

Quelle: Jeff Curry

Schwerin/Vorbeck. Diese Geschichte könnte beginnen wie ein Märchen: Es war einmal... ein großartiges Golfturnier in Schleswig-Holstein. Von 1992 bis 2007 war Gut Kaden ununterbrochen Austragungsort eines Weltklasse-Ereignisses. Auf dem Platz bei Alveslohe schlugen Stars wie Tiger Woods, John Daly und Bernhard Langer ab. 2012 gab es noch einmal ein hochkarätiges Einladungsturnier mit Profis wie Martin Kaymer und Henrik Stenson. Seitdem spielen nur noch Amateure auf Gut Kaden.

„Das wird ein tolles Turnier mit einem grandiosen Spielerfeld“, sagt Langer, allerdings nicht Bernhard, sondern sein fünf Jahre älterer Bruder Erwin. Erwin Langer sitzt im Winston-Clubhaus, und wer ihm mit geschlossenen Augen lauscht, der könnte meinen, Bruder Bernhard sei der Redner. Erwin Langer ist Chef der Langer Sport Marketing, eines Unternehmens, das sich um die Organisation von großen Golfturnieren kümmert. Deshalb ist er in die Provinz von Mecklenburg-Vorpommern gekommen. „Ich unterstütze Winston bei diesem Turnier“, sagt der Augsburger. Aber sein Bruder komme nicht ihm zuliebe. „Nein, das liegt nicht an mir“, lacht der Langer Erwin und fährt mit seinem bayerischen Deutsch fort: „Wir sind zwar Brüder und verstehen uns sehr gut, aber dass Bernhard hier spielt, das hat andere Gründe.“

Geld spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Bernhard Langer, der im September 59 Jahre alt wird, ist längst Multimillionär, am 23. Mai hat er sein 100. Profiturnier gewonnen. „Bernhard ist ein absoluter Zuschauermagnet“, freut sich Turnierdirektor Ronny Woisin und räumt ein: „Er erhält bei uns ein gewisses Startgeld, aber er spielt hier in erster Linie, weil er mit Wijnand Pon befreundet ist.“ Pon, Milliardär aus den Niederlanden, ist ein Golf-Enthusiast und Sponsor und Inhaber des Winston-Resorts. Dazu gehört der Winston Open, ein Parkland-Kurs, auf dem die vier bisherigen Turniere der European Senior Tour ausgespielt wurden. Im Juli schlagen 60 Profis auf dem Winston Links ab, einer Kopie schottischer Dünenplätze.

Wer in Vorbeck vorfährt, staunt erst einmal über bis zu zehn Meter hohe Dünen, und schon auf dem ersten Abschlag wird klar, was Spieler erwartet: Modulierte Fairways mit tiefen Bunkern, kleine, schwierige Grüns. Designer des Platzes ist der Hamburger David Krause. Der gebürtige Kanadier sagt über das mehrfach zum besten Golfplatz Deutschlands gewählten Gelände: „Die Anlage zu bauen, war ein großes Experiment, und ich weiß, dass dieser Platz polarisiert.“ Turnierdirektor Woisin ist auf jeden Fall überzeugt: „Der Platz wird für die Profis taktisch zu einer größeren Herausforderung.“

Diese Einschätzung ist nicht unbegründet, denn auf manchen Fairways sind die Sandbunker so unkonventionell platziert, dass selbst routinierte Strategen Probleme bekommen können. Gleichwohl, für die „Ü50“-Profis bietet das einzige deutsche Turnier der europäischen Seniorenserie die Chance, sich auf die Senior British Open zwei Wochen später in Carnoustie vorzubereiten. Schwerin und Carnoustie sind die einzigen Turniere in dieser Saison, die auf Dünenkursen veranstaltet werden.

„Das ist ein weiterer Grund für Bernhard, in Winston aufzutreten“, erklärt Erwin Langer. Sein Bruder wird dort auf etliche namhafte Mitstreiter treffen. Von den Top 20 haben bereits 19 Spieler gemeldet, darunter Peter Fowler, Barry Lane und Anders Forsbrand. Ferner werden Ian Woosnam, US-Masters Sieger und Ryder-Cup-Kapitän (2006), und Sam Torrance (RC-Kapitän 2002) am Freitag (8. Juli) und am Sonnabend mit jeweils einem Amateur spielen, am Sonntag sind die Profis dann unter sich. Favorisiert ist allerdings nur einer: Bernhard Langer. „Ein Sieg in Deutschland ist für mich noch immer etwas Besonderes“, ließ er ausrichten. Die Zuschauer können es hautnah miterleben, bei freiem Eintritt.

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Ein Artikel von
Gerhard Müller
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