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Ein Wellenbad der Gefühle

F-18-Segler vor Schilksee Ein Wellenbad der Gefühle

Salz auf wettergegerbten Gesichtern, von der gleißenden Sonne verbrannt und Schwielen an den Fingern. So kamen am Mittwoch die meisten der mehr als 300 Aktiven bei der Weltmeisterschaft der Formula-18-Klasse am späten Nachmittag an den Strand von Schilksee.

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Es sieht zwar nicht so aus, aber es sind doch zwei Mann in einem Boot: Die Franzosen Jaques und Michéle Hublet suchen hinter der Wendetonne den besten Kurs für ihren Hobie Tiger.

Quelle: uwe paesler

Kiel. Nach acht Stunden und vier Wettfahrten waren viele „platt wie die Flundern“.

 Sportlich war zwar nicht der Ball rund, aber die Segel flach – und deshalb gewann am Ende eben nicht Deutschland, sondern Holland. Die Titelverteidiger Gunnar Larsen und Ferdinand van West kamen mit den trickreichen Windbedingungen am besten klar und landeten ausschließlich Top-fünf-Plätze. „Bis jetzt läuft alles gut“, resümierte der Steuermann sechs Punkte vor den US-Verfolgern Taylor Reiss und Matthew Whitehead zufrieden, „das waren doch traumhafte Rennen.“

Die Crews machen sich auf die Reise zum Regattafeld (li.: Gunnar Larsen und Ferdinand von West/ NED)

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 Die Einschätzung mochte beileibe nicht jeder teilen. „Es ging hoch und runter, sehr trickreich, ein Wellenbad der Gefühle“, meinte Vortagessieger Michael Easton (ebenfalls USA), der mit Tripp Burd zwei starke und zwei mäßige Wettfahrten hatte und auf Rang neun zurückfiel, punktgleich mit den Briten Northrop/O’Brien, die nach zwei Tagessiegen abstürzten. „Jeder Fehler wird in diesem Feld sofort hart bestraft“, sagte Easton, „und wir haben strategisch auch mal danebengelegen.“

 Noch gebrauchter war der Tag für Helge und Christian Sach. Nach den wieder hervorragenden Rängen vier und acht wurden die Ostholsteiner im dritten Tagesrennen wegen angeblichen Frühstarts disqualifiziert und kamen danach über einen 24. Nicht hinaus. „Wir sind ja ruhige Zeitgenossen und haben eine ehrliche Haut, aber das kann beim besten Willen nicht so gewesen sein“, meinte der Vorschoter zurück an Land. Er hatte eine exakte Landpeilung genommen und war nach eigener Aussage beim Startschuss noch eine Bootslänge hinter der Linie.

 Selten genug reichten die Brüder bei der Jury sogar einen Protest ein, der am späten Abend entschieden wurde. „Aus dem kleinen Schlauchboot der Wettfahrtleitung war das ohnehin nicht zu sehen“, erklärte der Protestführer: Denn: Das Startschiff lag oben 800 Meter weit weg war schon mehrere Sekunden vor dem Start von zahlreichen Kats verdeckt, von denen nur zwölf erwischt wurden. „Solche Starts sind eigentlich Unsinn“, pflichtete der Norderstedter Sven Lindstädt den Sachs bei, „schon 15 Sekunden vor dem Schuss fahren alle los. Wenn du nicht mitziehst und fair bist, segelst du in der dritten Reihe los.“ Ihm gelang das mit Maren Odefey zweimal sehr gut, was ihnen einen überraschenden 15. Platz einbrachte.

 Beste Deutsche sind die Bremer Jörg Gosche und Hannes Pegel auf Platz zehn. Spätestens heute, wenn nach dem sechsten Lauf das schlechteste Resultat gestrichen wird, dürfte die Tabelle nochmal kräftig durcheinander gewürfelt werden. Weitere bis zu vier Rennen sind möglich für die Einteilung in Spreu und Weizen (Gold- und Silberflotte), und wieder Leichtwind vorhergesagt. „Dann geht es erst richtig rund hier, da werden noch haufenweise Punkte verteilt“, so Helge Sach.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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