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WM-Rennen zwischen Himmel und Hölle

F18 vor Kiel WM-Rennen zwischen Himmel und Hölle

Bilderbuchartige Segel-Weltmeisterschaften in der nichtolympischen Formula-18-Klasse gingen am Sonnabend mit den Wettfahrten zehn und elf auf dem Stollergrund über die Ziellinie. Bei den Frauen flossen bei der Siegerehrung Tränen - nicht aber der Freude wegen.

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 Liz Howell (li./GBR) nahm den Preis für das beste Frauenteam entgegen (Foto links). Auf dem Wasser (Foto rechts) wirkte ihr Vorschoter jedoch männlicher und deutlich älter.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Bei der F18-Weltmeisterschaft vor Kiel schoben sich die kompromisslos auf Angriff segelnden, 20 und 22 Jahre jungen, US-Amerikaner Taylor Reiss/Matthew Whitehead noch auf Rang vier (49 Punkte). In den Kampf um die Medaillen konnten die beiden in der Kieler Bucht mit den Rängen eins und vier aber nicht mehr eingreifen. Souverän wehrten die Holländer Gunnar Larsen/Ferdinand van West (3./3./21 Punkte) den Angriff ihrer Landsleute Oscar Zeekant/Karel Begemann (4./1./26) ab und verteidigten ihren Titel. Glenn Ashby und Brett Goodall (Australien/5./5./35) gewannen Bronze. Für Vollprofi Ashby ging es vom Wasser aus direkt nach Portsmouth (England), wo er in der America’s-Cup-Serie angeheuert hat. Reiss/Whitehead holten sich bereits zum vierten Mal den Junioren-Titel.

„Wunderbare Kurse, hervorragende Organisation und ein phantastisches Teilnehmerfeld“, kommentierte Gold-Skipper Gunnar Larsen, Werkssegler für die Nacra-Werft, bei der Siegerehrung das WM-Geschehen. Sein Vorschoter Ferdinand van West, der das Revier auf dem Stollergrund von vier Kieler-Woche-Auftritten im olympischen 470er kannte, strahlte: „Im vergangenen Jahr haben wir in Irland gewonnen. Als Titelverteidiger wollten wir hier mindestens aufs Treppchen. Das waren Rennen zwischen Himmel und Hölle, Sturm und Flaute. Ich glaube, unser entscheidender Vorteil war unsere Konstanz bei allen Bedingungen.“

Lob von allen Seiten hagelte es für Wettfahrtleiter Stephan Uden, der den Startversuch für eine dritte Tageswettfahrt am Sonnabend 90 Sekunden vor dem Signal angesichts des immer mehr auffrischenden Westwindes abgebrochen hatte. „Das war vollkommen richtig. Da draußen waren 30 Knoten. Einfach zuviel Wind“, befand Helge Sach (58) später am Ergebnisbord. Mit WM-Rang acht als beste deutsche Crew (114 Punkte) für ihn und seinen Bruder Christian (56) konnte der Ostholsteiner sehr gut leben. „Das geht für uns vollkommen in Ordnung. Der Möchtegern-Fehlstart ( eine black-flag-Disqualifikation, die Red.) in der vierten Wettfahrt hat uns ein bisschen den Zahn gezogen, was die Aggressivität betraf. Und an den letzten beiden Tagen war das für uns einfach zu viel Wind. Da konnten wir als leichte Crew nicht mehr ganz vorne mitmischen. Da muss man realistisch sein. Aber es war eine wunderbare WM.“

Am Sonntag wollten sich die „Säcke“, die mit dem Master-Titel geehrt wurden, einen segelfreien Tag mit den Familien gönnen. Am Montag soll es bei der Travemünder Woche, ihrem Heimspiel, wieder aufs Wasser gehen. Das Flensburger Team Finn Heeg und Merle Baars landete auf Platz 20, sie wurden unter 167 Crews als beste Mixed-Crew ausgezeichnet.

Ein paar Tränen flossen, als es bei der Siegerehrung um die Frauen-Wertung ging. Die Niederländerinnen Anniek und Marije Pragt (160.) wähnten sich als Siegerinnen, doch zunächst einmal wurde die Britin Liz Howell (133.) ausgezeichnet. Laut Liste war sie mit Alice Sibley gesegelt. Zur Siegerehrung erschien sie mit einer jungen Frau an ihrer Seite auf dem Podium. Doch Howell hat getrickst. Regatta-Bilder zeigten einen kräftigen älteren Herrn bei Howell an der Vorschot.

Liz Howell und ihr Vorschoter auf dem Wasser. Foto: Uwe Paesler

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