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Riesenchance für Vereine

Flüchtlinge Riesenchance für Vereine

Fußballvereine in Schleswig-Holstein nehmen immer mehr Flüchtlinge auf: Allein im September hat der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) 174 Kindern und Jugendlichen aus Bürgerkriegsgebieten vorläufige Spielberechtigungen erteilt.

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Fußball kann seinen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten. Beim Familienfest am vergangenen Sonnabend auf dem Kieler Nordmarksportfeld oder in den Vereinen, die Ausländer bereits unbürokratisch aufnehmen.

Quelle: Sonja Paar

Malente. Tim Cassel, beim SHVF stellvertretender Geschäftsführer, erklärte am Dienstag, dass Vereine in diesem Jahr knapp 500 jugendliche Flüchtlinge aufgenommen hätten. „Das soziale Engagement unserer Klubs ist groß. Wir sind damit unter den Landesverbänden ganz weit vorne“, erklärte der frühere Torhüter des VfB Lübeck. Etwa 40 Vereine hätten den Zuschuss der Egidius-Braun-Stiftung in Höhe von 500 Euro abgerufen. „Dieser Betrag ist allerdings nicht kostendeckend“, betonte Cassel.

 Gut, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jetzt sein ursprünglich nur bis 2016 laufendes Förderprogramm bis 2019 verlängert hat. Zusätzlich versorgt der Weltmeister-Verband interessierte Klubs nun auch mit Trikotsätzen und Trainingsanzügen. Die lagern laut SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer in einer riesigen Halle in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Meyer: „Das sind Nationalmannschaftstrikots mit noch drei Sternen, für die der DFB keine Verwendung mehr hat.“ Außerdem befinde sich dort eine umfangreiche Fehlfabrikation von Adidas, die nun von Vereinen für Flüchtlinge abgerufen werden könne.

 Auch die Integration von erwachsenen Ausländern in den Ligabetrieb schreitet voran. Tim Cassel erwähnte das Beispiel der SV Friedrichsort, deren dritte Mannschaft komplett aus Flüchtlingen bestehe. Gleichwohl, so SHFV-Geschäftsführer Jörn Felchner, strebe der Verband an, Neubürger auf viele Vereine zu verteilen: „So läuft die Integration aus unserer Sicht besser.“ In den vergangenen sechs Wochen seien in Schleswig-Holstein im Männerbereich Spielgenehmigungen in hoher dreistelliger Anzahl erteilt worden.

 „So problematisch die Flüchtlingssituation auch ist, ich sehe in diesem Thema gleichzeitig eine Riesenchance für unsere Vereine, die unter Spielermangel leiden, nicht nur im Nachwuchsbereich“, sagte Hans-Ludwig Meyer, der zudem von Bestrebungen berichtete, die Regionalligen der Männer und die Zweiten Bundesligen der Frauen neu zu strukturieren. So soll aus beiden Frauen-Ligen mit jeweils zwölf Vereinen eine eingleisige mit 14 Klubs werden. „Schleswig-Holstein würde damit aus wirtschaftlichen Gründen von der Zweitliga-Landkarte verschwinden“, vermutet Meyer mit Blick auf die zurzeit in der Zweiten Bundesliga Nord vertretenen Klubs Holstein Kiel und SV Henstedt-Ulzburg.

 Diskussionen gebe es unter der Landesverbänden zudem über die Regionalligen der Männer. Während der Nord- und Nordostdeutsche Fußballverband eine Verringerung auf drei Regionalligen ablehnen (Meyer: „Für einen Verein wie Weiche Flensburg wäre das wegen der damit verbundenen längeren Reisen nicht finanzierbar“), gebe es im Westen eher Tendenzen, von augenblicklich fünf Regionalligen zwei zu streichen. Meyer könnte sich mit einem anderen Plan anfreunden: „Sechs Regionalligen und eine Aufstiegsrunde wie früher.“

 Eine Strukturreform strebt der SHFV aber auch für seinen Bereich an und würde gerne die Anzahl der Kreisfußballverbände von 13 auf acht verringern. Während Steinburg und Dithmarschen einer Fusion bereits positiv gegenüberstehen, gibt es zwischen Kiel und Plön sowie Neumünster und Segeberg dezente Annäherungen. Bis Februar sollen Vorstellungen über neue Kreisliga-Grenzen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten so konkretisiert werden, dass darüber beim Verbandstag am 4. Juni 2016 in Neumünster abgestimmt werden kann. Im besten Fall würde die Saison 2016/17 zu einem Qualifikationsjahr, so dass die neue Struktur in der Serie 2017/2018 ihre Premiere feiern könnte.

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