16 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Lust auf See folgt Frust an Land

F-18-WM vor Kiel Lust auf See folgt Frust an Land

„Nach einem schlechten Tag folgt immer ein guter“, resümierte Helge Sach am Donnerstag den Verlauf der Formula-18-Weltmeisterschaft in Schilksee. Dabei war das aus Sicht des Zarnekauers genau genommen nur die halbe Wahrheit.

Voriger Artikel
Ein Wellenbad der Gefühle
Nächster Artikel
DHB-Team spielt in Kiel

Bei der Formula-18-Weltmeisterschaft vor Schilksee ging es gestern bei schwacher Brise gemächlich zu. Der Schwachwind war allerdings genau nach dem Geschmack der Brüder Helge und Christian Sach, die das Rennen souverän gewannen.

Quelle: uwe paesler

Kiel. Zwar hatte er auf dem Wasser mit seinem Bruder Christian die einzige Tageswettfahrt souverän gewonnen. Doch am „Grünen Tisch“ verlor er die Protestverhandlung gegen eine stark umstrittene Frühstartdisqualifikation vom Vortag im Dickicht der Paragraphen.

 Drei Stunden Wartezeit der blauen Startgruppe auf eine geeignete Startlinie bei schwacher, aber halbwegs steter Brise mündeten in ein Leichtwindrennen ganz nach dem Geschmack der „Säcke“. Trotz mäßigen Starts kämpften sich die zusammen 114-Jährigen durch geschicktes Ausnutzen von Winddrehern an der Luvtonne auf Platz vier vor und übernahmen bald die Führung. Danach kontrollierten sie die Verfolger fast nach Belieben. Der Vorsprung schwankte zwischen 150 und 300 Metern. „Das sieht im Internet auf dem Tracker aber immer viel leichter aus, als es auf dem Wasser ist“, so der Vorschoter, der an Bord maßgeblich die Taktik bestimmt.

 Zähneknirschen folgte für die Weltmeister von 2006 an Land. Die am Vorabend vertagte Protestverhandlung zeigte laut Helge Sach zwar auf, „dass wir wohl wirklich nicht zu früh über der Linie, also im Recht waren“. Das sahen aber nicht alle Jurymitglieder ohne Wenn und Aber so und versteckten sich letztlich hinter der Regel des Weltsegelverbands ISAF, nach der die Beschuldigten völlig zweifelsfrei ihre Unschuld beweisen müssen.

 „Ich will mich nicht mehr ärgern“, so der spürbar grätzige Steuermann, „das ist ja ungesund.“ Als Gesamtachte ziehen sie mit 15 anderen deutschen Crews (WM-Rekord) in acht noch geplante Rennen der Goldflotte der oberen Tabellenhälfte ein. Die wird vom gebürtigen Australier Mitch Booth angeführt, der mit seinem Sohn Ruben inzwischen für Spanien segelt. Sie sind punktgleich mit den holländischen Titelverteidigern Gunnar Larsen und Ferdinand van West, die gestern das Schicksal einer Frühstartdisqualifikation ereilte.

 Diese hatten Finn Heeg und Merle Baars aus Flensburg schon am ersten Tag hinter sich und zeigten fortan eine nervenstarke Glanzvorstellung. Die beste Mixed-Crew, die auch im olympischen Nacra 17 aktiv war, gilt zur Halbzeit als die WM-Überraschung schlechthin. Nur zwei Punkte hinter den Routiniers sind die Youngster Neunte. Die Bremer Jörg Gosche und Hannes Pegel verteidigten sechs Zähler zurück ihren zehnten Rang vom Vortag und komplettieren den starken Auftritt der Gastgeber.

Von Andreas Kling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Aktuelle Sport News 2/3