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BVB stürzt HSV wieder in Abstiegssorgen

Fußball-Bundesliga BVB stürzt HSV wieder in Abstiegssorgen

Der Gang nach Dortmund verläuft für den HSV bitter. Nicht nur die 0:3-Niederlage verdirbt den Hamburgern die Laune. Zu allem Überfluss müssen gleich drei Profis verletzungsbedingt raus – und Keeper Adler fliegt mit Rot vom Platz.

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Sah frustriert die Rote Karte nach einer Notbremse außerhalb des Strafraumes: HSV-Keeper René Adler (Mitte).

Quelle: Guido Kirchner/dpa

Dortmund. Ein Platzverweis, drei Verletzte und mittendrin im Abstiegskampf: Vier Spieltage vor Saisonende geht für den Hamburger SV wieder das Zittern los. Die Hanseaten verloren am Sonntag mit 0:3 (0:2) bei Borussia Dortmund und haben nun nur noch einen Vorsprung von drei Punkten auf den Relegationsplatz, den der HSV ja zuletzt zweimal in Serie nach dem 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga inne hatte. „Die Situation müssen wir meistern – und das werden wir tun“, sagte Hamburgs Trainer Bruno Labbadia am Sky-Mikrofon.

Drei Tage nach dem Drama von Liverpool (3:4) mit dem bitteren Knockout in der Europa League trafen Jungstar Christian Pulisic (38. Minute) und Stürmer Adrian Ramos (44./86.) für den BVB, der vor 81 359 Zuschauern im Signal Iduna Park damit Selbstvertrauen für das Pokal-Halbfinale am Mittwoch bei Hertha BSC schöpfte.

Für den HSV war es die erste Niederlage gegen die Borussia seit September 2013. Damit rückt die Abstiegszone bei nur noch drei Punkten Abstand auf Werder Bremen bedrohlich nahe. Beide Teams treffen am Freitag aufeinander. „Es ist auch von der Tabellensituation ein extrem wichtiges Spiel für uns“, sagte Linksverteidiger Matthias Ostrzolek. Dieses brisante Nordderby muss der HSV zu allem Überfluss ohne Torhüter René Adler bestreiten, der in Dortmund nach einer Notbremse (52.) die Rote Karte sah.

Zudem drohen die Ausfälle von Pierre-Michel Lasogga, Nicolai Müller und Albin Ekdal, die allesamt angeschlagen ausgewechselt werden mussten. „Diesen Tag einfach schnell abhaken…“, twitterte der HSV nach Abpfiff. „Es war schon viel, wir müssen das jetzt hinbekommen“, sagte Labbadia.

Gündogan trotz Wechselgerüchten in Startelf

Trotz der Spekulationen um einen Wechsel von Ilkay Gündogan, der laut Medienberichten einen Vertrag bei Manchester City unterschrieben haben soll, stand der Nationalspieler in der Startelf. Wie schon beim vorigen Bundesliga-Spiel auf Schalke (2:2) beorderte Thomas Tuchel im Vergleich zum Spiel gegen Liverpool acht neue Profis in das Team. Bemerkenswert war dabei, dass der BVB-Coach in Christian Pulisic und Felix Passlack auf gleich zwei nur 17 Jahre alte Talente setzte.

Trotz dieser XXL-Rotation übernahm der BVB zunächst die Regie. Doch das Plus beim Ballbesitz schlug sich nicht in Torchancen nieder. Stattdessen bot sich den ohne den verletzten Spielgestalter Aaron Hunt angetretenen Hamburgern gleich zweimal die Möglichkeit zur frühen Führung. Doch der Schuss von Müller (14.) aus 18 Metern verfehlte das Dortmunder Tor knapp. Nur drei Minuten später köpfte Ivo Ilicevic aus kurzer Distanz vorbei.

Mehr Torraumszenen bekamen die Zuschauer lange nicht zu sehen. Dafür war das Aufbauspiel der Borussia zu statisch und tempoarm. Das ermutigte die Gäste zu mehr Vorwärtsdrang. So hatte der für den verletzten Lasogga eingewechselte Sven Schipplock (34.) nach einem Fehler von BVB-Abwehrspieler Sven Bender das 1:0 auf dem Fuß, verlor aber leichtfertig den Ball an Weltmeister Mats Hummels. „Er hat vielleicht ein bisschen zu viel Zeit gehabt nachzudenken“, sagte HSV-Sportchef Peter Knäbel.

Berechtigter Platzverweis für Adler

Nur zwei Minute nach dieser Rettungstat leitete Hummels die Führung für sein Team ein. Das Zuspiel des BVB-Kapitäns nutzte US-Nationalspieler Pulisic und erzielte sein erstes Bundesligator. Der bis dahin gleichwertige HSV schien konsterniert und musste noch vor der Pause sogar das 0:2 hinnehmen. Mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ließ Ramos dem Hamburger Torhüter Adler keine Chance.

Auch nach Wiederanpfiff hatten sich die Norddeutschen noch nicht erholt. Bei einem vielversprechenden BVB-Angriff holte Adler den Japaner Shinji Kagawa außerhalb des Strafraumes von den Beinen, was Schiedsrichter Marco Fritz mit einem Platzverweis ahndete. Damit war der Widerstand des HSV gebrochen. Mit deutlich mehr Spielanteilen, aber ohne Glanz brachte die Borussia das 2:0 locker über die Zeit.

Für den HSV kam es noch schlimmer. Der Schwede Ekdal verletzte sich bei einem Zweikampf und musste verletzt vom Platz. Da der HSV bereits sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, beendeten die Gäste das Spiel mit zwei Spielern weniger. So fiel auch noch das dritte Dortmunder Tor durch Ramos.

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