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HSV macht sich zur professionellen Lachnummer

"Fußball-Bundesligist" HSV macht sich zur professionellen Lachnummer

Der HSV blamiert sich auf allen Ebenen. Nach dem Pokal-K.o. in Jena bat Labbadia zum Straftraining und suchte nach Erklärungen. Und Sportdirektor Knäbel verlor einen Rucksack mit Gehaltslisten – eine Frau fand sie im Park.

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Kaum zu glauben: Ex-HSV-Coach Peter Knäbel verlor einen Rucksack mit sensiblen Informationen.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa-Archiv

Hamburg. Der sportlich dümpelnde Hamburger SV tritt auch abseits des Fußball-Platzes in jedes Fettnäpfchen. Als wenn die Häme nach dem 2:3-Pokal-K.o. beim FC Carl Zeiss Jena nicht schon groß genug wäre, platzte am Montag auch noch die Nachricht in den Volkspark, dass Sportdirektor Peter Knäbel ein Rucksack voller Geheimdokumente gestohlen wurde. Eine Altenpflegerin fand nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung die brisanten Papiere mit Gehaltslisten im Hamburger Jenisch-Park, Knäbel erstattete wegen Diebstahls Anzeige. „Wir sind uns klar, es ist ein Missgeschick passiert. Da stehen wir auch zusammen“, sagte Trainer Bruno Labbadia zur Rucksack-Posse.

Während der Verein hofft, dass die Details aus den Papieren nicht in die Öffentlichkeit gelangen, muss der Coach seine Truppe bis Freitag so zusammenstellen, dass sie beim Bundesliga-Start bei Bayern München nicht ganz untergeht. Die Erinnerung an das letzte 0:8 ist noch präsent. „Wir hatten zu wenig Leidenschaft, das hat uns am meisten gestört. Nur, weil unsere Hülle HSV ist, sind wir noch keine große Mannschaft“, sagte der 49-Jährige zu der Blamage in Jena. Beim etwa einstündigen Straftraining fuhren am Montagvormittag die in Jena zum Einsatz gekommenen Akteure auf Spinning-Rädern.

Neuzugang Halilovic noch nicht bestätigt

Den möglichen Zugang Alen Halilovic vom FC Barcelona für das offensive Mittelfeld wollte Labbadia nicht kommentieren. Laut kroatischen Medien soll der HSV den 19 Jahre alten Kroaten für ein Jahr ausleihen. „Wir suchen aber nicht nach dem Heilsbringer“, meinte Labbadia.

Die schon verpflichteten Neuen wie Emir Spahic, 4,5-Millionen-Zugang Albin Ekdal und Gotuku Sakai ließen allerdings ebenso wie die etablierten Kräfte um Lewis Holtby in Thüringen Einstellung und Können vermissen. „Wir sind auf einem richtigen Weg, auch wenn sich das jetzt scheiße anhört“, sagte René Adler, „wir werden uns als Mannschaft nicht auseinander reißen lassen“. Der Torhüter stellte sich als einziger den Medien, wirkte aber ebenso ratlos wie sein Coach.

„Wir haben einen großen Berg, den müssen wir erklimmen“, sagte Labbadia: „Wir sind uns im Klaren, das geht nur in kleinen Schritten.“ Besonders das Bundesliga-Auftaktprogramm mit drei Auswärtspartien in vier Spielen sei happig. Labbadia schien fast verzweifelt, als er auf das fehlende Aufbauspiel der Hanseaten angesprochen wurde: „Wir haben gar nicht miteinander Fußball gespielt.“ Eins sei nun schon einmal ganz klar: „Hoch gewinnen werden wir in München nicht“. Labbadias Lächeln war danach eher schmerzverzerrt.

Knäbel fiel der Verlust erst gar nicht auf

Abseits der größten Baustelle im sportlichen Bereich muss der Verein zudem klären, wie es dazu kommen konnte, dass wichtige interne Dokumente abhandenkamen – und Knäbel es nicht einmal bemerkte. In den Unterlagen sollen die Gehälter der Fußball-Profis, Prämienzahlungen und Vertragsdetails aufgelistet gewesen sein. Die 38-Jährige soll zudem Kreditkarten, ein Schlüsselbund und Knäbels Führerschein gefunden haben. „Der Rucksack mit den Sachen wurde mir geklaut. Ich habe den Diebstahl inzwischen zur Anzeige gebracht“, sagte der Sportdirektor der „Bild“-Zeitung.

Die Frau soll mehrmals versucht haben, Knäbel zu kontaktieren, um ihm die Dokumente und Wertsachen zurückzugeben. Seine auf den Papieren angegebene Privatadresse war demnach jedoch nicht mehr aktuell, er war umgezogen. Die Finderin habe daraufhin den HSV kontaktiert – doch auf der Geschäftsstelle soll man ihr zunächst nicht geglaubt haben. Ungläubig reagierte daher auch das Netz auf die Posse um interne Dokumente.

Hier einige Reaktionen aus dem Sozialen Netzwerk Twitter zum #rucksackgate:







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