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Wildwest in Schinkel

Fußball-Kreisliga Wildwest in Schinkel

Nach den unliebsamen Vorfällen beim Fußball-Kreisligisten 1. FC Schinkel im Vorjahr, dem Spielerboykott gegen Trainer Lars Dubau, schien der Klub auf dem besten Weg, sein angekratztes Image aufzupolieren. Gegen die U23 des ESV ging jetzt wieder alles drunter und drüber.

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Nichts ist mehr so wie am Ende der vergangenen Saison: In Schinkel geht es für den beurlaubten Trainer Lars Dubau (rechts), hier mit Betreuer Adam Glusk (links) und Enis Hodaj (Mitte), um nichts mehr.

Quelle: Jürgen Griese (Archiv)

Schinkel. Am vorletzten Spieltag, beim mit 2:3 verlorenen Heimspiel gegen den Eckernförder SV U23, wurden die Schinkeler von ihrer Vergangenheit eingeholt. In dieser teilweise hektisch geführten Partie kassierten die FC-Akteure aufgrund vieler Regelwidrigkeiten vom Unparteiischen Donik Ibrahimi nicht weniger als neun Gelbe Karten, sowie eine Gelb-Rote und eine Rote Karte. Zudem wurde auch noch Lars Dubau von der Trainerbank verbannt und hinter die Barrieren beordert.

Auf jeden Fall war es kein Spiel der üblichen Art, denn nach dem Abpfiff spielten sich ebenfalls noch einige unrühmliche Szenen ab, die sicherlich noch ein Nachspiel vor dem Fußball-Sportgericht haben werden. So wurde das Schiedsrichter-Gespann nicht nur in übelster Weise von einigen Zuschauern und Spielern beschimpft und für die Niederlage verantwortlich gemacht. Die Unparteiischen fanden nach Spielschluss zudem eine total durchwühlte Kabine vor, in der sie von einer Person verbal angegriffen wurden, so dass sie unverzüglich die Heimreise antraten. Außerdem wurde der Referee später bei Facebook von einem Schinkeler Spieler bedroht. Alle Vorfälle sind von dem Schiedsrichter-Gespann aktenkundig gemacht worden und liegen dem Sportgericht zur Bearbeitung vor.

Einen Tag später gab der Schinkeler Vorstand in einer Pressemitteilung bekannt, dass man sich mit sofortiger Wirkung vom Ligatrainer Lars Dubau trenne, da beide Parteien nach intensiven Gesprächen im gegenseitigen Einvernehmen den bestehenden Vertrag aufgelöst haben. Zu den Gründen wollte der Verein zu Beginn der vergangenen Woche allerdings keine Stellungnahme abgeben. Dubau selbst war ebenfalls nicht bereit, Interna aus diesem Gespräch preiszugeben, teilte jedoch Folgendes mit: „Die Trennung hat überhaupt nichts mit dem verlorenen Spiel und auch nichts mit den beiden negativen Ergebnissen davor zu tun. Der Vereinsvorstand und ich hatten seit geraumer Zeit in einigen Dingen eine konträre Auffassung. Das hat letztlich dazu geführt, dass die sogenannte Chemie nicht mehr stimmte und ich meinen Abschied angeboten habe. Der Zeitpunkt der Trennung war absoluter Zufall.“

Sehr verärgert über diese Vorfälle ist der Vorsitzende des KFV-Schiedsrichterausschusses, Hans-Werner Karstens, seit fast 50 Jahren Mitglied im 1. FC Schinkel und selbst als Unparteiischer Woche für Woche aktiv. „Ich werde permanent bei meinen Einsätzen von allen Seiten mit den Vorfällen – auch aus der Vergangenheit – konfrontiert und muss mich ständig rechtfertigen. Das nervt mich gewaltig. Allmählich ist meine Schmerzgrenze erreicht. Ich erwarte jetzt von meinem Verein eine schnelle und deutliche Reaktion, damit er endlich aus der Schusslinie kommt“, sagt Karsten und gibt zu, schon ernsthaft über einen Vereinsaustritt nachgedacht zu haben.

Von Dieter Behrens

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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