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Spitzentennis kehrt in den Norden zurück

Future-Turnier Spitzentennis kehrt in den Norden zurück

Viele Jahre lang musste der Norden Deutschlands auf ein hochkarätiges Tennis-Nachwuchsturnier verzichten. Nun taucht Schleswig-Holstein wieder auf der internationalen Wettbewerbslandkarte auf: Vom 19. bis 26. Juni erlebt in Kaltenkirchen ein mit 20000 US-Dollar dotiertes Future-Turnier für Damen und Herren seine Renaissance.

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Rafael Nadal schlug 2003 auch in Schnelsen auf. Heute sieht sich der spanische Weltstar abermals Dopingvorwürfen aus Frankreich ausgesetzt.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Top-20-Spieler sind jährlich beim Turnierklassiker am Hamburger Rothenbaum zu sehen. Doch mindestens bis zum ATP Challenger-Turnier nach Braunschweig mussten die norddeutschen Tennis-Fans bisher reisen, um potenzielle Stars von morgen hautnah erleben zu können. Der Großteil der deutschen Turniere wird im Süden ausgespielt. „Warum nicht ein eigenes Future-Event auf die Beine stellen?“, dachten sich deshalb die ausrichtenden Mitglieds-Verbände der Regionalliga-Nord-Ost (RNO). Überraschend schnell bekamen sie dafür grünes Licht vom Tennisweltverband ITF.

 Schwelle zur Profi-Karriere

 Die seit 1998 von der ITF organisierte Future-Serie (vorher: Satellite Circuit) gilt für den Nachwuchs als Schwelle zur Profikarriere. In Deutschland werden sie im Rahmen der „German Masters Series“ ausgespielt. „Das ist ein echter Glücksgriff, so ein Herren- und Damenturnier bei uns in Schleswig-Holstein zu haben“, sagt Frank Intert. Der Unternehmer aus Wahlstedt ist nicht nur Präsident des Schleswig-Holsteinischen Tennisverbandes. Als RNO-Vorsitzender war er auch unmittelbar an der Ideenumsetzung beteiligt. „Für einen neuen Wettbewerb, muss die ganze Turnier-Landschaft überdacht und ein Antrag bei der ITF gestellt werden. Die prüft dann vor allem, ob ein neues Turnier terminlich und örtlich für die Spieler Sinn macht. Und dass es dann so schnell geht, hätten wir auch nicht gedacht“, so Intert.

 Konstruktive Gespräche mit den Partnerverbänden Hamburg, Niedersachsen, Berlin-Brandenburg, Nordwest, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie „kurze Dienstwege“ zum Deutschen Tennisbund (DTB) seien für die rasche Abwicklung verantwortlich gewesen, so Intert. Und auch auf den Austragungsort Kaltenkirchen habe man sich schnell geeinigt. Gespielt wird auf der Anlage des TC an der Schirnau und der Kaltenkirchener TS. Dort, wo seit 1998 der Horst-Schröder-Pokal über die Bühne geht. Ein Traditionsturnier, das 2011vom DTB zur bundesweit besten Tennis-Veranstaltung gekürt wurde.

 Verbands-Kassen und Sponsoren finanzieren

 14- bis 15-jährige Nachwuchsspieler in der Qualifikation sowie Teilnehmer aus den Weltranglistenregionen Platz 200 bis 300 werden Ende Juni beim Future in Kaltenkirchen erwartet. Neben dem Preisgeld gibt es für die Sieger Weltranglistenpunkte (Herren: 18; Damen:12) zu gewinnen. Finanziert wird die Veranstaltung zunächst aus den Verbands-Kassen. Zusätzlich sollen lokale Sponsoren mit ins Boot geholt werden. Noch wichtiger ist für Frank Intert allerdings der organisatorische Part. „Es wird viel Arbeit auf uns zukommen, und wir werden viel ,Man power’ brauchen.“

 Internationaler Nachwuchs war in Norddeutschland zuletzt bis 2010 beim ITF-Damen-Future in Wahlstedt zu sehen. Selbst auf Sylt gab es zwei Jahre lang (1999-2001) einen Wettbewerb. Prominente Spieler zog bis 2003 vor allem die von einer Brauerei gesponserte Challenger-Turnierserie in Hamburg-Schnelsen, Lübeck und Wolfsburg an. Die letzte Auflage in Schnelsen gewann der Kroate Mario Ancic. Sein Gegner im Finale: Der damals 16-jährige Spanier Rafael Nadal.

 Nadal wird derzeit sicher nicht über sein Teenager-Dasein in Schnelsen nachdenken. Der 14-malige Grand-Slam-Sieger sieht sich aktuell abermals Dopingvorwürfen ausgesetzt. Mal wieder aus Frankreich, von wo aus die meisten dieser Anschuldigungen in Richtung des Mallorquiners kommen. Absender war diesmal keine geringere als die frühere Gesundheits- und Sportministerin, Roselyne Bachelot. Die 69-Jährige hatte in einer TV-Show behauptet, Nadal habe mit einer langen Verletzungspause 2012 einen positiven Dopingbefund kaschieren wollen.

 Rafael Nadal gilt als Gemütsmensch, höflich und professionell im Umgang mit anderen. Doch als er jetzt beim Turnier in Indian Wells auf die Vorwürfe angesprochen wurde, platzte dem 29-Jährigen der Kragen. „Das alles ermüdet mich. Seit ich fünf Jahre alt bin, arbeite ich viel, immer mit Ehrlichkeit, Leidenschaft, Intensität und Liebe für den Sport“, sagte Nadal. Bislang habe er nie auf die Vorwürfe reagiert, weil er die Absender für unseriöse Personen gehalten habe. Ab sofort aber werde er anders vorgehen – und sich „rechtlich dagegen wehren“. Nicht nur gegen die Ministerin.

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