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Canes laufen noch nicht rund

GFL Nord Canes laufen noch nicht rund

Die Kiel Baltic Hurricanes setzten sich im Nordderby der German Football League (GFL) am Sonnabend bei den Hamburg Huskies mit 32:13 (0:7, 12:0, 7:0, 13:6) durch, hatten aber vor 1821 Fans im Stadion Hammer Park mit dem Aufsteiger mehr Mühe als das Resultat vermuten lässt.

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Runningback Andreas Hofbauer, der sich hier vom Tackle des Hamburgers Curtis Slater nicht aufhalten lässt, steuerte einen Touchdown zum Erfolg der Canes bei.

Quelle: Michael Zelter

Hamburg. Es war ein eher zähes Ringen, das dem lautstarken Kieler Anhang zunächst wenig Grund zur Freude bot. So war das erste Quarter geprägt von Pleiten, Pech und Pannen, obendrein kassierte der Favorit wesentlichen Raumverlust durch Strafen. Dazu schien die Defense noch nicht auf dem Rasen angekommen zu sein. Und die Offense brachte, unerklärlich nervös, auch nicht viel zustande. Anders die Hausherren: Mit druckvollem Laufspiel, meistens über Marvin Stüdemann, kamen sie gut voran. Der agile Spielmacher Reggie Langford setzte seine Receiver in Szene oder erlief Raumgewinn. So war das 7:0 verdient, Fullback Miguel Boock plus PAT Marvin Saine – zwei Ex-Kieler – ließen Hamburg Jubeln.

 Nach dem ersten Seitenwechsel kamen die Canes besser ins Match, die Defense steigerte sich, und Runningback Andreas Hofbauer brachte die Gäste in Schlagdistanz. Quarterback Blake Bolles feuerte einen Pass auf Receiver Tyler Davis, der das Leder mit einem akrobatischen Glanzakt in der äußeren Endzonen-Ecke zum Touchdown fing. Der PAT-Versuch von Colin Harms misslang, ebenso wie nach Kiels zweitem Sechs-Punkte-Erfolg durch Bendedikt Englmann mit einem sauberen 18-Yards-Catch.

 Zur zweiten Halbzeit erschienen die Wirbelstürme mit frischem Mut – und hatten prompt Glück: Die Huskies fumbelten den Kickoff-Return, Kiel sicherte den Ball an der Zehn-Yard-Linie. Bolles selbst überwand die kurze Distanz zum Touchdown, Harms scorte den Zusatzpunkt zum 19:7. Der Canes-Angriff litt allerdings weiter unter der Schwäche der Offense Line; Bolles hatte seine liebe Not, gehetzt von den Schlittenhunden.

 Allerdings ging jetzt auch die Gäste-Defense auf Quarterback-Jagd. Thadric Hansen, Philipp Knoth und mehrfach Aaron Boadu stoppten Langford noch mit dem Spielgerät. Das zeigte Wirkung. Gleich zwei seiner Pässe wurden zur Canes-Beute, Derik Posdorfer und Tyler ließen sich für die Interceptions feiern. Trotzdem war das finale Quarter das punktreichste: Harms und Hofbauer schraubten das Ergebnis auf 32:7, ehe Tyson Giza in den Schlussekunden nach einem 55-Yards-Traumpass noch zum 13:32 verkürzte.

 Huskies-Headcoach Andre Schleemann gab sich gefasst: „Kiel ist keine Übermannschaft, für uns war heute mehr drin. Mit Dominic Hanselmann und Marvin Amankwah fehlten zwei Top-Runningbacks. Die Abgezockheit hat sich durchsetzt, wir haben aber nie aufgegeben.“

 Sein Kieler Kollege Stephen Parker zeigte sich nachdenklich: „Wir müssen als sehr junges Team noch herausfinden, wo wir stehen. Wir sind noch dabei, das Team zu formen, Spielpositionen zu verschieben und zu verbessern.“ Eher locker dagegen gab sich Benedikt Englmann: „Es lief ganz gut bei mir, die Pässe kamen immer besser. Ein Problem war die Offense Line, Blake hatte zu wenig Zeit für die Spielzüge. Und unsere Einstellung war wohl nicht okay – wir glaubten, das schaukeln wir cool nach Hause.“

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