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Labbadia wirft Bedenken über Bord

HSV Labbadia wirft Bedenken über Bord

Zur Abwechslung mal keine Abreibung: Das knappe 1:2 gegen die Bayern macht dem HSV Mut für die Rückrunde. Doch Trainer Labbadia war verärgert und fand sogar etwas „zum Kotzen“.

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Hamburger SV - Bayern München im Volksparkstadion in Hamburg. Hamburgs Trainer Bruno Labbadia gestikuliert an der Seitenlinie.

Quelle: Lukas Schulze/dpa

Hamburg. Wer zuletzt 2:9, 0:8 oder 0:5 verhauen wird, der darf schon mal eine 1:2-Niederlage gegen seinen Angstgegner als gefühlten Sieg ansehen. Der hauchdünn verlorene Rückrundenauftakt des Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga gegen den üblicherweise übermächtigen FC Bayern München setzt bei den Norddeutschen Selbstvertrauen und Angriffslust für die zweite Hälfte der Saison frei. Motto: Liebe Konkurrenten, wir sind stärker, als alle nach der vermaledeiten Wintervorbereitung geglaubt hatten. An der türkischen Riviera gingen alle drei Tests in die Hose, darunter gegen den abstiegsbedrohten Drittligisten Rot-Weiß Erfurt.

„Jetzt kommen Spiele, wo wir punkten müssen“, forderte Pierre-Michel Lasogga. Der bullige Stürmer war im Stadion zunächst als Schütze des Hamburger Tores gegen die Bayern ausgerufen worden, bevor Xabi Alonso die zweifelhafte Ehre eines Eigentor-Produzenten zufiel. „Vielleicht war ich noch mit der Fußspitze dran“, protestierte Lasogga, winkte dann aber ab. „Das entscheiden sowieso andere. Da hat man kein Mitspracherecht.“

Lasoggas Teamkamerad Aaron Hunt will gleich am nächsten Samstag mit dem Siegen beginnen. „In Stuttgart wollen wir gewinnen“, betonte der Mittelfeldmann. Das wird auch langsam Zeit. Auf einen Punktedreier warten die Hamburger seit vier Partien. Seit Ende November ist es von Rang sieben auf Platz elf abwärts gegangen. Ziel des in den vergangenen zwei Spielzeiten als Relegationsmeister verspotteten Bundesliga-Dinos ist das gesicherte Mittelfeld in Sichtweite zu den Europacup-Plätzen.

HSV-Trainer Bruno Labbadia, der nach dem missratenen Trainingslager von schlimmen Befürchtungen geplagt worden war, verspürte nach dem Auftritt gegen die Bayern Erleichterung. „Ich bin zufrieden, wie die Mannschaft das umgesetzt hat“, lobte er seine Mannen. Ihnen sei es gelungen, den Spielaufbau der Bayern „schon im Ansatz zu unterbinden“. Bundestrainer Joachim Löw konnte seinem Kollegen nur zustimmen. „Der HSV ist in seiner defensiven Struktur und Organisation viel besser als vor einem Jahr“, meinte Löw.

Was für die Gäste wie Majestätsbeleidigung klingen musste, war für Labbadia eine besondere Genugtuung. „Ich tue mich schwer, das 1:2 zu akzeptieren. Wir waren dem 2:1 näher als Bayern München“, verkündete er und raunzte: „Es ist zum Kotzen.“ Seinem Kollegen Pep Guardiola wird kaum gefallen haben, dass Labbadia die Bayern-Treffer als „Drecks-Tore“ bewertete.

Fürwahr waren der vom übereifrigen HSV-Torhüter René Adler verschuldete Elfmeter und Robert Lewandowskis glücklich abgefälschter Siegtreffer (Lewis Holtby: „Ein Slapstick-Tor“) keine Produkte höchster bajuwarischer Spielkunst. Labbadias Fazit: „Wenn wir an 100 Prozent kommen, ist es nicht einfach, gegen uns zu gewinnen.“

Nach dem Gastspiel bei den Schwaben am nächsten Wochenende warten zwei Heimauftritte (Köln, Gladbach) auf die Hamburger. Normalerweise ein Grund zur Freude. Doch der eigentliche Vorteil ist in Wirklichkeit keiner. Gerade vor heimischer Kulisse mit fünf Niederlagen und nur zwei Siegen hakt es gewaltig in dieser Saison.

Von Franko Koitzsch und Britta Körber

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