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Die Hängepartie geht weiter

HSV Handball Die Hängepartie geht weiter

Sportlich erfolgreich, finanziell am Abgrund. Hamburgs Handballer kämpfen weiter um ihre Zukunft. Konkrete Aussagen gab es aber auch nach dem triumphalen 36:29-Heimsieg über die Füchse Berlin nicht.

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Alexander Feld (2.v.r) gibt am Mittwochabend gegen die Füchse Berlin alles für den HSV. Mit 36:29 gewannen die Hamburger deutlich. Finanziell steht der Verein jedoch am Abgrund.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. Mitten in der Pressekonferenz ergriff Matthias Rudolph das Wort. Er habe eine Mannschaft gesehen, „die dank ihres Trainers schon in den vergangenen Spielen Handball-Heldenleistungen gebracht hat“, sagte der Mehrheitsgesellschafter des finanziell schwer angeschlagenen Handball-Bundesligisten HSV Hamburg. „Eine Mannschaft, die für den Verein, die Stadt und ihre Fans diese Leistung gebracht hat. Dafür möchte ich Danke sagen.“

Doch ob diese Aussage den Hanseaten, die zuvor am Mittwoch beim 36:29 über die Füchse Berlin sportlich einmal mehr überzeugten, eine echte Zukunft eröffnet, ist nach wie vor offen. Meldungen, Hauptgeldgeber Andreas Rudolph, der Bruder des Mehrheitsgesellschafters, würde sich am (heutigen) Donnerstag zu einem weiteren Engagement äußern, wies HSV-Geschäftsführer Christian Fitzek zurück. Davon wisse er nichts, sagte er dem TV-Sender Sport 1. Ohne einen Schuldenschnitt und frisches Geld seines Mäzens droht dem Club das Aus.

Spieler warten seit zwei Monaten auf ihre Gehälter

Die Spieler, die seit zwei Monaten auf ihre Gehälter warten, hielten sich zurück. Auf die Frage, ob man ein Projekt wie den HSV Handball sterben lassen könne, antwortete Torwart Johannes Bitter zunächst mit Aussagen über die Angriffs- und Abwehrleistung seines Teams gegen die Berliner, bevor er dann doch sagte, dass das „Projekt sportlich erfolgreich und die Mannschaft sehr tragfähig sei“.

Vorwürfe wie von Melsungen-Trainer Michael Roth, dass der HSV nur aufgrund der schwierigen finanziellen Lage derzeit so erfolgreich Handball spielen würde, wies Bitter als „respektlos“ zurück. In die gleiche Kerbe schlug auch Coach Michael Biegler: „Mich stört, dass in den vergangenen Tagen gesagt wurde, die Mannschaft würde aufgrund der Situation ohne Druck spielen, denn dann würden alle individuell spielen. Wir spielen aber mit System.“

Biegler sitzt bei den nächsten drei Partien nicht auf der Bank

In den drei nächsten Partien, wenn diese denn auch stattfinden, wird Biegler die Mannschaft nicht betreuen. Als Nationalcoach Polens muss der 54-Jährige die Landesauswahl auf die Heim-Europameisterschaft im Januar vorbereiten. Wer das Training übernimmt, steht nicht fest. Kapitän Pascal Hens gab zu Protokoll, dass mit ihm nicht über dieses Thema gesprochen worden sei.

Fitzek sagte, er werde am Donnerstag ins Büro gehen und seine Arbeit tun. Dazu gehörten die Organisation des Trainingsbetriebs, Gespräche mit den Gläubigern, die auf einen Millionenbetrag der Hamburger warten, und ein enger Kontakt zum Liga-Verband HBL. Bei dem haben die Hamburger, wie auch andere Vereine, im Nachlizenzierungsverfahren Zahlen eingereicht, die ab Freitag geprüft werden.

Auf welch wackeligen Beinen die Zukunft des deutschen Meisters von 2011 und Champions-League-Siegers von 2013 steht, zeigt Fitzeks Antwort auf die Frage, ob die Mannschaft am 20. Dezember zum nächsten Punktspiel gegen den SC Magdeburg in der heimischen Arena antreten werde: „Gute Frage, nächste Frage.“

Der TV-Experte und Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar hofft, dass es in Hamburg weiter geht. Ein Scheitern „wäre für den Handball insgesamt eine Katastrophe“, sagte der 42-Jährige.

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