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HSV schafft Klassenerhalt

Relegation HSV schafft Klassenerhalt

Der Hamburger SV hat das Horrorszenario 2. Liga doch noch abgewendet und nach einem dramatischen Sieg beim Karlsruher SC den Klassenverbleib im Fußball-Oberhaus geschafft.

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Jubel beim Hamburger SV.

Quelle: Daniel Naupold/dpa

Karlsruhe. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia setzte sich am Montag beim KSC nur mit sehr viel Glück nach Verlängerung mit 2:1 (1:1,0:0) durch.

Bis zur 90. Minute führte der KSC mit 1:0, die Aufstiegs-Shirts lagen bereits neben der Bank parat. Doch dann schoss Marcelo Diaz (90.+1) mit seinem ersten Pflichtspieltor für den HSV das Bundesliga-Gründungsmitglied in die Verlängerung. In der 115. Minute zerstörte der eingewechselte Nicolai Müller mit seinem Treffer jäh die Karlsruher Erstliga-Träume. Kurz vor Schluss parierte HSV-Keeper René Adler noch einen Strafstoß von Rouwen Hennings (120.+2).

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw gelang den Norddeutschen damit wie schon im Vorjahr nach einer völlig verkorksten Saison die späte Rettung. Der sechs Minuten vorher eingewechselte Reinhold Yabo hatte mit seinem Treffer in der 78. Minute die Badener 1:0 in Führung geschossen und nach dem 1:1 im Hinspiel das mit 27 986 Zuschauern ausverkaufte Wildpark-Stadion kurzzeitig in ein Tollhaus verwandelt.

Nach dem Last-Minute-Schock in der regulären Spielzeit versuchte der KSC in den zusätzlichen 30 Minuten noch einmal alles, doch trotz der lautstarken Unterstützung von den Rängen reichte es nicht mehr zum sechsten Erstliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte.

Die ganz in Rot gekleideten Hamburger starteten aggressiv und angriffslustig in die Partie, die als „Hochrisiko-Spiel“ eingestuft und aus Sicherheitsgründen von 20.30 Uhr auf 19.00 Uhr vorverlegt worden war. Vor allem Kapitän Rafael van der Vaart wollte sich in seinem letzten Spiel für den HSV offensichtlich ansprechend verabschieden. Der Niederländer ersetzte den Gelb-gesperrten Gojko Kacar im defensiven Mittelfeld und versuchte sich als Taktgeber und Ideenautomat für das Auftreten der Norddeutschen.

Im Gegensatz zum Hinspiel merkte man in der Anfangsphase tatsächlich einen Klassenunterschied. Die Gäste gaben den Ton an und vermittelten im Gegensatz zu manchem Spiel in der abgelaufenen Saison endlich einmal den Eindruck, als Team aufzutreten. Die Offensivkräfte Ivo Ilicevic, Ivica Olic und Pierre-Michel Lasogga sorgten für Gefahr.

Ilicevic (5.), Olic (6.), Lasogga (18.), van der Vaart aus der Distanz (26.) und Lasogga per Kopf (39.) vergaben die ersten Chancen - so richtig zwingend waren die Aktionen in der ersten Hälfte jedoch nicht. Die Badener agierten zunächst abwartend und auf Konter - obwohl Trainer Markus Kauczinski angekündigt hatte, auf Sieg spielen zu wollen. Den ersten Torschuss gaben die Gastgeber aber erst nach einer knappen halben Stunde ab, als Hiroki Yamada HSV-Torwart René Adler prüfte (28.). Der Japaner hatte im Hinspiel noch wegen Wadenproblemen gefehlt und übernahm nun die Spielmacherrolle.

Kurz vor dem Wechsel setzte Daniel Gordon noch einen Kopfball zu hoch an — es blieb nach den ersten 45 Minuten beim 0:0. „Wir sind gut im Spiel, aber klar ist auch: Wir sollten irgendwann mal ein Tor schießen“, sagte der gesperrte HSV-Verteidiger Heiko Westermann zur Pause im TV-Sender Sky. Seine Mannschaftskollegen versuchten auch nach dem Wechsel, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wohlwissend, dass ein 0:0 den erstmaligen Bundesliga-Abstieg zur Folge hätte.

Van der Vaart (51.) und Lasogga (52.) scheiterten, das Duell wurde nun hitziger. Angetrieben von den unentwegt singenden Fans gingen die Karlsruher jetzt auch mutiger zu Werke und trauten sich mehr in die Offensive. Nach einer guten Stunde vergab Gordon die bis dato beste Möglichkeit des KSC, als er aus kurzer Distanz eine scharfe Hereingabe von Enrico Valentini nur knapp verpasste (63.). Einen Kopfball von Manuel Gulde wehrte HSV-Profi Marcelo Diaz kurz vor der Linie ab — der Zweitligist schien dem Tor näher als die Hamburger.

Nach einem gefährlichen Kopfball von Lasogga (77.) schlug auf der Gegenseite der für Yamada eingewechselte Yabo zu und sorgte für Party-Stimmung im altehrwürdigen Wildpark. Schon fünf Minuten vor dem Abpfiff wurden die Aufstiegs-Shirts in Pappkartons zur Ersatzbank gebracht — dann aber ging es in die Verlängerung, und am Ende eines bitteren Abends für den KSC wurden sie dann nicht mehr ausgepackt.

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Kommentar

Grenzenloser Jubel, Erleichterung pur. Der Hamburger SV bleibt auch im 53. Jahr in der Fußball-Bundesliga. Das letzte niemals abgestiegene Gründungsmitglied behält sein Alleinstellungsmerkmal. Damit sind die guten Nachrichten aber auch schon erschöpft.

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