23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
HSV trotz Insolvenz optimistisch

Handball-Bundesligist HSV trotz Insolvenz optimistisch

Der vorläufige HSV-Insolvenzverwalter sieht Chancen für den angeschlagenen HSV. Die Spieler geben sich kämpferisch und wollen dem Verein die Treue halten. Es fließt auch wieder Geld.

Voriger Artikel
HSV Hamburg meldet Insolvenz an
Nächster Artikel
HSV-Fans jubeln schon vor der Partie

Blickten auf einer Pressekonferenz nach vorne: Der vorläufige HSV-Insolvenzverwalter Gideon Böhm, (2. v. l.) an der Seite von Christian Fitzek (2.v.r.), Geschäftsführer HSV-Handball, den Spielern Pascal Hens (li.) und Torwart Johannes Bitter (re.), und Minou Tikrani, Sprecherin des Insolvenzverwalters.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg. Die Hamburger Handball-Profis Pascal Hens und Johannes Bitter rufen zur Trotzreaktion auf. Der wirtschaftlich schwer angeschlagene Bundesligist HSV Hamburg will seine Leistungsbereitschaft am Sonntag (15.00 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Magdeburg unter Beweis stellen. „Wir kämpfen für unsere tolle Gemeinschaft. Wir wollen, dass es hier noch viele Jahre in der Bundesliga weitergeht“, sagte Kapitän Hens am Freitag bei einer Pressekonferenz in Hamburg und erhielt Unterstützung von Torhüter Johannes Bitter. „Das sehe ich genauso. Deshalb müssen viele Zuschauer kommen.“ Rund 7000 Karten sind bislang verkauft worden.

Drei Tage nach dem eingereichten Insolvenzantrag versprühte der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzte Gideon Böhm vorsichtigen Optimismus. „Wir haben eine realistische Chance, ein tragfähiges Sanierungskonzept vorzulegen“, sagte der 47 Jahre alte Rechtsanwalt. Noch stehe er erst am Anfang. „Wir werden uns alle Unterlagen und Verträge angucken, auf deren Grundlage wir das Sanierungskonzept erstellen.“ Das betrifft auch mögliche Transfers von Spielern. „Das Wichtigste ist, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Das haben wir hinbekommen.“ Forderungen von Gläubigern spielen dabei keine Rolle.

Spielbetrieb ist bis Saisonende gesichert

Die Heimspiele in der Barclaycard-Arena sind nach Gesprächen mit dem Arena-Betreiber bis Saisonende gesichert. Wann und ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, steht nicht fest. Kein Licht ins Dunkel konnte Böhm bei der mysteriösen Patronatserklärung von Mäzen und Hauptsponsor Andreas Rudolph bringen. Die Sicherheit in Höhe von angeblich zwei Millionen Euro ist bislang nicht vom Verein eingelöst worden. „Dazu kann ich heute nichts sagen. Wir prüfen die Zusammenhänge sorgsam“, erklärte der Rechtsanwalt.

Die Zahlung des Insolvenzgeldes an die Spieler und Angestellten, die seit zwei Monaten auf ihr Gehalt warten, sei gesichert. Das übernimmt Böhm in Form einer Vorfinanzierung. Derzeit gebe es keine Wechselwünsche von Spielern, sagte Böhm. „Ich möchte die Spieler überzeugen, in Hamburg zu bleiben.“ Frisch Auf Göppingen will Nationalspieler Adrian Pfahl bereits im Januar verpflichten. Böhm: „Wir wollen alle Spieler halten.“ Hens baute aber für alle Eventualitäten vor: „Niemand wird dem anderen böse sein, wenn er einen anderen Weg einschlägt.“

Das Team des Tabellen-Fünften wird in den nächsten drei Partien bis zur Winterpause von Geschäftsführer Christian Fitzek betreut. „Die Mannschaft ist relativ autark“, sagte Fitzek. Trainingspläne gebe es vom regulären Coach Michael Biegler, der in Personalunion Nationaltrainer Polens ist und diese Mannschaft derzeit auf die EM vorbereitet. Derzeit bespricht er mit seinem Team in Hamburg vieles telefonisch. „Ich gehe davon aus, dass er nach der EM zu uns zurückkommt“, sagte Fitzek.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr zum Artikel
Handball
Der HSV hat Insolvenz angemeldet.

Die Handballer des HSV sind finanziell am Ende und haben einen Insolvenzantrag gestellt. Dem Bundesliga-Fünften, der am Sonntag gegen Magdeburg antreten soll, werden laut Statuten zunächst acht Punkte abgezogen. Der vorläufige Insolvenzverwalter zeigt sich zuversichtlich.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Sport News 2/3