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Bum Bum Balzer, der Hallenheld

Neumünster Bum Bum Balzer, der Hallenheld

Neumünsters Hallenfußballkönige kommen vom TSV Wankendorf. Der Verbandsligist entthronte vor 1287 Zuschauern in einem kuriosen Neunmeter-Schießen den Titelverteidiger VfR Neumünster und sicherte sich den dritten Holstenhallentitel der Vereinsgeschichte.

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So sehen Sieger aus: Ausgelassen feiert der TSV Wankendorf den dritten Holstenhallensieg.

Quelle: Jan-Phillip Wottge

Neumünster. „Und schon wieder haben die Bauern den Pokal“ – der Wankendorfer Jubelgesang dröhnte durch die Holstenhalle. Der Geheimfavorit war seinen eigenen Siegambitionen gerecht geworden.

 Nach torlosen zwölf Finalminuten sollte das Neunmeter-Schießen über Titel und Triumph beim TyreXpert-Cup entscheiden. Zum Wankendorfer Hallenhelden avancierte Torhüter Matthias Balzer, der nicht nur die Neuner der Veilchen Agron Gashi und Franck Momo entschärfte, sondern selbst vom Punkt zum siegbringenden 4:3 verwandelte.

 Dabei hatte der SH-Ligist VfR Neumünster zuvor tief in die Trickkiste gegriffen: Nachdem die Wankendorfer Matthias Gerndt und Tom Steinmetz die ersten Neunmeter sicher eingenetzt hatten, signalisierte VfR-Keeper Emmanuel Amoako eine Schulterverletzung, ließ sich massieren und machte Platz für Ersatztorwart Marcel Johannsen, der prompt gegen Lennard Hopp parierte. Doch die Jungs vom Dorf zeigten sich von dem taktischen Schachzug nur kurz beeindruckt und schnappten sich nach Balzers finalem Neunmeter den 700-Euro-Siegerscheck.

 VfR-Trainer Thomas Möller gratulierte dem neuen Stadtmeister und verriet mit einem Augenzwinkern: „Neunmeter-Schießen ist immer ein Glücksspiel ist. Wir haben versucht, Wankendorf aus dem Rhythmus zu bringen, das hat nicht geklappt. Wichtig ist, dass sich keiner verletzt hat.“ Als Trostpflaster blieben den Veilchen 400 Euro Preisgeld und die Torjägerkrone für Beytullah Bilgen (vier Tore).

 Derweil kannte der Jubel beim neuen Champion keine Grenzen. Die Fans in der Holstenhalle huldigten lautstark „Bum Bum Balzer“. Wankendorfs Trainer Torsten Block analysierte: „Wir haben den PSV, Gadeland und den VfR geschlagen, der Sieg geht wohl in Ordnung. Es ist erstaunlich, dass wir als Dorfverein immer wieder den SH-Ligisten Paroli bieten können.“

 Für Block, der bereits seinen Abschied als Trainer zum Saisonende bekannt gegeben hatte, ändert der Holstenhallensieg die fußballerische Zukunftsplanung: „Ich habe der Mannschaft versprochen, dass ich bei einem Sieg auch in der kommenden Saison ihr Trainer bleibe – dafür haben sie sich ordentlich ins Zeug gelegt.“

 Davon konnte auch beim TuS Nortorf, der sich im kleinen Finale gegen den TSV Gadeland den dritten Platz sicherte, die Rede sein. „Ins Halbfinale einzuziehen, war für meine junge Truppe eine tolle Erfahrung“, sagte Nortorfs Trainer Fabian Doege erfreut. Der Sprung auf das Siegertreppchen wurde mit 250 Euro versüßt.

 Das Viertelfinale war hingegen Endstation der letzten verbliebenen Kreisligisten (TSV 05 Neumünster, FC Torpedo 76) und des Gastgebers PSV Neumünster, der somit das Minimalziel Halbfinale verfehlte. „Wankendorf ist und bleibt unser Angstgegner. Aber wir hätten dem Duell mit taktischer Cleverness entgehen können, das haben wir versäumt“, haderte PSV-Macher und Turnierchef Volker Bernaschek mit dem erneuten Viertelfinal-Aus nach Neunmeter-Schießen gegen den TSV Wankendorf, der letztlich die Trophäe in den Hallenhimmel reckte.

Von Jan-Philipp Wottge

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