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Kieler Segler kalt erwischt

WM vor Clearwater Kieler Segler kalt erwischt

Die Berliner 49erFX-Seglerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz haben ihren Endspurt im Kampf um die Fahrkarte nach Rio imposant eingeläutet. Mit Bronze zählen auch sie zu den Hoffnungsträgern des Audi Sailing Team Germany. Justus Schmidt und Max Boehme aus Kiel hoffen noch auf Olympia.

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Kieler Woche 2015: Olympische Klassen 49er, Justus Schmidt (re.) und Max Boehme.

Quelle: Uwe Paesler

Clearwater. Bei der Weltmeisterschaft der 49er, 49erFX und Nacra 17 vor Clearwater in Florida haben die Berlinerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz die Bronzemedaille gewonnen. Mit diesem Erfolg kamen sie auch der Olympia-Teilnahme ein großes Stück näher. Die Kieler Segler kamen in den USA dagegen nicht unter die Top Ten – auch wenn Justus Schmidt und Max Boehme gleich mit zwei Siegen in der Goldflotte auf sich aufmerksam machten.

Nachdem die Wettkämpfe mit teilweise zu starkem Wind begonnen hatten, flaute dieser zunächst ab. Nach erneut höheren Windgeschwindigkeiten am Sonnabend, verlangte der Sonntag mit drehenden und wechselnden Bedingungen den Seglern alles ab. Jurczok/Lorenz bewiesen dabei einmal mehr, dass sie vor allem dann stark segeln, wenn es wirklich zählt. Nach Platz fünf bei den Titelkämpfen in Santander 2014 und Platz 12 in Buenos Aires im vergangenen November gewannen sie nun Bronze. „Wir haben alles, was wir wollten“, jubelte Steuerfrau Victoria Jurczok bei der Siegerehrung der 49erFX. Die Seglerinnen vom Verein Seglerhaus am Wannsee fuhren zur ersten WM-Medaille in der neuen olympischen Skiff-Klasse und setzten sich im internen Kampf um den Olympia-Startplatz deutlich von den anderen Frauen-Teams ab: Sie liegen nun nach zwei von drei Qualifikations-Regatten mit 39 Punkten vor ihren Rivalinnen Tina Lutz und Susann Beucke (Prien/Hannover), die nach WM-Platz neun jetzt 19 Punkte aufweisen. Damit reicht Jurczok/Lorenz ein 15. Platz bei der Princess-Sophia-Trophy für die Olympia-Teilnahme.

Leonie Meyer und Elena Stoffers (Osnabrück/Kiel) konnten mit Platz 21 ebenso wenig punkten wie die Kieler Zwillingsschwestern Jule und Lotta Görge, die die Goldflotte verpasst hatten und am Ende den 30. Rang erreichten. Für beide Crews ist das Kapitel Olympia damit geschlossen, da im letzten in die Wertung einfließenden Wettkampf vor Mallorca maximal 25 Punkte vergeben werden. "Das WM-Ergebnis ist für uns natürlich nicht zufriedenstellend, ganz unzufrieden sind wir aber auch nicht", erklärte Elena Stoffers. "Wir haben Probleme mit der Konstanz gehabt, deswegen war es am Ende nur Platz 21." Auch dass damit der Traum von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro geplatzt ist, belastet sie und ihre Steuerfrau Leonie Meyer nicht besonders. "Wir sind ein bisschen niedergeschlagen, aber wir sind froh, dass wir eine sehr, sehr faire Qualifikation unter uns Mädels gesegelt sind", sagte Stoffers. "Leonie und ich hätten uns vor vier Jahren noch nicht einmal vorstellen können, Teil einer solchen Ausscheidung sein zu können. Wir hatten einen völlig anderen Ausbildungsstandard als die anderen und sind wesentlich weiter gekommen, als es uns wahrscheinlich viele jemals zugetraut haben."

Deutschlands 49er-Segler konnten nicht in den Kampf um WM-Medaillen eingreifen. Erik Heil und Thomas Plößel segelten auf Rang acht, die Kieler Justus Schmidt und Max Boehme wurden Gesamt-14. Das junge Team vom Kieler Yacht-Club steigerte sich im Verlauf deutlich, verbesserte vor allem die Starts von Tag zu Tag und glänzte in der Goldflotte der besten 25 Crews mit zwei Wettfahrtsiegen, in denen nicht einmal die neuseeländischen Seriensieger Peter Burling und Blair Tuke ihrem Speed folgen konnten. Über die gesamte WM-Distanz fuhren Schmidt/Boehme in einem starken Feld jedoch nicht konstant genug, um weiter nach vorn fahren zu können. „Wir sind ganz zufrieden mit dem Fortschritt, den wir gemacht haben, es wurde ja zum Ende der Woche deutlich besser“, bilanzierte Boehme die WM. „Wir haben ziemlich viele unnötige Fehler gemacht, hatten aber definitiv ein paar richtig gute Rennen.“ Die Ausscheidung der 49er, in der Heil/Plößel vier Punkte Vorsprung vor den Kielern haben, geht wie bei den 49erFX-Frauen vor Mallorca zu Ende. Schon am 26. Februar fliegen Schmidt und Boehme mit neuem Boot zum ersten Trainingsblock auf die Balearen-Insel.

Foto: Für Paul Kohlhoff und Carolina Werner lief es im Revier vor Clearwater ganz und gar nicht wie erhofft: Nach durchwachsenen Leistungen rissen sie sich bei einem Zusammenstoß den Rumpf ihres Nacra 17 auf und mussten am vorletzten Tag aufgeben.

Für Paul Kohlhoff und Carolina Werner lief es im Revier vor Clearwater ganz und gar nicht wie erhofft: Nach durchwachsenen Leistungen rissen sie sich bei einem Zusammenstoß den Rumpf ihres Nacra 17 auf und mussten am vorletzten Tag aufgeben.

Quelle: hfr

Eine große Enttäuschung musste die Kieler Katamaran-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner verkraften: In der olympischen Mixed-Klasse der Nacra17 waren die „German Wonderkids“ am vorletzten WM-Tag zur Aufgabe gezwungen, nachdem sie sich bei einer Kollision in der Vorstartphase einen Rumpf ihres Bootes aufgerissen hatten. "Das Boot ist so sehr beschädigt, dass es eine komplizierte und umfangreiche Reparatur benötigt" ,sagte Kohlhoff. Doch schon vor dem Unfall segelten die beiden Newcomer nicht so aggressiv wie gewohnt und landeten regelmäßig auf den Plätzen außerhalb der Top Ten. "Wir waren von Anfang an nicht selbstbewusst genug und zu defensiv", erklärte der Steuermann. "Die WM hätte sehr erfolgreich verlaufen können. Aber wir haben die Fehlerquellen ausgemacht, werden weiter hart arbeiten und zurückkommen", sagte er kämpferisch. Im auch für die Nacras ruppigen Revier verpassten Kohlhoff/Werner damit auch eine Vorentscheidung im Kampf um das Olympia-Ticket, ihre Flensburger Konkurrenten Jan Hauke Erichsen/Lea Spitzmann landeten am Ende auf Rang 20 und haben nun acht Punkte Rückstand auf Kohlhoff/Werner. Die Entscheidung fällt Ende April beim Sailing World Cup im französischen Hyères.

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49er-Olympia-Quali
Foto: Hängen noch leicht hinter den deutschen Konkurrenten zurück: Die Kieler Segler Justus Schmidt (li.) und Max Bohme.

Das Duell der deutschen 49er-Segelteams um die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen bleibt spannend. Nach dem zweiten Regattatag der Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca liegen die Berliner Erik Heil und Thomas Plößel auf Platz vier, ihre Kieler Rivalen Justus Schmidt und Max Boehme sind Fünfte.

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