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Kenianer und Äthiopierin gewinnen

Hamburg-Marathon Kenianer und Äthiopierin gewinnen

Trotz schlechten Wetters lassen der Kenianer Lucas Rotich und die Äthiopierin Meseret Hailu beim 30. Hamburg-Marathon ihre Herausforderer deutlich hinter sich. Die deutschen Leichtathleten punkteten nicht mit Topleistungen — und sind trotzdem zufrieden.

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Der Kenianer Lucas Rotich lief in Hamburg beim Marathon als Erster ins Ziel. Für die 30. Auflage des Lauf-Klassikers durch die Hansestadt hatten sich 25 500 Teilnehmer angemeldet, darunter 19 500 Einzelteilnehmer und 6000 Staffelläufer.

Quelle: Maja Hitij/dpa

Hamburg. Sekunden vor dem Startschuss kamen erste Regentropfen — und ein Fehlstart bei der Marathon-Elite. Als Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die letzten Sekunden bis zum Start des 30. Hamburg-Marathons einzählte, sprinteten mehrere Kenianer und Äthiopier in den ersten Reihen schon los. Angeblich hatten die Läufer den Countdown des Bürgermeisters nicht verstanden. 15 279 Marathonläufer gingen auf die Strecke, angemeldet hatten sich 19 207. Von den 1619 gemeldeten Staffeln nahmen 1533 den Wettbewerb auf.

Zurückgemeldet auf der 42,195 Kilometer-Distanz hat sich Sabrina Mockenhaupt mit einem sechsten Platz. In 2:32:41 Stunden verpasste sie zwar ihre angepeilte Wunschzeit um knapp drei Minuten, das tat ihrer Freude aber keinen Abbruch. „Ich bin richtig, richtig glücklich. Es war heute echt toll, und die Stimmung war super“, sagte die 34 Jahre alte deutsche Serienmeisterin von der LG Sieg.

In die Entscheidung um den Sieg beim 30. Jubiläum konnte „Mocki“, wie sie genannt wird, allerdings nicht eingreifen. Bei seinem zweiten Start in Hamburg kam der 25 Jahre alte Kenianer Lucas Rotich in 2:07:17 Stunden mit einer persönlichen Bestzeit durchs Ziel — mit deutlichem Vorsprung auf seine Verfolger. Bei den Frauen siegte Meseret Hailu aus Äthiopien in 2:25:41 Stunden.

Konnten die Hamburger Läufer ihren Marathon in den Jahren zuvor bei Sonnenschein und besten Wetter genießen, fröstelten sie am Sonntag bei zwölf Grad und Dauernieselregen. Sogar für die Spitzenläufer war das Hamburger Wetter eine Herausforderung: „Der Regen hat eine bessere Zeit verhindert. Aber ich bin sehr zufrieden und habe immer versucht zu pushen“, sagte Sieger Rotich.

Bei den Männern ging als deutscher Favorit der frühere 3000-Meter-Hindernisläufer Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) auf die Langstrecke. Der 30-Jährige kam nach Schwierigkeiten im letzten Drittel des Rennens als drittbester Deutscher nach 2:20:19 ins Ziel und erreichte den 26. Platz in der Gesamtwertung.

Geschlagen geben musste er sich Julian Flügel von der LG Regensburg. Mit einer Zeit von 2:14:51 war er auf Platz 16 als bester Deutscher ins Ziel gekommen. „Es war super und genau das, was ich mir vorgenommen hatte“, sagte der Hesse nach seinem insgesamt dritten Marathon.

„Ich bin meinen sportlichen Zielen hinterhergelaufen“, sagte der Kieler Uliczka. Er hatte sich eine Zeit um die vermutliche geforderte Olympia-Norm von 2:12:30 Stunden gesetzt. Nach einem „grandiosen“ Anfang seien in der zweiten Hälfte seine Beine „unfassbar schwer“ geworden, beschrieb er seinen Lauf. „Muskulär war es heute echt schwer“, pflichtete Mockenhaupt bei, die wegen einer Pipi-Pause etwas in Zeitverzug kam.

Die Streckenrekorde von Eliud Kipchoge (Kenia/ 2:05:30 Stunden) und Netsanet Abeyo (Äthiopien/2:24:12) kamen nicht in Gefahr. Ein eingeplanter Jackpot in Höhe von 20 000 Euro musste weder bei den Männern noch bei den Frauen ausgeschüttet werden. Dafür hätten die Männer unter 2:06:30 und die Frauen unter 2:24:30 Stunden bleiben müssen. Die Sieger erhielten jeweils 20 000 Euro Prämie.

Als Bierflasche oder überdimensionales Dusch-Gel verkleidet, mit Superman-Cape oder mit einem Laufdress im Lederhosen-Chic ließen sich einige Läufer feiern. 291 Mal musste die Rettung erschöpfte Marathonis von der Strecke einsammeln, für 16 endete der Lauf im Krankenhaus. Als die restliche Läufer-Riege wieder das Ziel erreicht hatte, kam schließlich die Sonne hinter den Wolken hervor.

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Foto: Für die 30. Auflage des Lauf-Klassikers durch die Hansestadt haben sich am Sonntag 25.500 Teilnehmer angemeldet.

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