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Dritte Liga – ein Fall für die DFL?

Kiel Dritte Liga – ein Fall für die DFL?

Die Elefantenrunde des schleswig-holsteinischen Fußballs mit Vertretern des Drittligisten Holstein Kiel sowie der vier Regionalliga-Klubs ETSV Weiche, VfB Lübeck, Eintracht Norderstedt und SV Eichede tagte – und gebar eine Vision.

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Sie trafen sich in Kiel mit dem SHFV-Präsidenten Hans-Ludwig Meyer (Mitte) zum schleswig-holsteinischen Fußball-Talk: (v. li.) die Trainer Karsten Neitzel (Holstein), Daniel Jurgeleit (ETSV Weiche), Jörn Großkopf (Eichede) und Rolf Landerl (VfB Lübeck).

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Dritte Liga ist eine reine Profiliga und wird irgendwann unter die Regie der Deutschen Fußball-Liga fallen“, orakelte Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), am Montag vor Medienvertretern, die der Einladung der Vereinigung schleswig-holsteinischer Sportjournalisten (VSHS) ins Kieler „Haus des Sports“ gefolgt waren.

Seit ihrer Gründung 2008 war stets der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Organisation und Vermarktung der Dritten Liga zuständig. Das sei in dem bis zum 30. Juni 2017 gültigen Grundlagenvertrag zwischen dem DFB und der DFL, die für die Erste und Zweite Bundesliga zuständig ist, vereinbart. Schon im Rahmen des kommenden DFB-Bundestages am 3./4. November in Erfurt, so Meyer weiter, könne es zu einer Modifizierung dieses Kontraktes kommen. Die Drittligisten versprächen sich von der DFL eine bessere Vrmarktung, unter anderem höhere Einnahmen durch TV-Gelder als die aktuell rund 760 000 Euro pro Saison.

"Das wird eine enge Kiste"

Rund 140 000 Euro streicht der Sieger des SHFV-Lotto-Pokals mit dem Erreichen der ersten DFB-Pokalhauptrunde als Garantiegage ein. Für Daniel Jurgeleit, Chefcoach des ETSV Weiche, eines der Ziele für das anstehende Spieljahr: „Grundsätzlich wollen wir uns Jahr für Jahr verbessern. Nach Platz drei in der Vorsaison wird die Luft nach oben immer dünner. Und wir wollen wieder das Pokal-Endspiel erreichen. Auch wenn es die Auslosung nicht gut mit uns gemeint hat.“ Am 20. August erwarten die Flensburger Holstein Kiel zum Viertelfinale auf Landesebene. Neitzel lachte und konterte, animiert vom Moderator und VSHS-Vorsitzenden Gerhard Müller, die Kampfansage: „Wir wollen natürlich auch gewinnen. Aber ich bin mir sicher, das wird eine enge Kiste.“

Auch deshalb, weil die Kooperation zwischen den beiden SH-Top-Klubs Jahr für Jahr Holstein-Talente wie jetzt Rene Guder und Finn Wirlmann in den Jurgeleit-Kader spült. Mit der Realisierung der von den Mitgliedern mehrheitlich gebilligten Fusion des ETSV und Flensburg 08 soll an der dänischen Grenze der Großangriff auf die Dritte Liga strukturell vorbereitet werden. Bis zum 1.März 2017 müsse das Projekt auch wegen der Lizenzanträge stehen. Mit Unterstützung der Stadt Flensburg und der regionalen Wirtschaft soll bis zum 1.Juli das städtische 08-Stadion zu einer dritt- oder viertligatauglichen Spielstätte ausgebaut sein. „Das ist das Ziel“, so Jurgeleit.

Jedes Spiel - ein Endspiel

Neues Stadion, Dritte Liga? Begriffe, die auch bei Hamburgs Cup-Triumphator Eintracht Norderstedt nicht auf dem Index stehen. „Die Stadt hat großes Interesse, uns zu helfen“, erklärte Eintracht-Vizepräsident Thomas Hochmuth. Im Zuge der Olympia-Bewerbung sei der Schießstand in Norderstedt als möglicher Standort einer 10000-Zuschauer-Arena in den Fokus gerückt. „Vielleicht können wir noch in diesem Jahr einen Plan in Richtung Dritte Liga vorstellen“, so Hochmuth. Das Pokal-Duell gegen den Zweitligisten Greuther Fürth (21. August/15.30 Uhr)wird indes noch im Edmund-Plambeck-Stadion angepfiffen.

Kleinere Brötchen backen derweil noch der amtierende Landespokalsieger VfB Lübeck, der in der ersten DFB-Pokalrunde den FC St. Pauli (19. August/20.45 Uhr) erwartet, und speziell Viertliga-Aufsteiger SV Eichede. „Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. Aber wir werden kein zweiter TSV Schilksee“, sagte SVE-Coach Jörn Großkopf mit Blick auf das miserable Abschneiden des Kieler Regionalligisten in der Vorsaison.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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