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Weltmeisterin mit großer Perspektive

Kiel Weltmeisterin mit großer Perspektive

Große Bühne für Frieda Hämmerling: Vor elf Tagen holte die Kieler Nachwuchsruderin von der RG Germania gemeinsam mit Partnerin Annemieke Schanze in Rio de Janeiro den U19-WM-Titel im Doppelzweier, am Dienstagnachmittag wurde sie von Bürgermeister Peter Todeskino und Sportdezernent Gerwin Stöcken auf dem Kieler Rathausbalkon empfangen.

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Empfang im Clubhaus: Frieda Hämmerling (li.) erhält von Sabine Köhler, 1. Vorsitzende der RG Germania Kiel, ein Ruder als Geschenk, um daran ihre aktuelle Goldmedaille sowie zukünftiges Edelmetall aufzuhängen. Auf dem Kieler Rathausbalkon (Foto re.) gratuliert Bürgermeister Peter Todeskino.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. Dort, wo sonst regelmäßig die Handballer des THW Kiel mit ihren Fans Erfolge feiern, wurde die außergewöhnliche Leistung der 18-Jährigen gewürdigt.

 „In meiner Amtszeit durfte ich noch keine Weltmeisterin hier begrüßen“, verriet Stöcken. Mit den Worten „Kiel kann nicht nur Hand- und Fußball, sondern ist auch großartig im Rudern“ begrüßte Todeskino die Weltmeisterin. „Ich finde es toll, wenn Sportler bereit sind, sich für ihren Sport zu quälen, ohne das große Geld zu verdienen“, lobte der Bürgermeister den großen Ehrgeiz der Ruderin, die sogleich spontan für die Kampagne „Olympia 2024 in Kiel“ eingespannt wurde. Für Hämmerling war es nicht die erste Feierstunde im Rathaus. Bereits in den vergangenen beiden Jahren war sie bei der Jugendsportler-Ehrung im Ratssaal ausgezeichnet worden.

 Begonnen hatte Hämmerlings Erfolgsstory im Jahr 2010, als die damals 13-Jährige von ihrem großen Bruder Hauke zum ersten Mal mit zum Rudern genommen wurde. „Er hat damals mit einem Lehrer von unserer Schule eine Ruder-AG gegründet“, blickt die gebürtige Quarnbekerin zurück. Zwar schied Hämmerling als B-Juniorin 2012 bei ihrer ersten DM im Hoffnungslauf aus, doch Auswahltrainer Marc Swienty erkannte ihr Talent. Nach Gesprächen mit ihrer Familie und der feststehenden finanziellen Unterstützung der Kieler Sporthilfe folgte der Umzug ins Sportinternat Ratzeburg, wo sie gemeinsam mit Partnerin Schanze zu einem echten Erfolgsduo heranreifte.

 Den ersten deutschen Meistertiteln im Jahr 2013 folgte im Vorjahr EM- und WM-Silber. Da war es fast schon logische Konsequenz, dass das Duo mit dem EM-Sieg, dem DM-Sieg und nun mit dem WM-Titel in diesem Jahr alles abräumte. „Wir waren von Anfang an vorne. Das hat uns noch mehr Selbstbewusstsein gegeben und wir konnten uns weit absetzen“, lässt Hämmerling das WM-Finale von Rio Revue passieren. Die entscheidenden Minuten verfolgten Freunde, Familie und Vereinsmitglieder via Internetradio. „Als feststand, dass Frieda Weltmeisterin ist und die Nationalhymne erklang, ging das schon arg unter die Haut“, berichtet Germania-Vorsitzende Sabine Köhler. Getreu dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“ empfing eine Kieler Delegation die Titelträgerin bei deren Ankunft am Hamburger Flughafen.

 Auch am Dienstag folgte dem Besuch im Rathaus ein Empfang im Germania-Vereinsheim unweit der Förde, wo für die frischgebackene Abiturientin, die im Herbst für ein BWL-Studium nach Hamburg zieht, alles begann. Unter den zahlreichen Gratulanten war mit Thomas Behr auch der LSV-Geschäftsführer Leistungssport, der nochmals den Bogen zu Kiels Olympia-Bewerbung spannte: „2024 wäre Frieda im besten Ruderalter.“

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