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Weltoffen und mit purer Lebensfreude

Kieler Gymnastiktreffen Weltoffen und mit purer Lebensfreude

„Gymnastik vom Feinsten. Juwelen und Diamanten im Tanz“. Treffender konnte das 58. internationale Kieler Gymnastiktreffen nicht beschrieben werden. Stv. Stadtpräsidentin Dagmar Hirdes fand die passenden Worte zur Eröffnungsveranstaltung in der prall gefüllten Helmut-Wriedt-Halle.

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Auch die Kielerinnen vom Institut für Gymnastik und Tanz strahlten Lust und Freude an der Bewegung aus.

Quelle: JKK

Kiel. Die 27 Programmpunkte boten nicht nur einen bunten Strauß aus Gymnastik und Tanz. Leise nachdenkliche Musikinterpretationen mit teils sozialkritischen Themen wurden ebenso gekonnt und nachvollziehbar dargeboten wie fetzige, mitreißende Einlagen, die das dankbare Publikum zum Mitklatschen einluden. Die 150 Teilnehmer der dreitägigen Veranstaltung brannten ein wahres Feuerwerk der Leidenschaft und Begeisterung ab.

 International und farbenfroh wurde es gleich im ersten Programmpunkt. Im grün-weißen Folklorekleid zeigten Schülerinnen des Kieler Instituts für Gymnastik und Tanz einen beschwingt fröhlichen Volkstanz aus Israel und gaben einen Fingerzeig, was die Kieler Woche und dieses Festival ausmachen: Weltoffenheit und pure Lebensfreude. Diesen Faden nahm die finnische Formation „Gymnastics Club Tapanilan Erä“ aus Helsinki auf und entführte die Kieler zu den Ureinwohnern Nordamerikas. Die 15- bis 20jährigen Mädchen verbanden in ihrem Stück „American Indians“ anspruchsvolle gymnastische Elemente mit eingängiger indianischer Stammesmusik.

 „Mir gefällt die Vielfalt dieser Veranstaltung. Alles ist irgendwie außergewöhnlich“, erklärte der Kieler Jürgen Rathje, seit 2004 Stammgast. Zu diesem Zeitpunkt war Emily Simon gerade ein Jahr alt. Die 13-jährige Gymnastin vom Kieler TB turnt erfolgreich in der Junioren-Leistungsklasse und zeigte Kostproben ihres beeindruckenden Könnens mit hohem Schwierigkeitsgrad. Den langanhaltenden Beifall nahm Emily strahlend entgegen.

 Entertainment bester Güte bot die dreiköpfige Formation „Wats on Dance“ aus Tucson/Arizona (USA). Die Absolventen der „Dance Academy of Fine Arts“ wagten mit ihrer technisch anspruchsvollen Choreographie „Borrowed Baroque“ eine Zeitreise in die Epoche des Barock. Versetzt an den Hof Ludwig des XIV wurde zu musikalischen Klängen des Mittelalters ein höfischer, gesitteter und ernster Tanz zelebriert, der aber schnell komödiantische Züge bekam. Urplötzlich nahmen moderne, urbane und jazzige Tanzsequenzen Raum. Nicht minder faszinierend Lucien Denny, Serano Pinas und Charlie Duran aus Amsterdam (Niederlande): Die drei Absolventen der „Hochschule voor de Kunsten“ wählten den Urban Contemporary als Ausdrucksform und zeigten neben akrobatischen und witzigen Elementen vor allem nachdenklich stimmende Sequenzen. Dabei bewiesen die Tänzer der Formation „Helden“ durchaus schauspielerisches Talent, die mimisch mit dem Publikum kokettierten. „Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und ist jeden Tag anders drauf. Es sind bestimmte Energien, die auf einen wirken und beeinflussen. Wir wollen Anreize zum Nachdenken senden“, sagte Serano Pinas.

 Wer diese Veranstaltung miterleben möchte, hat heute letztmals bei der Gala Gelegenheit dazu: 19.30 Uhr, Kieler Schloss (Karten an allen Vorverkaufsstellen).

 Von Michael Felke

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