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In Langers Fahrwasser an die Spitze

Kieler Windsurfer In Langers Fahrwasser an die Spitze

Schon seit längerem gilt Kiel als Surfhauptstadt der Republik, und das gibt es jetzt auch Schwarz auf Weiß: Gleich sechs Windsurfer aus der Landeshauptstadt haben es im vergangenen Jahr unter die Top Ten des Deutschen Windsurf Cups (DWC) geschafft.

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Vincent Langer (re.) und Jan-Moritz Bochnia trainieren gemeinsam vor Heidkate.

Quelle: hfr

Kiel. Im Fahrwasser von Slalom-Weltmeister Vincent Langer entwickelt sich eine neue Generation starker Surfer. „Wir haben in Kiel einfach extrem gute Bedingungen“, sagt Langer. „Der Wind ist gut, und man ist viel schneller draußen als anderswo.“ Der 29-Jährige fuhr 2015 eine Mega-Saison, holte im Juli seinen ersten Weltmeistertitel im Slalom und sicherte sich auch den Gesamtsieg des DWC, der höchsten deutschen Regattaserie. „Dass ich so erfolgreich war, liegt zu großen Teilen daran, dass ich eine sehr gute Vorbereitung hatte“, sagt Langer. Deutschlands bester Windsurfer trainiert viel, im Winter in Kapstadt und auf Teneriffa. Doch die holsteinische Ostsee bleibt sein Heimatrevier, das Areal vor Heidkate ist einer der Hotspots der deutschen Surferszene. Mehr als 20 Regattafahrer trainieren hier regelmäßig. „Man ist nie allein auf dem Wasser, nicht mal an einem Montagmorgen“, beschreibt Langer.

 Der angehende Lehrer unterhält seine Trainingsgruppe mit vielen jungen Windsurfern seit 2014. Für ihn eine Win-Win-Situation: „Ich bin nie allein, und die Jungs können sich vielleicht ein bisschen was abschauen.“ Für viele Surfer sind sowohl das Revier als auch diese Trainingsgruppe der große Vorteil des Standorts Kiel. Einige hätten in Rostock studieren wollen, sich aus genannten Gründen aber für Kiel entschieden, sagt Langer. Er sieht großes Potenzial im Kieler Nachwuchs und tut viel dafür, dass sich das auch entfalten kann. Auch wenn das für ihn ganz eigene Konsequenzen haben kann. „In zwei bis drei Jahren werden einige von den Jungs mir richtig in den Hintern treten – und das ist gut so“, sagt er. Dass es dazu überhaupt kommen kann, hat er selbst in die Wege geleitet: Statt im Februar sein Referendariat anzutreten, hängt Langer noch zwei Jahre Fernstudium im Bereich Schulmanagement dran. Die Duelle mit den jungen Wilden gehen also weiter.

Wohnen in der "Surfer-WG"

 Einer dieser Nachwuchssurfer ist Jan-Moritz Bochnia, 20 Jahre alt, gebürtig aus Greven bei Münster. Auch ihn zog das Surfen nach Kiel, seit seinem Abitur 2014 konzentriert er sich hier voll und ganz auf seinen Sport. „Es gibt kaum einen besseren Ort als Kiel“, sagt er. „Hier wachsen gute Surfer heran.“ Vincent Langer nahm Bochnia vor fünf Jahren unter seine Fittiche, hilft und unterstützt das Talent seitdem, nennt ihn seinen „Ziehsohn“. Zusammen mit dem 23-jährigen Jens Möller – Platz zehn des DWC – wohnen die beiden in Kiel in einer „Surfer-WG“, verbringen also nicht nur auf dem Wasser viel Zeit miteinander. „Das ist schon cool“, meint Bochnia. „Es gibt bei uns zu Hause wenig andere Themen als das Surfen, es geht immer darum, wohin wir als nächstes reisen, was wir im Winter machen und wie die Windvorhersage für den nächsten Tag ist.“

 Auch Fabian Mattes (29/Platz zwei), Leon Delle (24/Platz acht) und Alexander Neubert (21/Platz neun) platzierten sich 2015 unter den besten Zehn des DWC und komplettieren damit die Kieler Phalanx. Hinzu kommt auf Rang vier Nicolas Prien aus Schönberg. „Im DWC fahren viele junge, motivierte Leute. Das liegt auch daran, dass die Serie gut organisiert ist und funktioniert“, sagt Langer. Konstante Starterfelder von 30 bis 40 Surfern, dazu auch Starter aus dem europäischen Ausland, etwa Dänemark und den Niederlanden – die einzige professionelle Windsurf-Serie in Europa ist ein echter Anreiz für Deutschlands Top-Surfer. „Durch die Tour haben wir hier einen großen Vorteil, in anderen Ländern stagniert die Zahl der Surfer, bei uns steigt sie weiter“, erklärt Langer. Die nächsten Titelanwärter stehen schon in den Startlöchern. „Vielleicht kommen bald alle Top-Ten-Windsurfer aus Kiel“, sagt er.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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