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Kieler Woche: Zum 130. Geburtstag im Umbruch - 20. Hunger-Sieg

Segeln Kieler Woche: Zum 130. Geburtstag im Umbruch - 20. Hunger-Sieg

Einbruch, Umbruch und Aufbruch: 130 Jahre nach ihrer Premiere segelt die Kieler Woche auf zu neuen Ufern. Die weltgrößte Regatta-Serie startet mit gesunkenen Teilnehmerzahlen im Rücken, einem neuen Regatta-Chef für 2013 im Gepäck und vielen neuen Ideen in die Zukunft.

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Wolfgang Hunger (vorne) feiert 20. SIeg in Kiel.

Quelle: Wulf Pfeiffer/Archiv

Kiel. Für den Teilnehmerschwund - 2012 waren es bei 3500 Startern rund 1000 weniger als im vergangenen Jahr - sind vor allem die unbeständige Klassenpolitik des Weltsegler-Verbandes (ISAF), aber auch die zeitliche Nähe zu der bevorstehenden olympischen Regatta vor Weymouth in England verantwortlich.

Der nach 26 Jahren scheidende Organisationschef Jobst Richter sagte: "Die ISAF hat mehr als einmal unsere Pläne durchkreuzt." So lag der Weltcup im Olympia-Revier zwei Wochen vor der Kieler Woche mit ihrem fixierten Austragungszeitraum in der letzten Juni-Woche zu dicht an der weltgrößten Regatta in Norddeutschland. Folge: Nur wenige internationale Olympia-Starter kamen diesmal nach Kiel.

Dadurch hatten einige deutsche Starter ein leichtes Heimspiel. Lasersegler Philipp Buhl aus Sonthofen, die Olympia-Starter Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel) im 49er und Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München) in der 470er-Klasse sowie die Nachwuchs-Crew Annika Bochmann/Elisabeth Panuschka (Berlin/470er) gewannen vier der insgesamt nur sechs ausgeschriebenen Titel in olympischen Klassen.

Im nicht olympischen Programm baute Seriensieger Wolfgang Hunger seinen Fabelrekord auf 20 Gesamtsiege aus. Der neunmalige Weltmeister war im 505er zusammen mit Vorschoter Julien Kleiner eine Klasse für sich und stand schon vor der letzten Wettfahrt als Nummer 1 fest. "Früher habe ich meine Siege hier nicht gezählt, aber mit der Zeit sind sie mir doch ans Herz gewachsen", sagte der Lokalmatador aus Strande bei Kiel. Und ergänzte zufrieden: "Durch Juliens Umzug nach München sind unsere Trainingsmöglichkeiten zwar deutlich reduziert, aber es klappt zum Glück trotzdem."

Auf der Seebahn sahen die Starter in den großen Yachten meist rot. Denn auch Jochen Schümanns Profi-Crew auf der rot-weißen "All4One" war top. Sie gewann alle Wettfahrten, an denen sie teilnahm.

Drei aussterbende olympische Disziplinen - Surfen für Männer und Frauen sowie das Match Race für Frauen - konnten diesmal mangels Masse gar nicht ausgesegelt werden. "Die ISAF hat für die Olympischen Spiele 2016 40 Prozent des olympischen Programms verändert. Das bedeutet einen gewaltigen Umbruch für alle Beteiligten", stellte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner fest.

Dennoch bleibt die Kieler Woche, die 2012 vorerst zum letzten Mal Gastgeberin eines Weltcup-Finales war, die weltgrößte Regatta-Serie. 2013 Jahr wird sie Teil einer neu gegründeten Europa-Serie sein. Schon in diesem Jahr hatten die Veranstalter blitzschnell auf die erst im Mai für 2016 neu eingeführten Olympia-Disziplinen reagiert und das Kiten als Demonstrations-Sport aufgenommen. "Die Kieler Woche ist die innovativste Regatta der Welt", betonte Richter.

Die Kieler Woche 2013 findet vom 22. bis zum 30. Juni statt. Neuer Organisationsleiter ist dann der olympisch erfahrene Mönkeberger Unternehmensberater Peter Ramcke. Sein Ziel: "Ich möchte mit unserem Team von rund 350 größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern die weltweite Vorrangstellung der Kieler Woche weiter ausbauen."

dpa

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