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Kleiner Ausrutscher gegen Dänemark

Deutschland beim Vier-Nationen-Turnier Kleiner Ausrutscher gegen Dänemark

Beim Vier-Nationen-Turnier „EuroTournoi“ probt die deutsche Handball-Nationalmannschaft zwei Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro den Ernstfall. Es regnet irgendwie rein bei den Deutschen, die gegen Dänemark mit 19:25 (8:12) ausrutschen.

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Deutschland gegen Dänemark, das heißt auch Zebras gegen Zebras: Der Kieler Christian Dissinger (hinten) steigt vor René Toft Hansen (re.) und dem PSG-Weltstar Mikkel Hansen (li.) hoch, Patrick Wiencek versucht, seinem Teamkameraden Platz zu verschaffen.

Quelle: Marco Wolf

Straßburg. Ein Gewitter tobt über Straßburg. In der Arena „Rhenus Sport“ im Schatten des Europaparlaments herrscht tropisches Klima. Es regnet rein, die „Wischer-Girls“ sind im Dauereinsatz.

 Sind das die Sieben (oder Acht), denen Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Zuckerhut das Vertrauen schenken wird? Das Spiel des Europameisters leidet zunächst unter dem Fäth-Faktor. Steffen Fäth, Regisseur und Berliner Neu-Fuchs, laboriert an einem Mittelhandbruch, und weder sein künftiger Kollege Paul Drux noch der sonst so coole Stratege Martin Strobel können ihn an diesem Tag gegen eine offensive dänische Deckung ersetzen. Apropos dänische Deckung: Hier beginnt der Kieler THW-Kapitän René Toft Hansen im Innenblock neben (und hinter) seinem Bruder Henrik. Was für ein wunderbares Bild: das Chef-Zebra erfüllt sich – eingepackt in lange Kompressionshosen und dicke Bandagen – den olympischen Bruder-Traum.

 In Straßburg leben die Dänen besonders jedoch auch vom Kieler Keeper Niklas Landin im Tor, der die deutschen Angreifer – neben ihrer eigenen fehlenden Präzision – der Resignation Stück für Stück näher bringt. Zu wenig Effektivität, zu wenig Tore – da reiht sich auch Christian Dissinger trotz kraftraubender Bemühungen ein. Landin, der gegnerische Block, das eigene Unvermögen: Zuerst ziehen die Dänen vor der Pause auf 8:3 (20.), später in Halbzeit zwei auf 20:14 (46.) davon, obwohl Andreas Wolff (11 Paraden) ein gutes Spiel zwischen den Pfosten macht.

 Der Bundestrainer nutzt die Partie wie zuvor angekündigt auch für taktische Innovationen, experimentiert mit der neuen Regel für den siebten Feldspieler. Das kann zum Bumerang werden wie beim Gegenstoß von Casper Mortensen zum 11:7 aufs verwaiste Tor (26.). Aber: lieber jetzt als in Rio; die Partie vor 4000 Zuschauern in Straßburg ist schließlich nur der geprobte Ernstfall, bei dem auch der deutsche Deckungsverbund mit Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Finn Lemke in verschiedenen Kombinationen Licht und Schatten zeigt.

 Nach lediglich fünf Tagen intensiven gemeinsamen Trainings in Stuttgart ist den deutschen Spielern insgesamt der Mangel an Frische und Spritzigkeit anzumerken. Ein Übriges tut die Hitze: Beim Torwurf rutscht ihnen der schweißnasse Ball einige Male aus der Hand.

 Nach dem empfindlichen Warnschuss sagt Dissinger selbstkritisch: „Die Bedingungen mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit in der Halle waren katastrophal, aber man muss auch sagen, dass wir nicht gut gespielt haben. Wir haben zu viele Bälle verworfen, zu viele Fehler gemacht – und trotzdem würde ich das Spiel nicht überbewerten.“ Auch Sigurdsson und sein Torwart Andreas Wolff finden deutliche Worte: „Die Wurfquote war unterirdisch, Dänemark war in allen Bereichen stärker“, so der Isländer. Wolff bringt die gezeigte Leistung auf seine Weise auf den Punkt: „Bad Boys? Der Name gewinnt keine Spiele. Wenn wir denken, Olympia würde ein Selbstläufer werden, fliegen wir in Rio ganz schön auf die Fresse.“

 Im „kleinen Finale“ trifft Deutschland nun am Sonntag (15.30 Uhr) auf Afrika-Champion Ägypten. Frankreich, das die Ägypter am Freitag mit 30:26 (15:15) in die Knie zwang, spielt im Endspiel (18 Uhr) um den Turniersieg.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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