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Basis kritisiert SHFV scharf

Krise im Fußballverband Basis kritisiert SHFV scharf

Das Finanzdesaster beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband bringt die Akteure an der Basis des Breitensports gegen die Führung auf. Vertreter des Amateurfußballs und der Nachwuchsstützpunkte reagieren empört auf Einsparpläne des Verbandes, die vor allem die Vereine und die Talentförderung treffen.

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Andrew Pfennig, DFB-Stützpunkttrainer Neumünster: „Mein Eindruck ist, dass man beim SHFV in einer Parallelgesellschaft lebt.“

Quelle: Jörg Lühn

Kiel. „Die finanzielle Schieflage wäre sicher früher aufgefallen, wenn unabhängige Gremien die Finanzen geprüft hätten“, meint Andrew Pfennig. Der Stützpunkttrainer des DFB in Neumünster, der als Spieler einst bei Holstein Kiel und dem FC St.Pauli aktiv war, sagt: „Mein Eindruck ist, dass man beim SHFV in einer Parallelgesellschaft lebt.“

 Dirk Asmussen, Trainer des SH-Ligisten TSV Kropp, spricht von einem Skandal. „Mir ist es ein Rätsel, wie so viel Geld so versickern kann“, sagt er. „Ein Grund für die Schieflage dürfte sicher auch die in den letzten Jahren inflationäre Anstellung fester Mitarbeiter sein.“

 „Ich frage mich nur, wer beim SHFV die Kasse geprüft hat“, sagt Thomas Wohlert, Vorsitzender des Osterbyer SV. „Enttäuschend ist für mich auch die Unehrlichkeit der Verbandsfunktionäre.“

 Andreas Kolland, Stützpunkttrainer in Bad Segeberg, fordert: „Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was berichtet wird, müssen personelle Konsequenzen folgen.“

Sparmaßnahmen und Gebührenerhöhungen

 Der aktuelle Haushalt des Landesverbandes weist wie berichtet ein Defizit von mindestens 250.000 Euro auf. Zudem soll ein Mitarbeiter im Finanzressort des Verbandes zwischen 2011 und 2013 unbemerkt insgesamt 300000 Euro unterschlagen haben. Auf einer Beiratssitzung am Sonnabend in Malente will SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer den Vorsitzenden der 13 Kreisverbände die Lage erläutern, Sparmaßnahmen und Gebührenerhöhungen vorschlagen.

 „Ich erwarte ehrliche Antworten“, sagt der Vorsitzende des Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde, Robert Lohmann. Manfred Medler, Vorsitzender des Eckernförder SV, kündigt an: „Die Vereine werden sich mit Händen und Füßen gegen eine Erhöhung jeglicher Gebühren wehren.“ Jens Fischer, Abteilungsleiter Fußball im SV Henstedt-Ulzburg, pflichtet bei: „Es ist inakzeptabel, dass die Vereine für die Misswirtschaft anderer geradestehen sollen.“

 Verbandspräsident Meyer weist neue Vorwürfe zurück, wonach die drei Geschäftsführer des Verbands und er selbst sich noch im vergangenen Herbst neue BMW-Dienstwagen genehmigt hätten. „Wir haben Pool-Fahrzeuge, die nicht Personen zugeordnet sind“, sagt er. „Damit sparen wir dem Verband Geld.“ Informationen unserer Zeitung, wonach die drei Geschäftsführer noch Ende 2015 Jahresbonuszahlungen erhalten haben, wollte Meyer mit Hinweis auf Datenschutz nicht bestätigen.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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Fußballverband Schleswig-Holstein
Foto: Er steht zurzeit nicht auf der Sonnenseite des Funktionärslebens: Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes.

Immer größer werden die Fragezeichen rund um das mit 250 000 Euro bezifferte Loch im Drei-Millionen-Euro-Haushalt des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV). Jetzt wurde eine weitere Finanz-Baustelle öffentlich. Die Staatsanwaltschaft Kiel soll bereits Strafanzeige gestellt haben.

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