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DHB-Auswahl gewinnt 33:26 gegen Dänmark

Länderspiel in Köln DHB-Auswahl gewinnt 33:26 gegen Dänmark

Prestigeerfolg für den Europameister: Die deutschen Handballer haben Dänemark in Köln überraschend deutlich mit 33:26 (17:15) bezwungen und sich in der langen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio in starker Form präsentiert.

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Dänemarks Klaus Thomsen (r) foult Deutschlands Evgeni Pevnov.

Quelle: Marius Becker/dpa

Köln. Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war Kapitän Uwe Gensheimer mit acht Toren. Der Kieler Linksaußen Rune Dahmke kam ab der 40. Minute zum Einsatz und erzielte einen sehenswerten Tempogegenstoß-Treffer. Zebra-Keeper Niklas Landin stand indes bei der dänischen Auswahl zwischen den Pfosten. Ihm gelangen in der ersten Halbzeit lediglich sechs Paraden.

Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist bereits am Sonntag (15.30 Uhr/ZDF) in Gummersbach gegen Österreich erneut gefordert, während Dänemark nach der verlorenen EM-Revanche gegen die DHB-Auswahl in der kommenden Woche in der Olympia-Qualifikation um das Ticket für Rio (5. bis 21. August) kämpft. „Wir haben sehr gut gespielt. Die Abwehr hat gut gestanden, die Torhüter ebenfalls, und nach vorne haben wir ansehnlich gespielt. Das war stark“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach der Partie, in der sich seine Mannschaft mit einigen starken EM-Rückkehrern wie Martin Strobel, Hendrik Pekeler, Jannik Kohlbacher oder Steffen Fäth im Vergleich zur 24:26-Niederlage gegen Katar vor drei Wochen spielerisch stark verbessert präsentierte. 

Kapitän Uwe Gensheimer – achtmal erfolgreich und sicherer Siebenmeter-Schütze – war insbesondere mit der Einstellung des Teams zufrieden. „Wir haben über 60 Minuten mit hoher Intensität gespielt. Wir wollen mit der gleichen Intensität auch das Spiel gegen Österreich angehen. Dann haben wir gute Chancen, ebenfalls erfolgreich zu sein.“ Nach einem 4:7-Rückstand (10.) festigten sich die deutschen „Bad Boys“ in der Deckung. Vor 13122 Zuschauern – rund 1600 Fans hatten ihre Tickets nach der peinlichen Posse um die Hallen-Doppelbelegung zurückgegeben – waren es im Anschluss besonders Regisseur Steffen Fäth und Shooter Julius Kühn sowie der starke Löwen-Kreisläufer Hendrik Pekeler, die für eine 10:8-Führung sorgten (16.). 

Am Ende der anstrengenden Kölner Lehrgangs-Woche nutzte der Bundestrainer die Partie auch zum Wechseln. Nikolai Link von Zweitliga-Spitzenreiter HC Erlangen feierte sein Debüt im Nationaltrikot. Silvio Heinevetter löste den künftigen Kieler Andreas Wolff im Tor ab. Der Berliner zeigte einige starke Paraden, das deutsche Angriffsspiel blieb zudem weiterhin variantenreich. Gensheimer drehte nun richtig auf, Pekeler sorgte zudem für die erste Vier-Tore-Führung (21:17/36.), ehe Rune Dahmke ins Spiel kam. 

Die Gäste gaben sich aber nicht geschlagen und verkürzten auf 23:25 (46.), ließen es ohne die Pariser Stars Mikkel Hansen und Henrik Møllgaard aber an Klasse vermissen. Abgeklärt und nervenstark ließen sich die deutschen Handballer den Sieg aber nicht mehr nehmen und spielten sich in der Schlussphase sogar in einen Rausch, in dem der ebenso stille wie abgebrühte Martin Strobel das Zeper schwang und mit genialen Anspielen an den Kreis Sonderapplaus einheimste. „Wir haben heute alle gezeigt, dass wir das Recht haben, hier zu sein“, resümierte Rune Dahmke, der in Gedanken auch bei seinem verletzten Teamkollegen Christian Dissinger war: „Das hat er nicht verdient. Ich hoffe, dass er jetzt schnell zurückkommt.“ 

Gegen den WM-13. Österreich erwartet DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Sonntag einen weiteren Erfolg. „Wir sind auf jeder Position besser besetzt. Da kann es nur um Leidenschaft und Einstellung gehen. Wenn diese Dinge bei beiden Mannschaften gleich sind, werden wir gewinnen“, sagte Hanning, der die Verantwortlichen in Köln aufgrund der Doppelbelegung der Arena heftig kritisiert hatte. Das Spiel gegen die Dänen musste daher von Freitagabend auf Sonnabend verlegt werden.

Statistik

Deutschland: Andreas Wolff (HSG Wetzlar; 1.-30. Minute/6 Paraden), Silvio Heinevetter (Füchse Berlin; ab 31./7) – Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 8/4, Finn Lemke (SC Magdeburg), Tobias Reichmann (KS Kielce) 1, Fabian Wiede (Füchse Berlin), Hendrik Pekeler (RN Löwen) 3, Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Steffen Fäth (HSG Wetzlar) 5, Patrick Groetzki (RN Löwen) 3, Michael Müller (MT Melsungen) 3, Rune Dahmke (THW Kiel) 1, Julius Kühn (VfL Gummersbach) 6, Simon Ernst (VfL Gummersbach) 1, Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar) 2, Nikolai Link (HC Erlangen), Paul Drux (Füchse Berlin).

Dänemark: Landin (1.-30. Minute/6 Paraden), Green (ab 31./7) – Christiansen 1, Mensah Larsen 4, Mortensen 2, Eggert 5/4, Thomsen, Lauge 6, Jensen, Nøddesbo 1, Svan 4, Lindberg 1, Sarup, H. Toft Hansen 2, Bagersted, Damgaard.

Schiedsrichter: Sok/Lah (Slowenien) – Strafminuten: GER 4 (Kohlbacher, Kühn), DK 10 (Thomsen, 2x Bagersted, Mensah Larsen, Jensen) – Siebenmeter: GER 4/4, DK 4/4 – Spielfilm: 1:0, 1:3 (4.), 4:4, 4:7 (10.), 8:7 (14.), 11:9, 13:11, 14:13 (25.), 16:14, 17:15 – 19:17, 22:19 (39.), 24:21, 25:23 (46.), 31:24 (54.), 33:26 – Zuschauer: 13122 in der Kölner Lanxess Arena.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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