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Mit 61 auf dem Treppchen

Quadrathlon-WM Mit 61 auf dem Treppchen

Als die Preetzerin Antje Möller am vergangenen Sonnabend bei der Quadrathlon-WM in Polen an den Start ging, war ihr eine Medaille mangels Konkurrenz in der Klasse schon sicher. Am Ende gewann sie sogar die Bronzemedaille im Gesamtklassement.

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Antje Möller, Quadrathlon Bronzemedaillengewinnerin bei der WM, mit Rad und Kanu im polnischen Wolszlyn.

Quelle: hfr

Wolszlyn/Preetz. „Ich hatte in der Altersklasse 60 nur eine Konkurrentin aus England, auf die ich achten musste“, schmunzelt die 61-Jährige.

Die nahezu unbekannte Sportart Quadrathlon ist eine Erweiterung des Triathlons. Neben Schwimmen, Radfahren und Laufen müssen die Athleten zusätzlich eine Strecke mit dem Kanu absolvieren. Antje Möller, ursprünglich aus dem Kanusport kommend, wechselte vor etwa fünf Jahren zum Quadrathlon. „Dadurch, dass ich Kanutin bin, habe ich viel Kraft in den Armen, das hilft beim Schwimmen“, verrät die durchtrainierte Dame vom Preetzer TSV. Außerdem müsse man in jedem Sport eine gewisse Grundausdauer haben, deswegen sei das Laufen auch kein Problem. Und mittlerweile fährt sie mt ihrem Sohn Dennis zudem intensiv Rad.

Bei idealem Wetter, angenehmen Wassertemperaturen und guten Straßenbedingungen ging die Preetzerin in Polen ins Wasser – auf die 1500 Meter im 23,5 Grad warmen Nass. Aufgrund der Regelauslegung durften die Athleten bei dieser Temperatur keine Neoprenanzüge mehr tragen. Denn: der Wärmeanzug ist bei diesen Werten nicht mehr notwendig und gibt nur Auftrieb, der den Neopren-Trägern Vorteile verschaffen würde. Nach einer halben Stunde wechselte Antje Möller auf die 40 km lange Fahrradstrecke, für die fast exakt eine Stunde und 20 Minuten benötigte. In ihrer Paradisziplin mit dem Kanu fuhr sie die acht Kilometer in 48 Minuten, womit sie als Vierte auf die abschließende Laufrunde ging.

„Das Schwimmen und Radfahren lief super, Kanu hervorragend, aber das Laufen fiel mir sehr, sehr schwer, die Beine wollten nicht mehr“, berichtet die Preetzerin. Trotz ihrer Müdigkeit überraschte sie vor allem ihre polnische Konkurrentin Liliana Szurlej. Die 16-Jährige dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als die 45 Jahre ältere Schleswig-Holsteinerin auf der Zehn-Kilometer-Distanz an ihr vorbeizog, so dass ihr nur Rang vier blieb. „Auf der Strecke hat man keinen Überblick, auf welchem Platz man gerade liegt. Umso schöner war es, dass ich im Ziel erfuhr, dass ich nicht nur meine Altersklasse gewonnen habe, sondern auch insgesamt Dritte geworden bin“, strahlte Antje Möller, die zudem, auch für sie überraschend, in allen vier Disziplinen ihre persönliche Bestzeit verbessert hatte. Geschlagen geben musste sie sich lediglich Lisa Hirschfelder (Heidelberg) und der Potsdamerin Gabriele Immendorf – der deutsche Dreifachsieg war perfekt. „Das war toll! Das werde ich wohl leider nicht noch einmal erleben“, sagte Möller im Hinblick auf ihr Alter.

Ihr Sohn Dennis führte das Feld nach dem Schwimmen an, wechselte an der Promenade des Woszlyner See aufs Rad und stieg sogar als erster Athlet ins Kanu. Nach weiteren zehn Kilometern und 50 Minuten passierte der 34-Jährige als Dritter den Zielstrich. Doch zu früh gefreut: Nach der Analyse der Radzeit bemerkten die Verantwortlichen, dass der Preetzer die Zeitnahme am Wendepunkt verpasst hatte. „Ich komme wieder“, kündigte der enttäuschte Dennis Möller nach seiner Disqualifikation an, „das kann man ja nicht so stehen lassen“.

Von Maike Seifert

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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