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Das Ziel: 70 Prozent plus

Olympia-Bürgerentscheid Das Ziel: 70 Prozent plus

Die Olympia-Befürworter drücken aufs Tempo und läuten die heiße Phase ein. Den nächsten „Meilenstein“ vor Augen, die Bürgerentscheide in Hamburg und Kiel am 29. November, warben sie am Montag auf dem neu gegründeten „Forum Olympia“ beim Landessportverband in Kiel eindringlich für eine Zustimmung jenseits der 70 Prozent plus.

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Die Landeshauptstadt nimmt Kurs auf Olympia: Schon die Kieler Woche stand im Zeichen der olympischen Ringe. Justus Schmidt und Max Boehme segelten in der olympischen 49er-Klasse.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. In Hamburg präsentierten die Gesellschafter der neuen Olympia-Bewerbungsgesellschaft zeitgleich ihren Masterplan.

Gleich, wer im Haus des Sports eine Stellungnahme abgab, zeigte sich Feuer und Flamme dafür, nach 1972 endlich wieder die Olympischen Spiele nach Deutschland zu holen. Hans-Jakob Tiessen (Präsident des Landesportverbandes Schleswig-Holstein), Staatssekretär Ralph Müller-Beck, sein Hamburger Kollege, Staatsrat Christoph Holstein, und Bürgermeister Peter Todeskino betonten nicht nur die Schubkraft für den gesamten Norden in allen wichtigen Bereichen, sie bekannten sich auch zu dem Konzept kompakter, nachhaltiger und kostengünstiger Spiele 2024.

 Weg von der Gigantomanie früherer Olympia-Spektakel, die den Austragungsorten riesige Schuldenberge und kaum genutzte, teure Riesen-Bauwerke hinterließen, hieß einmütig die Losung. Tiessen verwies ebenso wie Holstein und Müller-Beck auf die Reformpläne des Internationalen Olympischen Komitees. Hamburg, ist Tiessen überzeugt, könnte mit Kiel an seiner Seite zum Vorreiter für das neue Olympia werden: Gerade in der heutigen Zeit der Krisen und Kriege biete die olympische Idee „die einzigartige Möglichkeit, für Frieden, Völkerverständigung und Integration zu werben.“ Müller-Beck ergänzte: „Lassen Sie uns die Welt nach Norddeutschland einladen, im Bewusstsein, dass wir für die Neuwertigkeit der Spiele stehen.“

 Wie sehr allein Kiels Kandidatur schon jetzt als Art Katalysator in punkto Marketing wirkt, glaubt Todeskino an der Rekordzahl von 3,8 Millionen Besuchern während der jüngsten Kieler Woche festmachen zu können. Eine neue, moderne Mitte in Schilksee mit Treppenanlage, Boulevard und Tribünen auf der Mole, ein Olympisches Dorf, das später zusätzliche neue Wohnungen bieten soll – die „Karte Olympia spielen zu können“, sei unglaublich wichtig für die gesamte Stadtentwicklung.

 Von den etwa 100 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Sport und Verbänden gab es immer wieder spontanen Beifall, auch, als die Bedeutung der Paralympics hervorgehoben wurde. Man wolle, versprachen Holstein wie Tiessen, die Kritiker ernst nehmen, ihre Bedenken aufgreifen und rechtzeitig vor der Abstimmung Transparenz vor allem bezüglich der Kosten liefern. „Das Referendum ist nirgendwo ein Selbstgänger“, warnte der Präsident des Sportverbandes, dem 2700 Vereine angehören. Aber der Optimismus ist groß, wie auch die Beiträge aus dem Publikum zeigten. Frank Hornschu, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes in der Kiel Region, der die Paralympics und die Olympischen Spiele im Norden für eine phantastische Idee hält, mahnte jedoch: „Es ist wichtig, dass Olympia alle zu Gewinnern macht und nicht nur wenige.“

 In Hamburg nahm Oberbürgermeister Ulf Kämpfer neben Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes an der Sitzung der Bewerbungsgesellschaft teil. „Toll, dass es nun so richtig losgeht“, sagte er und bekräftigte, gemeinsam alles zu tun, um eine erstklassige deutsche Bewerbung vorzulegen.“

 Bei der Sitzung wurde bekannt, dass Hamburg als einziger der Vertragspartner weiteres Geld für das Bewerbungsbudget von rund 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen muss, sollten die erhofften 25 Millionen Euro aus der deutschen Wirtschaft nicht zusammenkommen. Die Hauptlast tragen Bund und Olympischer Sportbund, Kiel und Schleswig-Holstein sind mit je zwei Prozent beteiligt. Neben Hamburg haben Boston, Paris, Budapest und Rom ihre Kandidatur angemeldet. 2017 fällt die endgültige Entscheidung über das Austragungsland.

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Kommentar

Wer den Auftakt des Olympia-Forums in Kiel verfolgte, gewann schnell den Eindruck, dass in Kiel die Olympia-Mehrheit bereits sicher steht. Optimismus und sogar ein bisschen Stolz auf die eigene Stadt machen sich breit. Kiel will und kann Olympia, wie gerade mal wieder die jüngste Kieler Woche bewies.

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