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Testspiele zeichnen Umrisse des Handballerkaders ab

Olympische Spiele Testspiele zeichnen Umrisse des Handballerkaders ab

Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson muss aus vielen Spielern seine Mannschaft für die Olympischen Spiele benennen. Reden möchte er derzeit noch nicht darüber. Nach vier Länderspielen als Europameister zeichnen sich aber grobe Umrisse ab.

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Dagur Sigurdsson will noch nicht über den Olympia-Kader sprechen

Quelle: Sascha Klahn

Gummersbach/Kiel. Kommt die Sprache auf die Olympischen Spiele, wird Dagur Sigurdsson noch ein bisschen wortkarger als sonst. Den Handball-Bundestrainer nervt es spürbar, über den möglichen Kader zu sprechen. „Ich möchte das nicht als Casting-Spiele sehen“, stellte der Isländer am Sonntagabend in Gummersbach nach dem 26:20 (13:7) des Europameisters gegen Österreich in Bezug auf die Bedeutung der Länderspiele für die Nominierung noch einmal klar. Die Bewerbung für einen Platz im Olympia-Aufgebot läuft noch bis Anfang Juni in den Bundesliga-, Pokal- sowie Europacup- und Champions-League-Spielen.

Gut 120 Tage vor Beginn des Turniers in Rio de Janeiro ist der Kampf um die beste Ausgangsposition für die wenigen Plätze schon in vollem Gange. 14 Aktive dürfen mit nach Rio, ein Spieler darf als Standby-Akteur für einen notwendigen Wechsel außerhalb des Teams parat stehen. Bei der bisher letzten Olympia-Teilnahme 2008 in Peking verletzte sich der Hamburger Pascal Hens, für den dann Hotel-Schläfer Sven-Sören Christophersen nachrückte.

Geht man nach dem Nationalteam-Kader auf der Internetseite des Deutschen Handballbundes (DHB), hat Sigurdsson die Qual der Wahl aus einem Kreis von 35 Mann. „Das wird sehr schwer, weil wir sehr viele gute Spieler haben, die ich nicht alle mitnehmen kann“, sagte er.

Seit dem Gewinn des EM-Titels haben die Handballer vier Testspiele bestritten und dabei drei Erfolge gefeiert. Im März gab es zunächst einen 32:17-Kantersieg gegen Katar, gefolgt von einem heilsamen 24:26 gegen den WM-Zweiten und Asienmeister. Am Samstag wurde der WM-Fünfte Dänemark 33:26 unerwartet klar bezwungen, einen Tag später dann der Sieg gegen Österreich. Sigurdsson setzte insgesamt 19 Spieler ein.

Auch wenn der Bundestrainer über das mögliche Olympia-Team nicht reden will, kristallisiert sich ein Kader heraus.

TOR: Hier hat Sigurdsson ein echtes Problem. Die Europameister Andreas Wolff und Carsten Lichtlein haben in dem wiedererstarkten Silvio Heinevetter einen Herausforderer, der das Feld nicht kampflos räumt. Maximal zwei Torhüter fahren nach Rio. Noch haben Wolff und Lichtlein Vorteile.

RÜCKRAUM: Steffen Fäth (Mitte/links), Julius Kühn (links), Fabian Wiede (rechts) und — wegen seiner Abwehr-Qualitäten — Finn Lemke (Links) dürften gesetzt sein. Wenn sie rechtzeitig in Form kommen, sind die derzeit verletzten Steffen Weinhold und Kai Häfner (beide rechts) ebenfalls erste Wahl. Paul Drux (links) hat noch Fitnessdefizite. Zwischen Niclas Pieczkowski (Mitte/links) und Martin Strobel (Mitte) entscheidet sich der zweite Spielmacher neben Fäth.

KREIS: Hier herrscht großes Gedränge. Hendrik Pekeler hat die besten Karten, weil er am variabelsten in Angriff und Abwehr ist. Jannick Kohlbacher hat sich verstärkt in den Fokus gespielt. Werden Patrick Wiencek und Erik Schmidt nicht rechtzeitig fit, steigen die Chancen von Evgeni Pevnov.

AUSSEN: Sollte der Bundestrainer beide Außenpositionen doppelt besetzen, dürften Uwe Gensheimer/Rune Dahmke (links) und Patrick Groetzki/Tobias Reichmann (rechts) das Quartett sein.

VERLIERER: Pechvogel Christian Dissinger droht ohne Einsatz in den letzten Spielen das Olympia-Aus. Der Rückraumspieler muss nach einer Knieoperation wegen Meniskuseinrisses mehrere Monate in die Reha.

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