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Qualität setzt sich bei YES durch

Segeln Qualität setzt sich bei YES durch

Favoritensiege bei der YES-Regatta vor Schilksee: In der meist flauen Brise setzten sich bei der Nachwuchs-Regatta an Pfingsten die erfahrenen Athleten durch, allen voran Olympia-Hoffnung Philipp Buhl (Kiel), der alle Wettfahrten im Laser Standard gewann.

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 Young Europeans Sailing 2015, Regatten in Schilksee: hier Philipp Buhl (Laser Standard)

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Heimvorteile waren auf der Kieler Außenförde mit einer schwer zu lesenden, kurzen Welle und drehenden Winden indes schwer zu kreieren. Doch trotz der schwierigen Bedingungen gelang es Mandus Freese, dem neuen Obersten Wettfahrtleiter, ein Programm mit mindestens sieben Wettfahrten für jede der zehn Klassen über die Bahn zu bringen.

Mit viel Sonne und leichten Winden starteten die Flotten mit insgesamt 550 Seglern am Sonnabend in das Geschehen – ausgestattet mit einer großen Portion Ehrgeiz, wie es sich am Abend an den zahlreichen Frühstart-Disqualifikationen auf den Ergebnislisten ablesen ließ. Dafür durfte sich die Seglergemeinde am Sonntag lange entspannen. Thermik und Gradientwind agierten gegeneinander. Die Folge war kein segelbarer Wind, bis sich die Wolken am Nachmittag verzogen hatten. In einer späten Thermikbrise schickte Freese die Segler noch auf das Wasser, schaffte sogar in allen Klassen noch zwei bis drei Wettfahrten, bevor einige Klassen per Motorbootschlepp rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung in den Hafen gebracht wurden. Damit war ein kompaktes YES-Programm gesichert, das am trüben Pfingstmontag noch abgerundet wurde.

Für Laser-Ass Philipp Buhl war das Pfingstgeschehen willkommene Gelegenheit, um unter Wettkampfbedingungen auf seinem Heimatrevier zu trainieren. „Zwischen den Blöcken mit internationalen Regatten und Trainingsmaßnahmen habe ich diese Zeit gut gebraucht, um mal wieder etwas runter zu kommen. Der schwache Wind war gut für mich, denn damit war es enger an der Spitze.“ Die Konkurrenz konnte mit der Geschwindigkeit von Buhl, der sein Boot stets optimal auf Wind und Welle einstellte, immer nur kurz nach dem Start mithalten. Am Ende aller Wettfahrten kreuzte der WM-Dritte von 2013 als Erster im Ziel.

Die Kieler Woche des Nachwuchses begann am Sonnabend mit zwei Beaufort Windstärke zurückhaltend, dennoch konnten auf den fünf Bahnen insgesamt 43 Wettfahrten gesegelt werden. Rund 600 Jugendliche aus sechs Nationen wetteifern noch bis Pfingstmontag um die zehn Titel bei den Young Europeans Sailing (YES) vor Kiel-Schilksee.

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Ähnlich starke Serie legten im 505er Meike Schomäker/Holger Jess (Kiel) sowie im Piraten Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel/Hannover) hin. Einem jeweils zweiten Platz zum Auftakt ließen sie Tagessiege in Serie bis zum YES-Gesamtsieg folgen. Trotz der Überlegenheit in den Resultaten spürte Pirat Bredt, der mit seiner Steuerfrau gerade Vierter bei der EM geworden ist, die Konkurrenz im Nacken: „Das Kieler Geläuf ist eben kein einfaches.“ Da seine Klasse zur Kieler Woche nicht vertreten ist, wird der Hannoveraner Allrounder im Juni im 2.4mR und im Folkeboot am Start sein. Derlei Probleme haben Schomäker/Jess nicht. Ihre Klasse ist fester Kieler-Woche-Bestandteil und für das Topevent haben die Ex-Europameister schon mal ein deutliches Signal gesetzt. „Bei diesen Bedingungen sind sie einfach unglaublich schnell. Wir waren noch etwas eingerostet, saßen seit zwei Monaten nicht mehr im Boot“, sagte Ex-Weltmeister Jan Saugmann (Dänemark), der sich schließlich mit Rang vier begnügen musste.

Hochklassig besetzt war auch die Europe-Klasse, die vor Kiel ihre deutschen WM-Teilnehmer ermittelte. Aufgrund der leichten Winde konnten dabei auch die Frauen gegen die starken Männer gut mitmischen. Am Ende lag Fabian Kirchhoff (Dümmer) vor Sverre Reinke (Bremen) sowie der Ex-Kielerin Janika Puls (Wolfsburg) und Marisa Roch (Kiel) an der Spitze. Das Quartett wird nun die Spitze der deutschen Flotte bei der WM in Norwegen bilden.

Gar um einen deutschen Titel ging es bei den olympischen 470ern. In der Junioren-Altersklasse (bis 21 Jahre) dürfen sich nun Simon Diesch/Patrick Aggeler vom Bodensee nationale Meister nennen.

Eidgenössische Präzisionsarbeit wurde bei den 420ern demonstriert. In Abwesenheit der deutschen Elite, die in Ribnitz ihre deutsche Meisterschaft aussegelte, gab es ein Schweizer Trio an der Spitze – mit Maxime Bachelin/Philippe Pittet auf Platz eins.

Dagegen konnten die heimischen 29er die internationale Konkurrenz auf Distanz halten. Gwendal Lamay/Luke Willim (Kieler YC), die erst im vergangenen Jahr zusammen gefunden haben, fuhr beständig in den Top-Drei und verwies die Niederländer Cas van Dongen/Robin Becker auf Platz zwei.

Im Laser-Nachwuchs hinterließ aus Kieler Sicht Laura Schewe den stärksten Eindruck. Sie segelte sich im olympischen Radial beim Sieg von Annika Matthiesen (Duisburg) als Dritte in die nationale Spitze. Während bei den Radial-Männern eine Kieler Topplatzierung ausblieb, schafften im 4.7 gleich drei KYC-Sportler den Sprung in die Top-Ten, mit Moritz Peitzner auf Rang fünf als Bestem.

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Ein Artikel von
Ralf Abratis
Sportredaktion

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