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Packende Rennen auf der Kieler Förde

Mit Fotostrecke Packende Rennen auf der Kieler Förde

Bei optimalen Bedingungen lieferten sich die 16 Nachwuchscrews am Sonnabend packende Rennen auf der Kieler Innenförde. Dabei zeigte vor allem das Kieler Mixed-Team aus Alica Stuhlemmer und Tom Heinrich starke Leistungen und qualifizierte sich mit großem Vorsprung für das Halbfinale am Sonntag.

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Red Bull Foiling Generation in der Kieler Förde.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Nachdem sich die beiden Athleten des Kieler Yacht-Clubs bereits am Freitag im ersten Lauf als erste durchsetzen konnten, gewannen sie auch ihr zweites Rennen. Hatten Stuhlemmer/Heinrich zum Auftakt noch von einer Kenterung der Kieler Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann profitiert hatten, zeigten sie am Sonnabend, dass es keine Ausrutscher der Konkurrenz benötigt. Mit deutlichem Vorsprung sicherten sie sich Platz eins vor Gwendal Lamay/Luke Willim (Kiel), die sich aber ebenfalls für das Halbfinale qualifizierten. „Es macht unglaublich viel Spaß, die Boote sind so schnell – dreimal so schnell wie der Wind und damit auch dreimal so schnell wie die Boote, die wir normalerweise segeln“, zeigte sich Stuhlemmer begeistert von den „fliegenden“ Katamaranen der Klasse „Flying Phantom“.

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Haben Stuhlemmer/Heinrich nun bereits das Weltfinale in den USA vor Augen, zu dem der Sieger des Kieler Tourstopps fahren darf? „Daran denke ich noch gar nicht. Die Chance, sich hier durchzusetzen, ist so klein“, sagte Stuhlemmer. Ein bisschen Understatement? Vielleicht – doch für die 29er-Crew geht es bei der Red Bull Foiling Generation auch um ihre weitere Segelkarriere. „Wir wollen im nächsten Jahr auf den Nacra 17 umsteigen“, erklärt die 16-Jährige. „Dafür ist sowas hier unbezahlbar. Jedes Manöver, jede Wende bringt uns viel Erfahrung. Und alle erzählen und erklären uns so viel, der Lerneffekt ist riesig.“ Erfahrung sammeln auf einem der schnellsten Katamarane der Welt, und damit auch noch erfolgreich sein – es war ein rundum gelungener Tag für die beiden Kieler.

Auch im zweiten Hauptrundenrennen zeigten die jungen Crews vor den Augen der zahlreichen Zuschauer an Land ihr Können auf den fliegenden Booten. Und spätestens jetzt wurde deutlich, dass die Seglerinnen und Segler keineswegs nur zum Erfahrungsammeln angetreten waren: Zwar gingen die Rennen allesamt ohne Frühstart ab, doch Strafen musste Wettfahrtleiter John Craig (Kanada) dennoch aussprechen. Unter anderem gegen Jacob Clasen/Johannes Dreesen, die am Freitag noch souverän in die nächste Runde eingezogen waren. Durch die Strafe fuhren sie von Beginn an hinterher, gingen als Dritte in die Verliererrunde. Das zweite Rennen gewannen die Kieler Paul Farien und Mirco Klösel durch ein stark vorgetragenes Manöver kurz vor dem Ende – an der Halbwindtonne zwangen sie ihre Konkurrenten aufgrund gewährter Vorfahrt zu einer unvorteilhaften Wende und gingen als Erste durchs Ziel.

Auch bei den folgenden Rennen der Trostrunde, über die die Athleten trotz einmaligen Verlierens noch in das Finale einziehen können, flogen die Boote bei böigem und drehendem Wind über die Rennstrecke in unmittelbarer Nähe der Kiellinie. Für einige Teams lebt der Traum vom Weltfinale in den USA weiter, darunter auch die Kieler Max Stingele und Linov Scheel sowie die Brüder Michael und Andreas Martin vom Chiemsee. „Es ist der Wahnsinn, was uns Red Bull hier ermöglicht. Ein tolles Event. Als wir uns hierfür beworben hatten, haben wir nicht mal daran geglaubt, dass wir angenommen werden. Und jetzt können wir sogar darauf hoffen, ins Weltfinale in den USA einzuziehen“, so Michael Martin.

Insgesamt zeigten alle Segler eine gute Leistung, vor allem angesichts der Tatsache, dass sie nur zwei Tage auf den „Flying Phantoms“ trainieren konnten. Eine Dominanz der Skiffsegler ist dennoch zu erkennen und leicht zu erklären: Einige Team (etwa eigentliche Hobie-Segler) mussten sich erst einmal an das Segeln mit Gennaker auf den Vorwindstrecken gewöhnen, haben hier einen Nachteil durch fehlende Erfahrung. Und auch der im Vergleich zu Freitag etwas frischere Wind forderte seinen Tribut. „Die Bedingungen waren heute schon so, dass auch von den kräftigen Jungs einige schwach geworden sind. Es war ordentlich Zug auf den Schoten“, sagte Roman Hagara, der Doppel-Olympiasieger aus Österreich und Initiator der Red Bull Foiling Generation. „Am Ende setzen sich dann doch meist die Besten durch.“

Auch die Zuschauer, die in großer Zahl die Kiellinie zwischen Landtag und Geomar bevölkerten, hatten sichtlich Freude am Segeln zum Anfassen, genossen die strahlende Sonne unter anderem auf der von Veranstalter Kiel Marketing errichteten Tribüne. Nur einmal regte sich kurzer Unmut, als eine Wettfahrt knapp zehn Minuten verschoben werden musste: Aus der Schwentinemündung kommend war das Geomar-Forschungsschiff „Alkor“ plötzlich und – wie die Wettfahrtleitung bekanntgab – unangekündigt auf der Förde aufgetaucht und musste die Regattabahn durchqueren, um zu seinem Steg am Geomar zu gelangen. So wurde ein bereits eingeleiteter Startvorgang abgebrochen, bis das Schiff an der Kiellinie angelangt war. Doch auch davon ließen sich die Zuschauer, die die Athleten über den gesamten Tag mit viel Beifall bedachten, die überaus gute Laune nicht verderben und spendeten der „Alkor“ einen Willkommensapplaus.

Die Red Bull Foiling Generation wird am Sonntag ab 14.30 Uhr mit dem Halbfinale, dem letzten Lauf der Trostrunde und dem Finale fortgesetzt. Um 17.30 Uhr findet die Siegerehrung auf der Reventlouwiese statt, der Sieger darf sich dann auf das große Finale der Regattaserie im Oktober auf Rhode Island in den USA freuen.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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