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Zahlreiche Bestzeiten beim 29. Hochbrückenlauf

Mit Fotogalerie Zahlreiche Bestzeiten beim 29. Hochbrückenlauf

28,5 Kilometer für 1400 Läufer: Am Sonntag waren bei beständigem Wetter besonders viele Sportler beim Hochbrückenlauf auf der Strecke, die über die beiden Hochbrücken in Kiels Norden den Nord-Ostsee-Kanal passierte. Auf der Langstrecke gewann Dieter Schwarzkopf vom Borener SV, die Kurzstrecke dominierte Yannick von Soosten (SC Itzehoe).

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Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer war am Sonntag beim Kieler Hochbrückenlauf dabei.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Mit der Sonne im Rücken und den Laufschuhen an den Füßen begannen am Sonntagmorgen gut 1400 Sportlerinnen und Sportler den kalendarischen Frühlingsanfang. Der 29. Kieler Hochbrückenlauf der LG Albatros begeisterte in diesem Jahr nicht nur mit der landschaftlich schönen Strecke am Nord-Ostsee-Kanal und den Überquerungen der Levensauer und Holtenauer Hochbrücke, sondern nach dem Schmuddelwetter im Vorjahr auch mit reichlich Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Bei den Aktiven purzelten auf den ungeraden Strecken über 16,5 und 28,5 Kilometer zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits zahlreiche Bestzeiten, sodass im Ziel fast nur zufriedene Gesichter zu sehen waren. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer entschied sich kurzfristig auch für einen Start auf der Kurzstrecke und wurde wie alle anderen Teilnehmer von Sportamstleiter Ralf Hegedüs auf die Strecke geschickt.

Dort brillierten mit Yannick von Soosten und Anna Gehring gleich zwei Jugendliche des SC Itzehoe, die möglicherweise in Zukunft häufiger die Laufveranstaltungen der Kieler Umgebung unsicher machen werden. Beide Athleten stehen nämlich kurz vor ihren Abiturprüfungen und während von Soosten bereits einen Ausbildungsplatz bei der Polizei in Altenholz ergattern konnte, hofft Gehring auf einen Studienplatz an der Uni Kiel. „Ich möchte gern Medizin studieren, am Liebsten in Kiel, aber dafür brauch ich bekanntlicherweise ja erst mal ein richtig gutes Abi“, erzählte die talentierte Läuferin. 56:05 Min. und 1:02:52 Std. benötigten die beiden Sieger für die anspruchsvolle 16,5-km-Kurzstrecke. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Mannschaftseuropameisterin Gehring (Cross) eigentlich auf der 5000m-Strecke zu Hause ist - „so weit bin ich noch nie gelaufen. Ich wusste gar nicht, ob ich ankomme“ - und von Soosten erst seine zweite Laufsaison bestreitet. Mit dem gleichaltrigen Mansor Farah (STV Sörup) fand der junge Brunsbütteler allerdings einen gleich starken Gegner vor, der sich zu Beginn an die Spitze setzte und ordentlich auf das Tempo drückte. „Bis ca. einem Kilometer vor Schluss bin ich immer in Mansors Windschatten gelaufen, da ich vorher krank war und nicht wusste, was heute geht. Doch dann habe ich gemerkt, dass es ihm immer schwerer fiel und bin vorbeigegangen. Mit der Zeit bin ich voll zufrieden. So sollte der DM-Quali über 10000m nichts im Wege stehen“, berichtete von Soosten. Ein Duell auf der Ziellinie lieferten sich Corinna Beck (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) und Simone Braun (TSV Klausdorf), die schlußendlich zeitgleich den dritten Platz belegten.

Hier finden Sie Fotos vom 29. Kieler Hochbrückenlauf.

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Ebenfalls eine ganz starke Leistung allerdings auf der Langstrecke zeigte Dieter Schwarzkopf. Der Borener, der erstmals am Hochbrückenlauf teilnahm, überquerte die Ziellinie des 28,5-km-Laufs bereits nach 1:38:37 Stunden und dass, obwohl ihm Strecken über der Halbmarathondistanz laut eigenen Aussagen eigentlich gar nicht liegen. „Meine Hauptstrecke sind die 10 Kilometer, auf der ich eine Bestzeit von 32:11 Minuten vorzuweisen habe. Für alles über Halbmarathon trainiere ich mit einem Wochenschnitt von ca. 100 Kilometern zu wenig“, so der ambitionierte Hobbyläufer, der auch gern mal an Strongman oder Fun Runs teilnimmt. Bereits als Zweiter kam sein Vereinskollege Michael Wittig (KIELS City Fitness) in 1:47:11 Minuten strahlend ins Ziel. „Ich musste gut sechs Wochen wegen muskulärer Problemen pausieren und trainieren erst seit zwei Wochen wieder. Dafür ist die Zeit echt stark“, verriet der M50-Landesrekordhalter im Marathon. In gut einem Monat soll in Bad Liebenzell der nächste Rekord fallen: „Wenn jetzt alles gut läuft, möchte ich bei der Halbmarathon-DM um den Titel mitlaufen und den Landesrekord (José Molero-Mimbrella 1:14:24 Std.) verbessern.“. Bei den Frauen gewann wie bereits beim Kiel-Marathon (21km) die Hamburgerin Denise Hoffmann in 2:01:32, deren Schwester Nadine den dritten Platz belegte. Dazwischen reihte sich mit Trixi Trapp (LG POWER-Schnecken) eine überaus glückliche Lokalmatadorin ein. „Mit dieser Zeit  hätte ich niemals gerechnet. Bereit seit September bin ich aufgrund einer Verletzung sowie zeitlich im Training eingeschränkt und hätte eher mit 2:15 Stunden geliebäugelt. Doch heute lief es vor allem am Kanal richtig gut“, so Trapp.

Reichlich Schulterklopfer für eine gelungene Veranstaltung durfte sich zum Schluss auch Organisator Henning Mohr abholen. „Das war heute doch wieder schön. Mich freut neben dem Wetter vor allem die große Beteiligung auf der Langstrecke, die in den letzten Jahren doch etwas weniger Anklang fand“.

Kurzstrecke (16,5 km)

Männer : 1. Yannick von Soosten (SC Itzehoe) 56:05 Min., 2. Mansor Farah (STV Sörup) 56:13, 3. Frederic Süßmann (SC Itzehoe) 1:01:03 Std., 4. Tjark Schaadt 1:04:08, 5. Andreas Breitsprecher (TC Fiko Rostock) 1:05:13, 6. Mathias Gerhardt (Raisdorfer TSV) 1:06:02, 7. Volker Thimm (TSV Ratekau) 1:06:35, 8. Marco Pohlmann (LG Zippels Runaways) 1:06:45, 9. Udo Nass (LG Neumünster) 1:07:16, 10. Jonas Schlenz (TSV Klausdorf) 1:07:40 - Frauen : 1. Anna Gehring (SC Itzehoe) 1:02:52 Std., 2. Josephin Betche (Top Tri Team Hamburg) 1:09:20, 3. Corinna Beck (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) u. Simone Braun (TSV Klausdorf) 1:14:22, 5. Beatrice Ardelt 1:15:57, 6. Beeke Jandt (USC Kiel) 1:16:02, 7. Mareen Hilgendorf (August-Bier-Klinik) 1:17:05, 8. Claudia Slapka 1:19:27, 9. Petra Heinemann (TSV Altenholz) 1:20:38, 10. Sigrid Frost (LG POWER-Schnecken Kiel) 1:21:13

Langstrecke (28,5 km)

Männer : 1. Dieter Schwarzkopf (Borener SV) 1:38:37 Std., 2. Michael Wittig (KIELS City Fitness) 1:47:11, 3. Maik Lange (STV Sörup) 1:48:07, 4. Henning Lis (LG Zippels Runaways) 1:49:58, 5. Christian Hoffmann (SG Tantalus Kiel) 1:51:20, 6. Martin Hermes (USC Kiel) 1:51:58, 7. André Beltz (SC Itzehoe) 1:52:00, 8. Ralf Härle (VfL Börnsen) 1:52:14, 9. Kai Jungjohann (FC St. Pauli Marathon) 1:52:32, 10. Kai Neumann (SC Itzehoe) 1:53:28 - Frauen : 1. Denise Hoffmann (LT Haspa Marathon Hamburg) 2:01:32, 2. Trixi Trapp (LG POWER-Schnecken) 2:05:13, 3. Nadine Hoffmann (LT Haspa Marathon Hamburg) 2:05:37, 4. Sabrina Jungjohann (FC St.Pauli Marathon) 2:08:52, 5. Cordula Neudörffer (TuS Holstein Quickborn) 2:09:44, 6. Britta Hagge (LG POWER-Schnecken) 2:11:28, 7. Svenja Reimer 2:15:47, 8. Anne Podlech 2:16:27, 9. Barbara Schäfer (SFC Ottendorf) 2:17:53, 10. Ulrike Suttkus (SFC Ottendorf) 2:18:50

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29. Kieler Hochbrückenlauf
Foto: So war es vor zwei Jahren am Kanal: Handschuhe wurden nicht benötigt, die meisten Athleten liefen unbemützt, einge in kurzen Tights.

Die Generalprobe vor einer Woche offenbarte eine einwandfreie Strecke – somit steht dem Start des 29. Kieler Hochbrückenlaufs an diesem Sonntag nichts mehr im Wege. Nach dem schmuddeligen Regenwetter im Vorjahr dürfen sich die rund 1400 Teilnehmer diesmal auf die Vorboten des Frühlings freuen.

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