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Chagaev kämpft in Kiel um WBA-Titel

Neu-Kieler Chagaev kämpft in Kiel um WBA-Titel

Kiel darf sich ab sofort als Heimatort eines amtierenden Box-Weltmeisters bezeichnen. Schwergewichts-Champion Ruslan Chagaev hat vor sechs Wochen weitgehend unbemerkt seinen Wohnsitz am Germaniahafen bezogen. Am 17. Oktober will er in der Sparkassen-Arena seinen Titel verteidigen.

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Starke Männer unter sich: WBA-Weltmeister Ruslan Chagaev (Mitte) verteidigt seinen Titel am 17. Oktober in der Sparkassen-Arena, Alexander Dimitrenko (li.) und Edmund Gerber boxen im Rahmenprogramm.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Dass das Kieler Publikum schon jetzt einen WBA-WM-Kampf seines neuen Mitbürgers geboten bekommt, ist einem mittlerweile einvernehmlich beendeten Rechtsstreit zwischen Chagaev und dem US-Amerikaner Fres Oquendo geschuldet. Nach dem ersten WM-Kampf zwischen den beiden am 6. Juli vergangenen Jahres, bei dem sich Chagaev mit knappem Punktsieg den 2011 gegen den Russen Alexander Powetkin verlorenen WBA-Titel zurückholte, gab es Ärger um die angeblich nicht voll ausbezahlte Börse für Oquendo sowie um eine positive Dopingprobe des 42-Jährigen aus Chicago. Die Parteien einigten sich und ebneten damit den Weg für die freiwillige Titelverteidigung Chagaevs am 11. Juli diesen Jahres in Magdeburg gegen den Gelsenkirchener Francesco Pianeta, der in der ersten Runde K.o. ging.

 Lange konnte der Usbeke seinen jüngsten Triumph nicht regenerativ genießen, denn im Zuge des Rechtsstreits hatte ein US-Gericht verfügt, dass der Rückkampf gegen Oquendo binnen 120 Tagen nach dem Sieg über Pianeta zu erfolgen habe. Also befindet sich Ruslan Chagaev schon längst wieder in der Fight-Vorbereitung, die er mit seinen neuen Trainern Pedro Diaz und Artur Grigorian in Miami/Florida absolviert. Gestern weilte der Meister persönlich in der Sparkassen-Arena, um seinen Kampf in fünf Wochen, zwei Tage vor seinem 37. Geburtstag, zu promoten.

 Der Familienvater gehört nicht zu jenen Branchengrößen, die ihre Adrenalinschübe schon lange vor dem Kampf öffentlich ausleben, beispielsweise indem der Gegner für berufsunfähig erklärt wird. Das wäre gestern ohnehin nicht möglich gewesen, da die geplante Live-Schalte via Skype zu Oquendo nicht zustande kam. Chagaev, der im Ring seine Urkraft blitzschnell im richtigen Moment entfalten kann, spricht leise und bedächtig, Respekt und Bescheidenheit sind ihm wichtig. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde. Ich hatte auch Glück“, blickte „White Tyson“, so sein Kampfname, auf den Erstrundensieg gegen Pianeta zurück. „Ich bereite mich nun wie immer auf zwölf Runden vor. Wir werden sehen, was passiert.“ Passieren könnte tatsächlich der Knockout „in der zweiten oder dritten Runde“, wie es sich Timur Dugazaev vom Veranstalter „Akhmat Boxing“ wünscht. Denn der Meister fühlt sich nach Umstellung der Trainingspläne und der Ernährung fit wie noch nie. Co-Trainer Artur Grigorian, selbst Ex-Weltmeister und Leichtgewichts-Legende, ist begeistert: „Ruslan hat abgenommen. Er sieht jetzt super aus, jünger und schöner.“ Chagaev relativierte schmunzelnd: „Nur schöner.“

 Im Rahmenprogramm des WM-Kampfs boxen auch Ex-Europameister Alexander Dimotrenko und Edmund Gerber, Halter des „International Silver Heavyweight Title“ der WBA. Deren Schwergewichts-Gegner sind noch nicht nominiert.

 Der Beginn des Kartenvorverkaufs steht noch nicht fest und wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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