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Fußballverband in Schieflage

SHFV-Brandmail Fußballverband in Schieflage

Eine E-Mail hat Feuer unter dem Dach des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) ausgelöst. In dem Schreiben, das in weiten Zügen dieser Zeitung vorliegt, ist davon die Rede, dass der SHFV pleite sei und mehrere Stützpunkte geschlossen werden müssten.

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Der Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente. Das Drei-Sterne-Ensemble, für 3,2 Millionen Euro modernisiert, ist die Hauptverlustquelle für den SHFV.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. So heißt es, dass wegen finanzieller Schieflage die Stützpunkte in Preetz, Mölln und Itzehoe geschlossen sowie Trainingslehrgänge der Landesauswahlkader und Trainerstellen gestrichen werden sollen. Vermutet wird ein finanzielles Missmanagement seitens des Verbandes, zum Beispiel eine mangelnde Kostendeckung des für rund 3,2 Millionen Euro auf Drei-Sterne-Niveau modernisierten Uwe-Seeler-Fußballparks in Malente, der im Mai 2013 eröffnet worden war. Die Nachwuchsförderung des SHFV sei im bundesweiten Vergleich künftig nicht mehr konkurrenzfähig, heißt es. Die Auswirkungen des seit Jahren praktizierten und vor allem des aktuell verschärften Sparkurses stünden nicht im Einklang mit den per SHFV-Satzung selbst auferlegten Vorgaben und seien gegenläufig zum Trend in ganz Deutschland.

„Ein Schmutzbrief, das ist Nestbeschmutzung“, zürnt SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer in Richtung Björn Rädel, den er für das Schreiben verantwortlich macht. Rädel, Stützpunktkoordinator des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für den Bereich des SHFV, wollte sich auf Anfrage nicht zu der Angelegenheit äußern. Meyer müht sich derweil um Schadensbegrenzung: „Der SHFV ist nicht pleite. Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen. Aber es stimmt, der Haushalt 2016 weist ein Loch auf, das durch Einsparungen gestopft werden soll.“ SHFV-Geschäftsführer Jörn Felchner beziffert das Defizit im Drei-Millionen-Haushalt auf rund 250000 Euro, schränkt aber ein: „Dies nur, wenn wir alle angemeldeten neuen Wünsche erfüllen und die gleichen Einnahmen wie 2015 hätten.“ Die unabdingbare Ausgabendisziplin sei mit schmerzhaften Entscheidungen verbunden, gerade im personellen Bereich in Malente und der SHFV-Geschäftsstelle in Kiel, und betreffe keineswegs nur die Nachwuchsförderung. Außerdem sei noch nichts beschlossen. „Entscheidungen können erst auf der Beiratssitzung am kommenden Sonnabend getroffen werden. Bislang gibt es nur Vorschläge. Wir sind für alle kreativen Beiträge dankbar“, so Felchner.

Treffen mit konstruktiven Gesprächen

Der Beirat, bestehend aus den Vorständen der 13 Kreisverbände und den Vorstandsmitgliedern des SHFV, ist nach dem Verbandstag das zweithöchste Beschlussgremium des SHFV. Mit den Kreisverbänden, so Meyer, habe es bereits am vergangenen Donnerstag ein Treffen „mit sehr konstruktiven Gesprächen“ gegeben. Dort sei auch erwogen worden, die Nenngelder der Mannschaften im Spielbetrieb erstmals seit vier Jahren zu erhöhen. Zusätzliche Einnahmen erhofft der SHFV sich mit einer professionelleren Kommerzialisierung des Uwe-Seeler-Fußballparks. Der sei im Besitz des SHFV, so Felchner. Die Verbindlichkeiten für die Immobilie seien bereits zu 50 Prozent zurückgeführt.

Die hinter vorgehaltener Hand geübte Kritik, die „torwärts Vermarktungs- und Vertriebgesellschaft mbh“, deren alleiniger Gesellschafter der SHFV ist, verschlinge Gelder, kann Felchner nicht nachvollziehen: „Dieses Projekt steht außerhalb des Haushaltes, verzeichnet jährliche Steigerungen von zehn bis 20 Prozent und sorgt ausschließlich für zusätzliche Einnahmen in der SHFV-Kasse.“ Seit rund zweieinhalb Jahren praktiziert der SHFV im Rahmen seiner Talentförderung das Modell „Pro Kreis ein Stützpunkt“. Pro Stützpunkt sind generell drei Trainer (Monatshonorar pro Kopf: 307 Euro) eingeplant, dazu kommen noch Torwarttrainer. Die Verfasser der besagten E-Mail mutmaßen im SHFV-Haushalt 2016 die Streichung von neun Trainer-Planstellen. „Vom DFB sind nur zehn Stützpunkte für unseren Verband vorgeschrieben. Die drei zusätzlichen haben wir freiwillig eingerichtet“, sagt Meyer. Felchner ergänzt: „Für den Bereich unserer Nachwuchsförderung sind Einsparungen in Höhe von rund 30000 Euro geplant.“

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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