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Crews nehmen Kurs auf Olympia

Segeln Crews nehmen Kurs auf Olympia

Mit voller Fahrt in Richtung Olympia 2016: Paul Kohlhoff und Carolina Werner testeten mit ihrem Nacra-17-Katamaran in der Guanabara Bay schon einmal erfolgreich das olympische Segelrevier vor Rio de Janeiro. Die Zwillinge Jule und Lotta Görge gewannen vor Flensburg die Silbermedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften im 49er FX.

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Die Kieler 49er-FX-Schwestern Jule (li.) und Lotta Görge träumen vom Start bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Kohlhoff/Werner katapultierten sich schon bei der Weltmeisterschaft der Nacra-17-Klasse in Dänemark ins Blickfeld der internationalen Konkurrenz, bei der olympischen Testregatta vor Rio bestätigten die beiden ihre gute Form und avancierten zu deutschen Hoffnungsträgern für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr. „Wir sind auf einem aufsteigenden Ast, aber auf keinen Fall Favoriten“, sagt Kohlhoff. Der 20-Jährige richtet den Blick zunächst auf die kommenden Events: „Wir müssen uns erstmal überhaupt für Olympia qualifizieren.“ In Brasilien profitierten die Kieler vor allem von den Mittelwind-Bedingungen der ersten Tage. „Bei sehr wenig und sehr viel Wind sind wir noch nicht so stark wie die anderen“, erklärt Kohlhoff. Das wusste die mit Weltmeistern und Olympiasiegern gespickte Konkurrenz auszunutzen. „Fehler werden in so einem Top-Feld sofort bestraft“, sagt der junge Steuermann. Nach dem Sieg bei der deutlich schwächer besetzten Kieler Woche folgten so ein fünfter Platz bei der WM und Platz vier vor Rio.

 Neben dem sportlichen Geschehen stand beim Olympiatest vor allem die Debatte um die Wasserqualität im Mittelpunkt, nicht erst als 49er-Segler Erik Heil nach den Wettfahrten mit Entzündungen in Berliner Krankenhäusern behandelt werden musste. Paul Kohlhoff schließt sich der Kritik nur bedingt an. „Eigentlich sind die Bedingungen auf dem Wasser top“, sagte er. „Aber wenn es regnet, wird der ganze Müll aus der Stadt auf die Bucht hinausgeschwemmt.“ Eine Plastiktüte aus diesem Schwall an Unrat wurde den beiden zum Verhängnis (wir berichteten). „Man sieht nicht, was knapp unter der Oberfläche schwimmt, weil das Wasser so braun ist“, beschreibt der Kieler die Verhältnisse. „Aber wir haben damit jetzt unsere Erfahrung gemacht. Vorher hatten wir da im Vergleich zu den anderen Seglern noch einen Nachteil.“ Es ist trotzdem keine schöne Vorstellung, dass derartige Vorfälle über Olympia-Medaillen entscheiden könnten.

 Keinerlei Probleme mit den Bedingungen hatten die Kieler Zwillinge Jule und Lotta Görge. Nach den eher enttäuschend verlaufenen Europameisterschaften vor Porto, bei denen es mit klarem Abstand zu den vier anderen deutschen Teams nur zu Platz 29 reichte, schnappten sich die beiden vor Flensburg den Vize-WM-Titel der Junioren. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Olympia-Qualifikation noch nicht abgeschrieben ist. „Wir werden alles dafür tun, unseren Traum wahrzumachen“, sagt Lotta Görge mit Blick auf die nationale Konkurrenz. „Im Moment ist es nicht wie in Porto, wir sind alle auf einem Level. Für uns ist noch nichts vorbei.“ Ihre langwierige Armverletzung bessert sich, mit einer Akkupunktur-Therapie soll der Heilungsprozess weiter beschleunigt werden. Im Mai hatte sich die 22-Jährige auf dem Gardasee den Arm gebrochen, mittlerweile kann sie schon wieder ohne Karbonschiene fahren, mit der sie noch zur Kieler Woche angetreten war. Mit Lotta in Top-Form wollen die beiden bei den nächsten Qualifikationsregatten vor Clearwater/USA und Palma im Februar und März angreifen.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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