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Abstiegskampf statt Champions League

Segeln Abstiegskampf statt Champions League

Vor dem Saisonfinale 2015 schielte das Segelbundesliga-Team des Kieler Yacht-Clubs (KYC) noch vorsichtig auf Platz vier und damit die Qualifikation zur Champions League. Am Ende wurde es Platz acht. Das Ziel für die Saison 2016 lautete: Top Fünf. Doch nach zwei Spieltagen herrscht Ernüchterung, mit Tabellenplatz 16 steckt der KYC mitten im Abstiegskampf.

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Die Hoffnung liegt auf den Nordevents: So wie hier 2015 auf der Kieler Förde will der KYC (gelb) wieder nach vorn fahren.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Wie kam es zu dieser Talfahrt? Zum einen gab es vor der laufenden Saison einen Umbruch im Team. „Wir setzen mehr auf den Nachwuchs, wollen mehr Segler in die Bundesliga holen“, erklärt Ole von Studnitz, Initiator und Teammanager des Kieler Bundesliga-Engagements. „Wir haben drei ganz neue Leute dabei.“ Der Wandel ist nicht ganz unerzwungen. „Wir haben viele Stammkräfte verloren, aus beruflichen und privaten Gründen“, sagt er. Fritjof Richter, Felix Weidling, Marcus Baur, Sönke Boy, von Studnitz selbst – „dieser Erfahrungsschatz ist nicht mehr abrufbar“, erklärt der Teammanager. „Und es wäre zu kurz gedacht, wenn wir sagten, wir halten uns jetzt mit einer eingespielten Crew über Wasser.“

Dieses kalkulierte Risiko zahlte sich an den ersten beiden Spieltagen am Starnberger See und auf dem Bodensee nicht aus. In der Geographie liegt ein zweiter Grund für das schlechte Abschneiden der Kieler. „Die Südevents liegen uns einfach nicht“, sagt von Studnitz. Die KYC-Crews können nicht oft auf Binnenrevieren trainieren, die Alster in Hamburg ist dafür kein gleichwertiger Ersatz. Dass Seesegler Probleme mit inkonstanten, „löchrigen“ Bedingungen haben, zeigt der Blick auf die Tabelle: Bester Klub von der Küste ist der Flensburger Segelclub (FSC) auf Platz 13, der Lübecker Yacht-Club (LYC) rangiert auf Platz 14, die Seglervereinigung Itzehoe (SVI) ist Tabellenletzter. Auch der beim Saisonauftakt übermächtige Norddeutsche Regatta-Verein (NRV) aus Hamburg ließ in Konstanz Federn, wurde Zwölfter.

Ein dritter Faktor ist die zunehmende Professionalisierung und Qualität der Bundesliga. „Die Liga ist so stark wie noch nie, es gibt kein Kanonenfutter“, sagt von Studnitz. „Die Vereine haben aufgerüstet und trainieren hart.“ Der KYC darf diese Entwicklung nicht verschlafen. Zu dieser Saison sollte ein regelmäßiger Trainingsbetrieb (zweimal pro Woche) auf den zwei vereinseigenen J/70 eingerichtet werden, geschehen ist das bisher nicht. Dass dem KYC seit April der hauptamtliche Trainer Rigo van Nijs fehlt, ist sicherlich auch nicht von Vorteil. „Wir müssen an unserer Struktur arbeiten, die Bundesliga muss noch mehr in Kiel ankommen“, sagt auch von Studnitz. Ein Vorbild könnte der amtierende Meister Deutscher Touring Yacht-Club (DTYC) aus Tutzing sein. „Sie arbeiten intensiv mit jungen Leuten, haben den Generationenwechsel sehr gut und fließend hinbekommen“, erklärt von Studnitz.

Solche Stellschrauben greifen erst mittel- und langfristig, die aktuelle Situation können sie kaum beeinflussen. Der KYC steht vor dem nächsten Bundesligaspieltag – 23. bis 25. Juli in Travemünde – unter Druck, auch weil es in dieser Saison ein Event weniger gibt, der schlechte Saisonstart sich so noch stärker auswirkt. „Wir stehen immer unter Druck, sind auch in den vergangenen Jahren schlecht gestartet. Die Lage wird sich entspannen, wir werden bei den Nordevents punkten“, ist sich von Studnitz sicher, dass der KYC schnell aus dem Keller segelt. Das Saisonziel wurde auf Rang acht heruntergeschraubt. Es wäre der dritte achte Platz in Folge – und die Sicherheit, die der Klub benötigt, um die langfristige Entwicklung voranzutreiben.

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