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Der Wind machte sich rar

YES in Kiel-Schilksee Der Wind machte sich rar

Etwas mehr Segel-Aktion hätte sich Schleswig-Holsteins Sportminister Stefan Studt wohl gewünscht, als er am Pfingstsonntag einen Rundgang durch das Olympiazentrum in Schilksee machte. Doch der Wind machte sich bei den Young Europeans Sailing (YES) auf der Außenförde lange rar.

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Sportminister Stefan Studt führte beim YES in Schilksee viele Gespräche.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. So sah Stefan Studt nur Segler an Land, hatte aber als ehemaliger Beachvolleyballer Gelegenheit, ein Blick auf das Turnier der besten Volleyballer des Landes am Schilkseer Strand zu werfen und intensive Gespräche mit den Kieler Segel-Verantwortlichen zu führen.

Auch wenn er selbst nur „zufälliger Gelegenheitssegler“ sei und sein Vorhaben, einen Segelschein zu machen, noch nicht in die Tat umgesetzt habe, so bekannte der Sportminister doch, dass das Segeln ein Leuchtturm in der Sportlandschaft des Landes sei. Mit der Hamburger Bewerbung für Olympia und der Wahl von Kiel als Partnerstadt in Sachen Segeln habe sich diese Erkenntnis im Land weiter durchgesetzt. „Olympia ist eine echte Chance für Schleswig-Holstein“, so der Minister.

Der frisch gewählte Vorsitzende des Kieler YC, Carsten Krage, erklärte, dass das Verhältnis zwischen dem Verein als verantwortlichem Organisator für die großen Segelereignisse und der Politik schon jetzt sehr positiv sei und nun noch intensiviert werden solle. Die Arbeit des Olympiabüros im Landeshaus unter der Führung von Sportreferent Eckhard Jacobs sei nach Überzeugung von Studt und Krage bisher gut angelaufen. „Drei Wochen weiter und die Struktur steht sehr gut“, sagte Krage. „Momentan sind wir von Seglerseite sehr zufrieden.“

Die Kieler Woche des Nachwuchses begann am Sonnabend mit zwei Beaufort Windstärke zurückhaltend, dennoch konnten auf den fünf Bahnen insgesamt 43 Wettfahrten gesegelt werden. Rund 600 Jugendliche aus sechs Nationen wetteifern noch bis Pfingstmontag um die zehn Titel bei den Young Europeans Sailing (YES) vor Kiel-Schilksee.

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Im Zuge der Olympiabewerbung solle der Standort Kiel, aber auch Schleswig-Holstein insgesamt weiter gestärkt werden, um mit Hamburg ein starkes Gesamtbild im Wettstreit mit den internationalen Konkurrenten zu liefern. „Die Region macht Hamburg stark. In Schleswig-Holstein sind auch olympische Spiele im Handball oder auch Beachvolleyball und Golf möglich. Die Einbeziehung der Region entspricht auch den aktuellen Vorstellungen des IOC. Hamburgs Innensenator Michael Neumann ist von der Stimmung in der Sparkassen-Arena ganz angefixt“, sagte Studt.

Die angekündigten jährlich eine Million Euro an Landesmitteln für 2016 und 2017 müssen zwar noch die Haushaltsplanungen des Landes durchlaufen und vom Parlament bestätigt werden, aber der klare Regierungswille dafür ist da, um die Bewerbung zu stützen. Studt machte in diesem Zuge auch deutlich, dass diese Mittel vorrangig in den Segelsport für Kiel in olympischen Bootsklassen fließen werden. Der Ruf als Weltstadt des Segelsports müsse wieder erweckt werden. Die bereits jetzt für die Kieler Woche bereitgestellten 60.000 Euro als Preisgeld seien darüber hinaus Mittel, die nachhaltig bereitstehen sollten. Auch Krage war diese Nachhaltigkeit wichtig, um die Wertigkeit der Kieler Woche unabhängig vom Ausgang der Olympiaentscheidung des IOC nicht zu gefährden.Zu der konkreten Verwendung der vom Bund für Olympia avisierten 30 Millionen Euro konnte der Minister dagegen noch keine Aussagen treffen. Darüber würde die Bewerbergesellschaft entscheiden. Es seien aber keine Mittel für die Infrastruktur.

Aber gerade bei den Bauten, das musste auch der Minister anerkennen, hat das Olympiazentrum in Schilksee noch Luft nach oben. Aktuell offenbart das ehemalige Restaurant „Luzifer“ den Charakter einer Baustelle, kann nur durch provisorische Maßnahmen genutzt werden. Kiels OB Ulf Kämpfer hatte dazu bereits erklärt, dass man intensiv daran arbeiten würde, diese Räumlichkeiten zur Kieler Woche 2016 wieder gastronomisch in Betrieb nehmen zu können: „Der Bedarf dafür ist da, auch um Schilksee als Anziehungspunkt außerhalb der Kieler Woche zu stärken.“Doch die Kieler Woche wird auch schon in diesem Jahr ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Schließlich haben mit SAP und Audi zwei Partner nur einjährige Sponsorenverträge, deren Fortsetzung in Abhängigkeit vom Erfolg der Veranstaltung überprüft wird. Die Aufgabe wird nicht einfach, da im olympischen Teil der Kieler Woche einige Klassen mangels Meldungen auf der Kippe stehen.

Der KYC-Vorsitzende Carsten Krage fühlt in jedem Fall den Rückhalt der Landesregierungen bei den Bemühungen, die Kieler Woche ins rechte Licht zu rücken. Wenn die hohen Vertreter des Weltseglerverbandes ISAF kommen werden, wird wohl auch Studt dabei sein. „Die Kieler Woche werden neun interessante Tage, die es erforderlich machen vor Ort zu sein – und als Sportminister natürlich auch in Schilksee, wo das größte Sportereignis des Landes stattfindet.“

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Ein Artikel von
Ralf Abratis
Sportredaktion

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