16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Ohne sportlichen Ehrgeiz geht es nicht

Special Olympics Ohne sportlichen Ehrgeiz geht es nicht

Susann Schulz ist gern auf dem Wasser unterwegs, Inka Thun zu Ross und Julian Tepling jagt am liebsten dem Fußball hinterher. Sie alle leben mit einer Beeinträchtigung und gehören zur schleswig-holsteinischen Delegation, die an den Special Olympics Hannover 2016 teilnimmt.

Voriger Artikel
Duell um die letzte Segel-Olympiafahrkarte
Nächster Artikel
Hier können Sie öffentlich Fußball schauen

Athleten und Athletinnen der Stiftung Drachensee, des Handwerkerhofs Fecit und des Eiderheims gehören bei den Special Olympics in Hannover zur schleswig-holsteinischen Delegation. Die umfasst neben 329 Sportlern auch 120 Trainer und Betreuer sowie 36 „Unified Partner“.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Bei den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung vom 6. bis zum 10. Juni gehen in der niedersächsischen Landeshauptstadt momentan rund 4800 Athletinnen und Athleten in 18 Sportarten an den Start. 329 Sportler aus dem nördlichsten Bundesland zeigen bei den Wettkämpfen ihr Können. Neben 120 Trainern und Betreuern begleiten sie 36 „Unified Partner“. Das sind Teilnehmer ohne Behinderung, die helfend und/oder leitend an den Sportspielen teilnehmen. Im Vorfeld der Spiele sprachen einige Akteure über ihre Erwartungen und Hoffnungen für die Woche im Zeichen des Sports.

 Die Zwillinge Inka und Lucy Thun nehmen bereits zum dritten Mal an den Spielen teil. Sie gehören zum Reitteam der Stiftung Drachensee und treten im Dressurwettbewerb an.

 „Mit drei Jahren haben wir schon auf dem Pferd gesessen“, erklärt Inka, die als 15-Jährige den Entschluss fasste, bei den Olympischen Spielen zu starten. „Als das nicht ging, wollte ich an den Special Olympics teilnehmen“, erklärt sie. Die Zusammenkunft mit anderen Sportlern, etwas Neues erleben und sich mit anderen messen – Inka freut sich auf viele Eindrücke. Mit jeweils einem Unified Partner werden die Zwillingsschwestern auf ihren Pferden „Amazing“ und „Scofield“ parallel eine Pas de deux-Kür reiten. „Vor allem wollen wir Spaß haben, aber ein sportlicher Ehrgeiz ist natürlich auch dabei“, sagt Lucy.

 Mit dieser Einstellung geht auch die Paddelgruppe des Handwerkerhofs Fecit an den Start. Das von Holger Suhk trainierte Team ist auch Inklusionsgruppe im Kieler Kanu-Club. „Unser Ziel ist es, in drei oder vier Jahren in einem normalen Sportverein tätig zu sein und an Wettbewerben, zum Beispiel Inklusionsregatten, teilnehmen zu können“, erklärt Suhk. Bei den Special Olympics geht seine Gruppe im Einer- sowie Zweier-Kajak und im Vierer-Kanadier an den Start. Jedes Mal ist ein Unified Partner mit dabei. Susann Schulz hat genaue Vorstellungen von den Tagen in Hannover: „Wir wollen Spaß haben und uns Zeit nehmen, mal andere Sportarten anzuschauen und mit anderen Mannschaften in Kontakt zu kommen.“

 Welche Wirkung dieses Miteinander auf die Teilnehmer hat, kann Erwin Scherpf beurteilen. Er trainiert die Fußballmannschaft der Stiftung Drachensee und nimmt mit dieser seit 16 Jahren an den Spielen teil. „Auf die Sportler wirken so viele Eindrücke und Erlebnisse. Es ist für alle immer ein super Highlight“, erzählt er. Seine Mannschaft tritt im Wettbewerb ohne Unified Partner an. Julian Tepling ist der Abwehrchef der Truppe. Doch eigentlich hat Julian früher immer im Sturm gespielt. Daher hat er für die Spiele ein ganz pragmatisches Ziel: „Dass ich mich in der Abwehr verbessere.“

 Mit sechs behinderten Sportlern und fünf Unified Partnern reist das Basketballteam des Eiderheims aus Flintbek zu den Wettkämpfen. Auf dem Feld agieren in einer Mannschaft fünf Spieler, zwei davon sind Unified Partner. Jens Meier trainiert die Gruppe, die ihre Premiere bei den Special Olympics feiert. „Für uns ist das so ein Beginn in eine neue Richtung“, erklärt Meier.

 Ursula Albrecht, Vorsitzende von Special Olympics Schleswig-Holstein, hofft, dass Sportler mit und ohne Behinderung in Zukunft weiterhin solch positive Erfahrungen sammeln können. Doch ab 2018 sollen die zuvor alle zwei Jahre stattfindenden Sommerspiele auf einen vierjährigen Rhythmus umgestellt werden. Zudem wird die Teilnahme an den Wettbewerben dann an Qualifikationsspiele in den Bundesländern geknüpft sein. „Unser Verband besteht aus fünf Ehrenamtlichen. Die Organisation solcher Landesspiele ist mit dieser Besetzung nicht zu schaffen. Das wäre nur der Fall, wenn uns der Landessportverband und das Innenministerium mit Fördermitteln unterstützen würde“, erklärt Albrecht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Florian Sötje
Volontär

Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Aktuelle Sport News 2/3